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Hobby

Der Tüftler und seine skurile Marsspinne

Handwerker und Künstler: Zeljko Hanzek liebt seine Fantasiefahrzeuge – Schrottteile werden zum Heimtrainer – Nicht alle Geräte können sich bewegen

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Ein stolzer Tüftler: Zeljko Hanzek und seine Marsspinne. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissngen. Zeljko Hanzek macht es Spaß, die Dinge zu verändern. Er macht das bereits seit vielen Jahren. Dazu braucht man schon jede Menge Ideen und diese liefern ihm die Fundstücke ganz automatisch durch ihre Formen. Jetzt hat der pensionierte Unternehmer zwei neue Fahrzeuge zusammengeschraubt. Eines davon kann als Heimtrainer eingesetzt werden und sorgt so für Fitness im Hause Hanzek.

Im Garten, mitten im Gewerbegebiet Büttenwiesen in Bietigheim, steht ein außergewöhnliches Fahrzeug. Der Konstruktion liegt ein landwirtschaftlicher Heuwender zugrunde. Der 71-jährige Zeljko Hanzek hat dieses Gerät gebaut. Es hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er anschließend gleich zwei weitere Ideen umgesetzt hat.

Konstruktionspläne braucht er dazu nicht. Der Tüftler baut gerade so, wie es ihm gefällt und wie alles zusammenpasst. Es muss sich etwas bewegen oder drehen und es muss witzig aussehen. Der nüchtern aussehene Heimtrainer erfuhr so manche Neukonstruktion. Die Funktion des Sportgerätes wurde dabei sogar noch erweitert.

Ein Sportsitz, große, von landwirtschaftlichen Geräten stammende Räder, Scheinwerfer und eine simulierte Hupe, täuschen ein Fahrzeug vor. Tatsächlich aber fährt das Gerät überhaupt nicht. Hanzek bringt das Sportgerät in ganz andere Bewegungen. Es hat eine schwere Langhantel an Bord zur Stärkung der Armmuskulatur. Seinen Platz hat das höchst dekorative Stück im Wintergarten gefunden. Nicht abgeneigt wäre er, wie er betont, seine Konstruktion als Dekorationsstück einem Fitnesscenter zur Verfügung zu stellen.

Hanzek ist Handwerker und Künstler zugleich. Und zwar einer, der vor allem mit Weggeworfenem arbeitet. Mit dem, was für andere nutzlos geworden ist. Das kann mal ein abgefahrener Reifen oder auch eine kaputte Satellitenschüssel sein. Vor allem aber verarbeitet der 71-Jährige Metallteile. Dabei setzt er die Fundstücke in einen ganz neuen Zusammenhang, kreiert aus ihnen etwas Neues. Bierfässer werden zu Rädern, ein Gartenfräsemotor zum Antrieb. „Mein Ziel ist es, die Stücke in einem anderen Sinn erscheinen zu lassen“, sagt er. Wenn er dadurch den Betrachter zum Staunen bringt – dann sei das ein Erfolg. „Oft kommt es zum Aha-Effekt. Dann sagen die Leute plötzlich: Das war ja ursprünglich etwas ganz anderes.“

Dem neuen Fahrzeug hat Zeljko Hanzek den Namen „Marsspinne“ gegeben. Es hätte aber auch Mondauto heißen können. Bei der Arbeit in seiner Werkstatt setzt der Tüftler seine Philosophie um: Bewegung in der schönsten Form.

Die „Marsspinne“ fährt auch. Allerdings nur ganz langsam auf dem Hof. Die Bremse wirkt auf den Boden. „Für mich ist das ein schönes Gefühl, wenn sich das Fahrzeug in Bewegung setzt“, freut sich Hanzek und zeigt das Beiwerk an den großen Rädern.

Der Bietigheimer Tüftler sieht in seiner Arbeit eine sinnvolle Betätigung. Nachdem er den Betrieb seiner Tochter und dem Schwiegersohn übergeben hat, sieht er darin eine neue Aufgabe. Nach dem Tod seiner Frau ist das Basteln für ihn auch Ablenkung. Für die „Marsspinne“ hat der Tüftler schon einen Platz im Garten ausgemacht. Und es ist nicht auszuschließen, dass das „Mobil“ weiteren Zuwachs bekommen. An Ideen mangelt es Zeljko Hanzek jedenfalls nicht.