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Dem Spargel fehlt noch die Temperatur

Liebstes Frühlingsgemüse der Deutschen – Bisher keine höheren Preise geplant – Schutz vor Krebs

Weißen und grünen Spargel gibt es zurzeit auf dem Markt.Foto: stock.adobe
Weißen und grünen Spargel gibt es zurzeit auf dem Markt. Foto: stock.adobe

Kreis Ludwigsburg. Die Spargelbauer sind aktuell in unüblicher Kleidung unterwegs – mindestens eine Fleecejacke, manchmal auch eine lange Unterhose. Der Grund: Morgens ist es noch empfindlich kalt auf den Feldern. „Da hatten wir es manchmal an Weihnachten schon wärmer. Die Temperaturen sind viel zu kalt, das tut dem Spargel und den Erdbeeren nicht gut“, sagt Jens Eisenmann von dem gleichnamigen Obstbauunternehmen in Rielingshausen.

Er wolle nicht klagen, die Qualität bei Spargel würde stimmen, denn die Stangen seien von der Bodentemperatur abhängig. Das könne über die Folienabdeckung gesteuert werden. Es fehle zwar an der Menge, doch der Spargel sei sehr gleichmäßig und gut.

Konstanter Preis

Anders sieht es bei den Erdbeeren aus. Bisher gibt es die roten Früchte lediglich aus dem sogenannten Folientunnel. „Normalerweise kommen jetzt die Freiland-Erdbeeren. Doch das wird wohl noch ein paar Wochen dauern. Die Leute müssen eben ein wenig geduldig sein“, so Jens Eisenmann.

Die Preise für die Produkte sind hingegen recht konstant. Die beste Spargelsorte kostet bei Eisenmann unter zehn Euro. Das sei der auch in anderen Jahren der übliche Preis. Anders sieht es bei den Erdbeeren aus, sie stecken noch immer beim Anfangspreis von 4,80 Euro.

Auch Frank Scheuler schimpft auf das Wetter: „Die Temperaturen lassen in diesem Jahr wirklich zu wünschen übrig. Das ist nicht gut. Wir sind über eine Woche der Zeit hinterher.“ Sein Betrieb baut in Löchgau und Münchingen auf 80 Hektar Spargel an und auf sieben Hektar Erdbeeren. Mit dem Personal habe er keine Probleme, die meisten Leute seien schon da, allein, es fehlt an Arbeit. Bei der Bezahlung habe er noch nie gespart. „Der Mindestlohn war bei uns noch nie ein Thema, wir haben schon immer deutlich mehr gezahlt.“

Derzeit haben die weißen oder auch grünen Stangen Hochsaison und sind fast auf ihrem Höhepunkt angekommen. „Für die Fangemeinde heißt es darum jetzt zugreifen und so oft wie möglich in den unterschiedlichsten Variationen genießen“, empfiehlt Dr. Anja Luci, Ernährungsexpertin der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). „Denn die Saison endet bereits am 24. Juni, dem Johannistag.“

Spargel ist ein echtes Multitalent in Sachen Gesundheit. „Laut einer amerikanischen Studie wirkt Spargel antioxidativ, immunstimulierend, antientzündlich sowie antibakteriell“, sagt Luci. Mit nur 90 Kilokalorien pro 500 Gramm ist er praktisch fettfrei, hat wenig Kohlenhydrate und ist reich an Mineralien wie Kalium, Eisen, Magnesium und Zink.

Gesundes Gemüse

Ein besonderer Trumpf sind die bioaktiven Substanzen im Spargel. Sie können laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vor Krebs schützen. Hinzu kommt der hohe Gehalt an verdauungsfördernden Ballaststoffen.

Anja Luci: „Aus Ernährungssicht wird es erst kritisch, wenn große Mengen Sauce Hollandaise, zerlassene Butter und das eine oder andere Schnitzel zum Spargel auf dem Teller landen.“ Und: Wer an einer chronischen Nierenerkrankung leidet oder zu Nierensteinen neigt, sollte Spargel nur in Maßen verzehren. Da das Gemüse entwässernd wirkt, werden die Nieren stark beansprucht.

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