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Domertaldurchlass in Kornwestheim soll durch intelligentes Lichtkonzept sicherer werden

LED-Lampen bringen Licht ins Dunkel

Die letzten Leuchten im Domertaldurchlass sind montiert. Foto: Ramona Theiss
Die letzten Leuchten im Domertaldurchlass sind montiert. Foto: Ramona Theiss

Kornwestheim. Ein Licht im Tunnel zeichnet sich ab: Denn der Domertaldurchlass ist künftig beleuchtet. Das soll für mehr Verkehrssicherheit an der Stichstraße vom Kornwestheimer Gewerbegebiet Nord in Richtung Ludwigsburg sorgen.

Schon jetzt ist der Durchlass Teil eines ausgewiesenen interkommunalen Radwegs von der Solitudeallee in Richtung Grünbühl und Pattonville. Auch von Schülern des Schulzentrums am Römerhügel wird die Stichstraße genutzt.

In Zukunft wird der Weg, über den 19 Gleise führen, noch mehr an Bedeutung gewinnen. Und zwar dann, wenn der Wüstenrot-Radweg entlang der Ludwigsburger Straße von der Bausparkasse in die Kornwestheimer City gebaut ist. Außerdem verläuft hier eine mögliche Trasse für den Radschnellweg von Bietigheim nach Stuttgart. Die Domertalstraße ist außerdem nur eine von fünf Verbindungen in der gesamten Stadt, die die Bahnlinie für den Verkehr durchlässig macht.

Allerdings ist die Unterführung nicht ungefährlich. Vor ein paar Jahren kam hier ein Radler ums Leben. Ein Autofahrer war von der Sonne stark geblendet und hat das Pedelec übersehen. Den Sturz nach dem Zusammenstoß überlebte der Radfahrer nicht. Die vorherrschenden Lichtkontraste werden nun durch ein intelligentes Lichtkonzept entschärft. Es ist auch tagsüber aktiv. Darüber hinaus ließ die Bahn 2020 den Wildwuchs entlang der Strecke roden.

Weder Straße noch Gehwege können an der Stelle allerdings verbreitert werden. Mehr als zwei Pkw kommen auch künftig nicht aneinander vorbei. Deshalb bleibt auch das Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und Transporter, die höher sind als vier Meter, bestehen, versichert der Erste Bürgermeister Daniel Güthler.

Am Mittwoch wurden die letzten LED-Leuchten an den insgesamt vier Brückenbauwerken installiert. Die sechs Energiesparlampen sind so dimensioniert, dass sie die 300 Meter lange Strecke gleichmäßig ausleuchten und sich den jeweiligen Lichtverhältnissen selbstregelnd anpassen.

Das bezahlen die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Inklusive Stromversorgung kostet diese Aktion gut 30000 Euro.

Dieses Projekt nutzt die Stadt Kornwestheim, um auch der Taubenplage Herr zu werden. Die Widerlager der Brückenbauwerke seien beliebte Brutplätze, weil sie geschützt und trocken sind, erklärt der Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Grünflächen, Dirk Maisenhölder. Der Kot der Vögel schädige auf Dauer die Bausubstanz und treffe auch so manche Passanten. Also wurden die Schlupflöcher mit Lochblechen verblendet: Tauben vertreiben, Dreck ausräumen, Bleche drauf, Lampen dran dübeln und verkabeln. Im Anschluss daran folgt die Säuberung mit Hochdruckreinigern durch den Bauhof. 15000 Euro lässt die Stadt dafür springen.

Das hebt weder Optik noch Attraktivität, ist sich Güthler bewusst. Mit ein paar Eimern weißer Farbe könnte die Durchfahrt freundlicher gestaltet werden. Dann würden auch die Schmierereien und der grau-schwarze Teint verschwinden. Bei den schäbigen und alten Werbeplakaten sind ihm allerdings die Hände gebunden. Die Flächen, die niemandem wirklich ins Auge fallen, gehören nämlich der Bahn.

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