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Corona: Pflegeheime im Kreis Ludwigsburg verzeichnen hohe Boosterquote bei Bewohnern

In Pflegeheimen im Landkreis Ludwigsburg werden die ersten Bewohner bereits zum vierten Mal geimpft. Foto: Matthias Bein/dpa
In Pflegeheimen im Landkreis Ludwigsburg werden die ersten Bewohner bereits zum vierten Mal geimpft. Foto: Matthias Bein/dpa
Auch wenn in manchen Pflegeheimen im Land die Quote bei den Boosterimpfungen sehr niedrig ist, geht der Landkreis Ludwigsburg mit gutem Beispiel voran. In den Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung sowie in den Kleeblatt-Pflegeheimen haben 85 bis 90 Prozent der Bewohner bereits ihre dritte Impfung erhalten.

Kreis Ludwigsburg. Die Omikron-Welle schwappt derzeit über zahlreiche Kleeblatt-Pflegeheime. So haben sich in Großbottwar 20 von 23 Bewohnern mit der hochansteckenden Mutante infiziert. In Steinheim sind es 21 von 26 und in Erdmannhausen 15 von 25 Bewohnern. Das berichtete gestern Geschäftsführer Stefan Ebert. Er ist im Kreis für 26 Häuser und vier Tagespflegen verantwortlich und befindet sich zurzeit daheim in Quarantäne, weil er selbst ebenfalls an Covid-19 erkrankt ist. „Da sieht man, wie hochansteckend das Virus ist und wie wichtig die Boosterimpfungen sind“, sagte Ebert im Gespräch mit unserer Zeitung.

88 Prozent der Bewohner in Kleeblattheimen geboostert

Laut seiner Februar-Statistik sind 570 von 650 Bewohnern der Kleeblattheime im Kreis – also knapp 88 Prozent – geboostert. „Wir sind da super unterwegs und haben sogar schon mit den Viertimpfungen begonnen“, so Ebert. „Wir legen großen Wert auf die Impfungen, ohne die es zu schweren Verläufen kommen würde.“ Deshalb seien die vielen Bewohner, die in den vergangenen Wochen in Kontakt mit dem Coronavirus gekommen sind, glimpflich davongekommen. Sie hätten in aller Regel Erkältungssymptome gehabt und die Infektion gut überstanden. Bei wenigen Personen mit bestimmten Vorerkrankungen und einem schlechten Allgemeinzustand sei es dagegen zu Krankenhausaufenthalten und Todesfällen gekommen.

„Gott sei Dank gibt es die Impfung“, sagt der Kleeblatt-Geschäftsführer. Um dafür zu werben, spreche man freilich auch die derzeit 47 ungeimpften Bewohner an, die noch selbstorientiert sind. Doch die meisten von ihnen geben an, lieber an dem Coronavirus zu sterben, als sich ein Vakzin verabreichen zu lassen. Deswegen hoffe er bei diesen Personen auch nicht auf einen Durchbruch mit dem Novavax-Impfstoff. Dagegen haben laut Ebert drei Mitarbeiter Interesse daran gezeigt. Im Moment gelten 98 Prozent des Personals als geimpft oder genesen.

Zweitimpfquote bei der Heimstiftung über 90 Prozent

Laut Dr. Alexandra Heizereder, Pressesprecherin der Evangelischen Heimstiftung, sind von den aktuell rund 650 Bewohnern der elf Einrichtungen im Kreis etwa 85 bis 90 Prozent geboostert. Sie folgen damit dem Trend aller anderen Häuser der Heimstiftungs-Gesellschaft im Land. „Das ist ein guter Wert“, freut sich Heizereder. Die Zweitimpfquote liege sogar bei über 90 Prozent. Wenn Bewohner ihre dritte Impfung noch nicht erhalten haben, so habe das in erster Linie medizinische Gründe oder sie seien vor dem Booster an Covid-19 erkrankt und gelten jetzt erst mal als genesen. Zudem hätten manche Bewohner erst spät ihre Zweitimpfung erhalten, weshalb sie jetzt noch auf den Booster warten müssen. Andere hätten dagegen – wie auch in einigen Kleeblattheimen – bereits ihre vierte Impfung erhalten. Novavax sei daher bei den Bewohnern kein Thema. „Hier haben wir nur für Mitarbeiter Termine angeboten“, sagt Pressesprecherin Heizereder. Auch in diesem Bereich sieht sich die Heimstiftung gut aufgestellt: Gut 95 Prozent der Beschäftigten sind laut Heizereder durchgeimpft.

Hinsichtlich der Erkrankungen von Bewohnern gibt sie ebenfalls Entwarnung: „Wir haben einzelne Infizierte in einigen wenigen Einrichtungen.“ Landesweit sei in den Häusern der Heimstiftung die Omikron-Welle schon zu spüren, „auch wenn es keine schweren Verläufe gibt“.