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Gerlingen

Coronavirus: Zweiter Fall im Landkreis

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Kreis Ludwigsburg. Der Kreis Ludwigsburg hat seit Dienstagnachmittag seinen zweiten Corona-Fall: Der Verdacht auf eine Infektion mit dem Covid-19-Virus wurde bei einem 45-jährigen Mann aus Gerlingen bestätigt. Er ist in der Chefetage eines großen Unternehmens im Kreis Heilbronn tätig und befindet sich derzeit mit seiner Familie – wie der Corona-Patient aus Benningen – in häuslicher Isolation.

Der Mann, ein Reiserückkehrer aus Südtirol, hatte sich zuvor seinem Hausarzt wegen eines leichten grippalen Infekts vorgestellt. Seine Frau und die beiden Töchter wurden negativ auf das Virus getestet. Die Töchter sind seit der Rückkehr der Familie noch nicht wieder in der Schule gewesen, weshalb der Unterricht in Gerlingen heute wie gewohnt stattfinden wird. Das Testergebnis für eine ebenfalls im Haus lebende Au-pair-Kraft, die nicht mit der Familie verreist war, stand gestern noch aus. Südtirol gehört bislang noch nicht zu den vom Robert-Koch-Institut identifizierten Krisenregionen in Norditalien.

Die Erkrankung des Patienten aus Gerlingen ändere nichts an der Gesamteinschätzung für den Landkreis, sagt dessen Gesundheitsdezernent Dr. Thomas Schönauer. „Wir reden von einer Krankheit, die einer starken Grippe ähnelt. Die Sterblichkeit ist in Europa bisher äußerst gering.“ Es genüge, die bekannten Hygieneregeln einzuhalten und größere Menschenansammlungen zu meiden. Für heute hat der Landkreis eine Pressekonferenz mit Schönauer, Landrat Dietmar Allgaier und dem Geschäftsführer der Regionalen Kliniken Holding, Professor Dr. Jörg Martin, angekündigt. Unterdessen mehren sich die Absagen öffentlicher Veranstaltungen. So haben gestern die Ellental-Gymnasien in Bietigheim-Bissingen ihren für Samstag geplanten Tag der offenen Tür abgeblasen. Auch die Regionale Kliniken Holding sagt alle Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen ab und schickt Beschäftigte, die aus dem Urlaub in einem Krisengebiet zurückkehren, vorerst wieder nach Hause. (pro)