Logo

Bürgerschenke

Bürgerschenke Benningen: Teure Küchensanierung steht an

Die Küche der Bürgerschenke ist ein Sanierungsfall. Pächter Eberhard Lenz hört zum Jahresende auf. Vor einer Neuverpachtung soll die Küche komplett modernisiert werden. Das könnte teuer werden, Bürgermeister Klaus Warthon nannte am Montagabend im Gemeinderat eine Summe von 700000 Euro.

Bürgerschenke-Pächter Eberhard Lenz hört zum Jahresende auf. Die Küche muss nächstes Jahr komplett modernisiert werden. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Bürgerschenke-Pächter Eberhard Lenz hört zum Jahresende auf. Die Küche muss nächstes Jahr komplett modernisiert werden. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Benningen. Die Beschlussvorlage der Verwaltung sah die Zustimmung des Gemeinderats zu einer Küchenplanung vor, die ein auf Großküchentechnik spezialisiertes Unternehmen im Auftrag der Kommune erstellt hat. Eine Kostenschätzung liegt bereits vor, demnach sind Kosten in Höhe von rund 380 000 Euro zu erwarten. Allerdings umfasst diese Summe neben den Küchenmöbeln lediglich eine Lüftungsdecke, den Einbau eines neuen Bodens, bewegliche Großgeräte und den Induktionskochblock. Hinzu kommen unter anderem bislang nicht bezifferbare Ausgaben für Elektrik, Gefrier- und Kühlhäuser, Estrich, Trockenbau, Sanitäreinrichtung sowie Fliesen- und Verputzarbeiten. Laut Bürgermeister Klaus Warthon finden derzeit Gespräche mit entsprechenden Anbietern statt.

Warthon nannte eine mögliche Gesamtinvestition von 700000 Euro, konnte angesichts der angespannten Situation im Handwerksgewerbe aber nicht versprechen, dass diese Summe am Ende tatsächlich ausreichen wird.

„Da graust es einen ein bisschen“, meinte SPD-Sprecher Manfred Meister. „Wir springen ins kalte Wasser und wissen nicht genau, was dabei rauskommt.“ Thomas Waldvogel (Freie Wählervereinigung) gab zu bedenken, dass die Zustimmung zur Küchenplanung einen unumkehrbaren Einstieg in eine Generalsanierung bedeuten würde. „Das ist schon ein bisschen riskant“, sagte Waldvogel und wollte vom Bürgermeister wissen: „Kommen wir mit einer Million Euro hin oder nicht?“ Warthon wollte sich nicht genau festlegen. Er sei sicher, dass eine Million Euro ausreichen werde, meinte der Bürgermeister, fügte aber hinzu: „Eventuell reden wir über die einen oder anderen Hunderttausend Euro mehr oder weniger.“ Dennoch warb Warthon dafür, die Modernisierung anzugehen. Es handele sich zwar um eine Freiwilligkeitsleistung der Gemeinde. Andererseits gebe es in Benningen nur wenige freiwillige Ausgaben von kommunaler Seite, und der Bedarf an Gastronomie in der Gemeindehalle sei gegeben. Und: Ohne umfassende Sanierung lasse sich nur schwer ein neuer Pächter finden. Der Gemeinderat hat einen eigenen Ausschuss gebildet, um die Suche zu beschleunigen. „Wenn wir einen Pächter finden wollen, müssen wir jetzt die richtigen Rahmenbedingungen setzen“, meinte Warthon.

Am Ende stimmte der Gemeinderat der Beschlussvorlage ohne Ausnahme zu. „Wir müssen ins Risiko gehen“, so Sozialdemokrat Meister, „keiner wird auf die Gastronomie in der Gemeindehalle verzichten wollen.“ Im Beschluss enthalten ist auch der Verzicht auf den Betrieb der Kegelbahn. „Eine Kegelbahn ist für einen Pächter heutzutage mehr Last als Lust“, sagte Warthon. Die frei werdenden Flächen könnten künftig von Verwaltung und Vereinen als Lager genutzt werden.

Die Gemeinde soll die Rück- und Umbauarbeiten jetzt ausschreiben und vergeben. Wann in der Bürgerschenke wieder Gäste bedient werden, ist noch nicht absehbar. „Keiner weiß, wie der zeitliche Ablauf über die Bühne geht“, so der Bürgermeister. Ob der anvisierte Eröffnungstermin zu Beginn des zweiten Quartals kommenden Jahres eingehalten wird, könne aus heutiger Sicht nicht garantiert werden, ist in der Beschlussvorlage zu lesen.

Autor: