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Bislang fanden Impfungen in 48 von 74 Pflegeheimen im Kreis Ludwigsburg statt

Insgesamt 7567 Menschen geimpft, davon zwei Drittel in Heimen – 118 Bewohner seit Beginn der Pandemie an oder mit Covid-19 gestorben

Wer in ein Alten- oder Pflegeheim einzieht, ist im Gegensatz zu den meisten Bewohnern noch nicht geimpft. Statt – wie vom Sozialministerium empfohlen – darauf zu warten, dass 15 neue Impflinge zusammenkommen, setzen die Betreiber auf die Hausärzte.Ar
Wer in ein Alten- oder Pflegeheim einzieht, ist im Gegensatz zu den meisten Bewohnern noch nicht geimpft. Statt – wie vom Sozialministerium empfohlen – darauf zu warten, dass 15 neue Impflinge zusammenkommen, setzen die Betreiber auf die Hausärzte. Foto: stock.adobe.com

Kreis Ludwigsburg. Die Impfungen gegen das Coronavirus kommen auch im Landkreis Ludwigsburg nur schleppend voran. Grund: die geringen Mengen an Impfstoff.

Wie viele Menschen sind im Kreis bislang geimpft worden?

Durch die mobilen Impfteams des Kreisimpfzentrums (KIZ) und des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) sind nach Auskunft des Landratsamtes und des RBK bislang insgesamt 7567 Menschen mit dem Wirkstoff von Biontech und Moderna versorgt worden. Davon haben 1410 sogar schon die Zweitimpfung erhalten.

Wie viele Heime sind seit Ende Dezember versorgt worden?

Bis zum 10. Februar waren dies 48 der kreisweit 74 stationären Alten- und Pflegeheime. 21 durch die mobilen Impfteams des Kreisimpfzentrums (KIZ) und 27 durch das Robert-Bosch-Krankenhaus. In 24 wurde auch schon die Zweitimpfung durchgeführt.

Bis wann sind alle Bewohner in den Heimen geimpft?

Das Robert-Bosch-Krankenhaus rechnet damit, dass bis zum 23. Februar alle Bewohner die Erstimpfung erhalten haben, die das auch wollen. Auch der Landkreis will bis Ende Februar mit den Impfungen durch sein.

Wie hoch ist die Impfbereitschaft unter den Bewohnern?

Laut Bosch-Krankenhaus liegt sie bei 80 bis 90 Prozent.

Wie hoch ist die Impfbereitschaft unter den Pflegenden?

Die Impfbereitschaft unter Pflegenden ist deutlich geringer und beträgt je nach Einrichtung 30 bis 50 Prozent.

Wie viel Impfstoff ist für den Kreis Ludwigsburg vorhanden?

Die Impfstoffknappheit ist nach wie vor gegeben. Am Mittwoch kam jedoch die Lieferung im KIZ für die nächsten zwei Wochen an. Zwischenzeitlich hat das Bosch-Krankenhaus auch den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca erhalten. Dieser wird seit gestern bei Impfungen für das Krankenhauspersonal eingesetzt. Mit dem Impfstoff von AstraZeneca habe man nun die Möglichkeit, noch mehr 18- bis 64-Jährige zu impfen, die mit höchster Priorität für eine Impfung gegen Covid-19 (Gruppe 1) anspruchsberechtigt sind. Dies führt folglich auch zu einer höheren Verfügbarkeit des Impfstoffs von Biontech und Moderna für Personen der Altersgruppe 80+.

Wurde auch schon in betreuten Wohnanlagen mit dem Impfen begonnen?

Laut Landratsamt ist das in zwölf Einrichtungen erfolgt. Allerdings hat das Impfen in den Pflegeheimen höchste Priorität. Es werden keine extra Termine für das Betreute Wohnen vergeben, um die Impfungen in den Heimen nicht zu verlangsamen.

Wie gehen die mobilen Impfteams vor?

Wenn am Impftag in der Pflegeeinrichtung noch freie Ressourcen bestehen, dann können Bewohner des Betreuten Wohnens am selben Tag zusätzlich geimpft werden. Es dürfen aber keine zusätzlichen Impftage geplant werden, um gegebenenfalls eine höhere Zahl an Bewohnern des Betreuten Wohnens impfen zu können. Vorteil dieser neuen Regelung ist, dass die Kapazitäten der mobilen Impfteams noch besser genutzt werden können. Der Nachteil ist, dass Hoffnungen auf eine Impfung geweckt werden, die die Impfteams nur zum Teil erfüllen können.

Wie viele Menschen sind bislang in Heimen an oder mit Covid-19 gestorben?

Von den 361 Todesfällen (Stand 10. Februar) im Kreis Ludwigsburg seit Beginn der Pandemie waren 118 Menschen in einem der Heime untergebracht. Auch wenn es zahlreiche Altenheime gibt, die noch keinen Todesfall zu beklagen haben, liegt der Anteil an der Gesamtzahl der Toten bei 32 Prozent. Das Sozialministerium hat dem SWR bestätigt, dass 40 Prozent der in der zweiten Corona-Welle seit Anfang Dezember verstorbenen Infizierten Bewohner von Alten- und Pflegeheimen waren.

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