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Sanierung

Der Mäuseturm wird endlich renoviert

Gemeinderäte stimmen mit knapper Mehrheit dafür – Konzept für Nutzung soll erarbeitet werden

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Der Mäuseturm könnte künftig als Ausgangspunkt für Ortsrundgänge in Freudental dienen. Archivfoto: Alfred Drossel

Freudental. Der Freudentaler Mäuseturm war jahrelang das Sorgenkind der Kommune, lange wurde überlegt, was mit ihm passieren soll. Nun beschloss der Gemeinderat, dass sich endlich etwas tut: Der Turm soll saniert werden. Zudem wird ein Konzept zur späteren Nutzung erarbeitet.

Einst gab es in Freudental nicht nur eins, sondern gleich vier Schlösser. Die Gemeinde war für Adlige eine gern frequentierte Sommerresidenz. Aus dieser Zeit stammt auch der heute noch erhaltene Mäuseturm, ein Überbleibsel des „Schloss mitten im Dorf“. Lange wurde darum gerungen, ob man das Gemäuer renovieren soll und welchen Zweck es danach erfüllt.

Nun ist der Gemeinderat zu einer Entscheidung gekommen: Bald wird ein Angebot von Unternehmen eingeholt, die dem alten Turm neues Leben einhauchen sollen. Zudem soll ein Nutzungskonzept erstellt werden. Der Rat könnte sich vorstellen, dass der Mäuseturm Ausgangspunkt eines Ortsrundgangs für Touristen wird.

Der Weg zu dieser Entscheidung war jedoch steinig. Schon vor vier Jahren wurden Risse im Mauerwerk festgestellt und das Dach beschädigt ist. Die Kostenanalyse ergab damals 110 000 Euro. Grünes Licht gab es kurz danach vom Landratsamt und der unteren Denkmalschutzbehörde. Im Jahr 2014 stellte die Verwaltung einen Förderantrag. Die 2015 bewilligten Mittel beliefen sich auf 22 850 Euro. Ein Jahr später beriet der Gemeinderat erneut über die Sanierung. Damals stellte er das Projekt zurück, um weitere Fördermöglichkeiten zu prüfen. Allerdings gab es auch die Überlegungen, den Turm einfach weiter verfallen zu lassen – doch da legte der Denkmalschutz sein Veto ein.

Mittlerweile hat die Gemeinde, wie berichtet, weitere Fördermittel erhalten – 25 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Von den Gesamtkosten für die Sanierung müsste Freudental deshalb nur rund 21 130 Euro bezahlen, rund 31 700 Euro kämen vom Land dazu, so Fleig. Dennoch war der Gemeinderat nur knapp überzeugt: Die Verwaltung veranlasste mit fünf Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen und zwei Gegenstimmen die weiteren Maßnahmen zur Sanierung.

Da die erste Analyse von 2013 stammt, fragt das Rathaus nun beim Ingenieurbüro Grau nochmals wegen der Kostenanalyse an. „Die Zahlen sind ja alle schon vier Jahre alt“, meinte Bürgermeister Fleig. Im Oktober gibt es einen Bau- und Ausschreibebeschluss, die Arbeiten werden voraussichtlich im Dezember vergeben. Die Renovierung soll dann im Jahr 2018 stattfinden. Allerdings ist der genaue Zeitraum in der Ausschreibung noch nicht terminiert.