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Sanierungsfall

Dach undicht: Im Hallenbad plätschert‘s auch von oben

Rückenschwimmern kann es im städtischen Hallenbad auf die Nase tropfen: Das Dach ist offenbar nicht dicht. Das wurde dem Gemeinderatsausschuss für Kultur, Jugend und Sport berichtet. Außerdem, dass die Besucherzahlen leicht rückläufig sind.

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Das 43 Jahre alte Hallenbad muss saniert werden – wie lange das dauert und wie teuer das wird, ist derzeit unklar. Foto: Holm Wolschendorf

Gerlingen. Seit etwa einem Jahr plätschert es bereits von der Decke ins Becken. Die Ursache ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Ist es Schwitzwasser, das sich bei größeren Temperaturunterschieden zwischen der Schwimmhalle und der Außenluft bildet? Ist die alte, recht dünne Dämmschicht nie richtig ausgetrocknet und hat sich vollgesogen? Gibt es irgendwo ein bislang unentdecktes Leck? Jedenfalls stand das Wasser bei Probeöffnungen bis auf die Betondecke. Alles Fragen, die jetzt ein externer Bauphysiker beantworten soll.

Dabei sollte das Flachdach aus Edelstahl mit Begrünung und Photovoltaik-Anlage eine Lösung für die Ewigkeit sein. „Edelstahl hat uns hier kein Glück gebracht“, meint Ralf Schiebel von der Hochbauabteilung des Stadtbauamtes. Es müsse auch geprüft werden, wie sich Dachbegrünung und Solaranlage miteinander vertragen. Vielleicht müsse man sich künftig auch ganz vom Flachdach verabschieden, damit sich das Wasser erst gar nicht stauen kann.

Die Reparatur am 43 Jahre alten Hallenbad wird voraussichtlich richtig teuer werden. Denn mit Flickschusterei ist es wahrscheinlich nicht mehr getan. Vermutlich muss das komplette Dach auf einer Fläche zwischen 700 bis 1000 Quadratmetern bis auf die Rohbetondecke abgetragen und dann ganz neu aufgebaut werden. Die Kosten dafür können derzeit noch nicht annähernd geschätzt werden. „Aber es führt kein Weg daran vorbei“, meinte Bürgermeister Georg Brenner, „es muss einfach gemacht werden“.

Im Vergleich zu 2016 waren es voriges Jahr 3124 weniger Besucher im Gerlinger Hallenbad. Das ist ein Minus von 3,5 Prozent. „Einige Bäder in der Umgebung sind wieder aufgemacht worden“, erklärte Schwimmmeister Andreas Emele. Dazu sei eine Krankheitswelle gekommen, derentwegen die Zahl der Kursteilnehmer gesunken sei.

Außerdem würden Senioren wegbleiben, denen die 27 Grad Wassertemperatur zu wenig für Knochen und Blase seien. Eine Diskussion darüber, wie warm das Becken geheizt sein müsse, ließ Brenner nicht zu. „Man kann es nicht allen recht machen.“ Wo die einen noch frösteln, würden die sportlichen Schwimmer bereits schwitzen. Ein Mehrzweckbad erfordere eben Kompromisse. Erfreulich sei, so Emele, dass wöchentlich rund 300 Kinder an den teils externen Kursen teilnehmen und das Schwimmen lernen würden. Sein Fazit: „Wir haben keinen Grund zu klagen.“