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Honigproduktion

Besigheimer Bienen im Schwarzwald

Einige fahren in den Schwarzwald, um Urlaub zu machen. Besigheimer Bienen hingegen waren dort jüngst beim Arbeitseinsatz. Jetzt sind sie in ihre Heimat zurückgekehrt.

Bei der Arbeit: Honigbienen im Einsatz. Archivfoto: Oliver Bürkle
Bei der Arbeit: Honigbienen im Einsatz. Foto: Oliver Bürkle

Besigheim. Bei Honig wird zwischen Blüten- und Honigtauhonig unterschieden. Der Honigtauhonig wird im Gegensatz zu Blütenhonig aus den zuckerhaltigen und ballaststoffreichen Ausscheidungen von Pflanzenläusen wie zum Beispiel Blattläusen erzeugt. Dieser Honigtau wird von den Bienen auf Blättern von Ahorn, Linde, Birke, Eiche, Buche und anderen Gewächsen und vor allem auf Nadeln von Tanne, Kiefer sowie Fichte in Wäldern als klebrige Flüssigkeit gesammelt und zu sogenanntem Honigtauhonig verarbeitet. Blatthonig ist dabei der Honigtauhonig von Laubbäumen. Nur wenn dieser Honigtau von Bäumen aus einem Wald stammt und die Herkunft nicht überwiegend von einer Pflanzenart stammt, spricht man von Waldhonig. Stammt er überwiegend von Tannenbäumen, so wird er als Tannenhonig bezeichnet.

Für die Bienenvölker muss vor der „Wanderung“ jeweils ein Gesundheitszeugnis erstellt werden

„Um Waldhonig zu ernten, müssen unsere hiesigen Imker ihre Bienenvölker in den Schwarzwald oder in den Schwäbisch-Fränkischen Wald bringen“, teilt der Besigheimer Bezirksverein für Bienenzucht mit. Die Imker sprechen dann vom „Wandern“ ihrer Bienenvölker. Doch dies bedürfe einiger Voraussetzungen: „So müssen wir für diese Völker zunächst jeweils ein Gesundheitszeugnis durch den zuständigen Bienensachverständigen des Landratsamts erstellen lassen“, sagt Thomas Pulli vom Besigheimer Imkerverein mit. Auch müsse vor der Wanderung eine Abstimmung mit dem zuständigen Bienensachverständigen des Zielorts erfolgen sowie eine Erlaubnis des Grundstückseigentümers beziehungsweise des zuständigen Försters eingeholt werden.

Die Besigheimer Hobbyimker Holger Weidel und Dorothea Pulli sind Anfang Juli mit sechs Völker in den Nordschwarzwald bei Hirsau aufgewandert. Dieser Tage erfolgte nun die Abwanderung zurück nach Besigheim, wobei Dorothea Pulli aufgrund eines Unfalls durch ihren Mann Thomas sowie Ursula Weidel tatkräftig vertreten wurde. Die Wanderung erfolgt immer nachts beziehungsweise am späten Abend, da alle Bienen im Stock sein müssen.

Nun hoffen die beiden Besigheimer Imker auf eine gute Ausbeute mit wenig Melezitosehonig. Aber dies sei wieder ein anderes Kapitel ... (red)