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Dorfladen hat Krise wohl überwunden

Umsätze haben sich stabilisiert – Mittagstisch geplant – Sorge wegen bevorstehender Baustelle

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Kirchheim. Herrschte im November noch Weltuntergangsstimmung, was das Fortbestehen des 2016 eröffneten Dorfladens in der Ortsmitte betraf, so dominiert bei den drei ehrenamtlichen Geschäftsführern nun Optimismus: „Den Dorfladen wird es weiter geben“, sagte Uwe Seibold am Montagabend vor einer Vielzahl Anteilseigner. Zwar sei man noch knapp in der Verlustzone – „wir sind bei der roten Null“ –, doch das Ziel sei in greifbarer Nähe. Allerdings dürfe das Engagement der Kirchheimer jetzt nicht nachlassen.

Dass die Stimmung der Geschäftsführer Seibold, Karen Bolkart und Helmut Mayer so gut war, war im November 2018 nicht zu erwarten. Damals drohte dem bürgerlichen Gemeinschaftsprojekt zum Jahresende das Aus – die Umsätze stagnierten. Die bevorstehende Schließung mobilisierte die Kundschaft. Die Umsätze stiegen. Das zeigten auch die Zahlen, die Mayer am Montagabend präsentierte: Lag der Umsatz im November 2017 noch bei rund 61.000 Euro, so waren es im November vergangenen Jahres mehr als 69.000 Euro. Auch im Dezember war ein Anstieg zu verzeichnen (73.900 statt 70.700 Euro).

Dass es sich dabei nicht um ein Strohfeuer handelte, belegt der Umsatz für die ersten beiden Monate 2019. Denn dieser ist im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gestiegen. „Wir sind nicht mehr weit vom Ziel weg“, sagte Helmut Mayer. Würde pro Einkauf etwas mehr als ein Euro zusätzlich ausgegeben, wäre alles im grünen Bereich. Bezogen auf die Marge, also die Gewinnspanne, sagte Seibold, es fehlten etwa 25 Cent. Der Dorfladen braucht laut Mayer 300 Kunden am Tag, die einen Umsatz von zehn Euro machten – „und die haben wir noch nicht ganz“.

Da die Situation nun besser ist, wollen die Geschäftsführer weitere Dinge anpacken. Mit Unterstützung von Edeka soll das Sortiment im Non-Food-Bereich erweitert werden. Karen Bolkart: „Was die Sortimentserweiterung generell betrifft, wären wir ganz dankbar, wenn wir Rückmeldungen von Kunden erhalten.“

Wie Seibold erklärte, wolle man langsam in das Thema Mittagstisch einsteigen. Das dürfte wohl auch die Arbeiter freuen, die in einigen Wochen gegenüber des Dorfladens im Einsatz sein werden. Wie mehrfach berichtet, soll dort ein neues Quartier entstehen. Dafür werden bestehende Häuser abgerissen. In der ohnehin recht engen Hauptstraße werde während der Bauphase dann vermutlich eine Einbahnstraßenregelung umgesetzt. „Die Baustelle macht uns ein bisschen Sorgen“, sagte Seibold. Schließlich wird sie wohl ein Jahr bestehen: „Es wäre der Super-GAU, wenn der Dorfladen dadurch beeinträchtigt wird – jetzt, wo wir auf der Zielgeraden sind.“ Man werde seitens der Kommune alles dafür tun, damit das Geschäft gut erreichbar bleibe. Das ist ganz im Sinne der Anteilseigner. „Es muss jedem klar sein, dass es enorme Anstrengungen braucht, damit das Tal nicht so tief wird“, sagte ein Mann. Gutes Durchhaltevermögen, auch seitens der Geschäftsführung, wünscht er sich.

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