Kreis Ludwigsburg. In den letzten zwei Wochen häuften sich die Mitteilungen über sogenannte Schockanrufe in den Kreisen Ludwigsburg und Böblingen; für beide Landkreise ist das Polizeipräsidium Ludwigsburg zuständig.
Diese Storys erzählen die Täter
Dabei meldeten sich angebliche Polizeibeamtinnen oder -beamte per Telefon und gaben vor, nahe Familienangehörige hätten einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem andere Personen tödlich verunglückt seien. Die jeweiligen „Unfallverursacher“ müssten nun in Untersuchungshaft, sofern nicht eine höhere fünfstellige Summe bar als Kaution bezahlt oder alternativ Goldmünzen, Schmuck und ähnliche Wertsachen hinterlegt würden.
In anderen Fällen gaben sich die Anrufer als Bankmitarbeiter aus und gaben vor, dass auf den Konten der kontaktierten Personen verdächtige Abbuchungen stattgefunden hätten oder die Angerufenen Opfer eines Hackerangriffs geworden seien. Um dies zu beheben, forderten die Anrufer Zugriff auf das Online-Banking. Anschließend wurden von den Betrügern diverse Überweisungen von den Konten der Opfer getätigt.
Außerdem gaben sich Täter, als angebliche Ärzte aus und versuchten, die Angerufenen unter Druck zu setzen, indem sie vortäuschten, dass ein naher Angehöriger dringend Medikamente bräuchte. Die kontaktierte Person solle diese bezahlen.
Sieben Fälle wurden angezeigt
Zwischen dem 15. und dem 23. Juni wurden laut Mitteilung der Polizei sieben Straftaten angezeigt. Die Zahl der tatsächlich erfolgten Schockanrufe dürfte erfahrungsgemäß weit höher liegen. Viele Angerufene durchschauen die von den Betrügern genutzten Maschen sehr schnell und beenden das Gespräch, so die Polizei.
In einem Fall, der sich in Schwieberdingen ereignete, gab sich ein Unbekannter gegenüber einer Seniorin am Telefon als Arzt aus. Der Täter setzte sein Opfer so unter Druck, dass die Frau Schmuck im Wert von circa 80.000 Euro zur Verfügung stellte. Der Schmuck wurde von einer Frau abgeholt. Die Geschädigte stellte den Betrug erst am nächsten Tag fest, als sie einen Krankenbesuch machen wollte.
In den anderen Fällen, bei denen es zu einem Vermögensschaden von insgesamt rund 200.000 Euro kam, hatten Unbekannte sich am Telefon als Bankmitarbeiter ausgegeben. In zwei Fällen, in Korntal-Münchingen und Freiberg, wurde von den Opfern Zugriff auf das Online-Banking gewährt und von den Tätern mehrere Überweisungen getätigt.


