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Bundestagswahl

CDU-Kandidaten stehen schon fest

Union nominiert Staatssekretär Steffen Bilger und den Noch-Landtagsabgeordneten Fabian Gramling – Große Zustimmung

Peilt vierte Legislatur an: Steffen Bilger. Foto: Ramona Theiss
Peilt vierte Legislatur an: Steffen Bilger. Foto: Ramona Theiss
Fabian Gramling (CDU)
Fabian Gramling (CDU) Foto: privat

Kreis Ludwigsburg. Noch sucht die CDU ihren Bundesvorsitzenden, die Union einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten, Frauen sind sowohl für die Merkel- als auch für die Kramp-Karrenbauer-Nachfolge nicht im Rennen. Doch im Kreis Ludwigsburg steht das Personaltableau der Christdemokraten für die Bundestagswahl in einem Jahr bereits fest – und auch hier ist es rein männlich: Im Wahlkreis Ludwigsburg tritt erneut Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger an, im Wahlkreis Neckar-Zaber soll der Noch-Landtagsabgeordnete Fabian Gramling im Herbst 2021 das Direktmandat von Eberhard Gienger verteidigen.

Dass die CDU in Kreis und Region schon jetzt in den Wahlkampf-Modus hochschalten will, verdeutlichte bei Bilgers Nominierung am Freitagabend in Gerlingen der CDU-Kreisvorsitzende Rainer Wieland. Die Partei müsse auch im Umland für einen CDU-Sieg bei der Stuttgarter OB-Wahl im November werben, sagte der Vizepräsident des Europaparlaments – „um diesen Schwung“ in die Wahlkämpfe zur Landtagswahl im Frühjahr und zur Bundestagswahl im Herbst 2021 mitnehmen zu können.

Bilger, der den Wahlkreis Ludwigsburg – die Südhälfte des Landkreises plus Weissach – seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter in Berlin vertritt, hatte am Freitagabend keinen parteiinternen Kontrahenten. Der 41-Jährige stellte seine Tätigkeit als Staatssekretär in den Mittelpunkt seiner Bewerbungsrede: Er habe in seinem Amt auch für seinen Wahlkreis vieles bewirken können, sagte Bilger: „Fast jede Kommune“ habe Fördermittel des Verkehrsministeriums erhalten. Er verwies zudem auf die Sanierungen der Gumpenbachbrücke an der B27 bei Kornwestheim sowie der Egelseebrücke in Vaihingen an der B10 oder den geplanten Radschnellweg Waiblingen-Ludwigsburg. Auch das Projekt der Ortsumfahrung für Enzweihingen, das die Grünen jahrelang verzögert hätten, komme jetzt in Gang, die Gefahr von Feinstaub-Fahrverboten in Ludwigsburg sei aus seiner Sicht vom Tisch.

Auf eine Aussprache verzichtete die CDU-Basis in Gerlingen, die Pannen von Bilgers Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) blieben unerwähnt. Der Staatssekretär erhielt schließlich 77 von 80 abgegebenen Stimmen: Bei einem Nein und zwei Enthaltungen war das ein Vertrauensvotum von 98,7 Prozent.

Bereits zwei Tage zuvor war in Neckarwestheim Fabian Gramling als CDU-Kandidat im Wahlkreis Neckar-Zaber nominiert worden, zu dem die Nordhälfte des Landkreises Ludwigsburg und der Süden des Landkreises Heilbronn gehören. Der Noch-Landtagsabgeordnete aus Bietigheim soll in Berlin die Nachfolge von Eberhard Gienger antreten, der sich aus der aktiven Politik zurückzieht. Gramling, der als Landesparlamentarier öffentlich öfter durch Attacken auf den grünen Koalitionspartner und vornehmlich auf Verkehrsminister Winfried Hermann auffiel, legte den Fokus seiner Rede auf die Wirtschaftspolitik. Er warb für Digitalisierung und „Technologieoffenheit“: „Ein nachhaltiges Morgen gestalten wir nicht, indem wir verbieten, sondern indem wir ermöglichen.“ Auch Gramling hatte keinen Gegenkandidaten. Auf ihn entfielen 93 von 106 abgegebenen Stimmen – ein Anteil von 87,7 Prozent.

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