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Notre-Dame

Das große Problem ist die Höhe

Der Brand von Notre-Dame hat auch die Feuerwehren hierzulande beschäftigt. Kreisbrandmeister Andy Dorroch spricht von einem sehr konsequenten und energischen Vorgehen der Feuerwehr in Paris. Vergleichbar mit Einsätzen im Landkreis sei dieser Großbrand jedoch nicht.

„Der Einsatz im Innern ist wichtig“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch auch mit Blick auf den Brand in Notre-Dame.Foto: dpa/Benoid Mosa
„Der Einsatz im Innern ist wichtig“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch auch mit Blick auf den Brand in Notre-Dame. Foto: dpa/Benoid Mosa
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Kreis Ludwigsburg. Etwa 400 Feuerwehrleute waren in der französischen Hauptstadt im Einsatz, zunächst aus dem Stadtgebiet und später aus der ganzen Region. Sie arbeiteten mit insgesamt 18 Wasserwerfern, deren Einsatz aber zunächst wenig bewirkte, da der Wasserstrahl jeweils kaum bis aufs Dach hinaufreichte. Vor allem die Turmspitze in 93 Metern Höhe blieb unerreichbar.

Die Feuerwehr arbeitete auch mit höhenverstellbaren Steigern, doch deren Maximalhöhe reichte nicht bis an das Dach heran. Die Reichweite des Wasserstrahls ist ebenfalls begrenzt. Sie lässt sich zwar durch einen erhöhten Wasserdruck vergrößern, doch je größer der Druck in den Schläuchen, desto schwieriger sind sie zu manövrieren.

„Versuchen Sie mal, einen Großbrand in 69 Metern Höhe aus 30 Metern zu löschen“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Es sei jedoch schwierig, den Einsatz in Paris aus der Ferne zu bewerten. Nach allem, was er wisse, sei der Einsatz jedoch optimal gelaufen, sagt Dorroch. Die Pariser Feuerwehr habe ganze Arbeit geleistet.

Der Pariser Einsatzleiter schickte auch Löschtrupps ins Innere der Kirche. Die Aufgabe dieser Feuerwehrleute bestand vor allem darin, Reliquien und Kunstwerke aus dem brennenden Gotteshaus zu retten. Er rief sie jedoch zurück, als sich abzeichnete, dass der Spitzturm einstürzen könnte. Stattdessen kam der ferngesteuerte Feuerwehrroboter Colossus zum Einsatz. Später sind noch einmal rund 20 Feuerwehrleute in die beiden Türme der Kathedrale gestiegen. Ihr Einsatz, so die Fachleute, habe das Gebäude gerettet.

Brände in großen Höhen zu löschen, sei für jede Feuerwehr eine Herausforderung, betont Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Mit Drehleitern sei da meist wenig zu machen. Den Kreisfeuerwehren stehe ein 50-Meter-Teleskopmast der Werksfeuerwehr von Bosch zur Verfügung, der beim Großbrand in Remseck zum Einsatz gekommen sei.

Für Dorroch ist klar, dass versucht werden müsse, im Innern des betroffenen Gebäudes gegen die Flammen vorzugehen. Das sei zwar ein hohes Risiko und erfordere viel Mut. Aber nur so lasse sich das Feuer unter Kontrolle bringen.

Im Landkreis gebe es für verschiedene historische Gebäude Einsatzpläne bei einen Brandfall. So beispielsweise fürs Ludwigsburger Schloss. Für Kirchen im Landkreis gebe es jedoch solche Pläne bisher nicht. So ein Szenario wie in Paris könne auch nicht geübt werden, ist sich Dorroch sicher.

Als mögliche Ursache für diese Tragödie gilt das Stromproblem. Das Feuer brach laut Presseberichten in Paris am Spitzturm der Kathedrale aus, der am Montagabend einstürzte. Der Brandherd habe sich nahe der Gründung der Konstruktion befunden.

Zuerst waren die Flammen im mittleren Bereich des Kirchenschiffs sichtbar, über der Vierung, dem Bereich, in dem Haupt- und Querschiff sich kreuzen. Das Dach der Kathedrale stammt aus dem 13. Jahrhundert und bestand aus Holzbalken. Diese jahrhundertealten und sehr trockenen Eichenbalken fingen sofort Feuer. Der Dachstuhl war dafür Hauptnahrung.

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