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Oldtimer-Sternfahrt

Echte Begeisterung fürs Automobil

Mehr als 1000 historische Fahrzeuge rollen an: Saisonabschluss als liebgewonnene Tradition vor der Winterpause

Die 22-jährige Lydia Beringer hat den DKW 1001 S von ihrem Vater übernommen und ist öfters mit dem Oldtimer unterwegs.Foto: Alfred Drossel
Die 22-jährige Lydia Beringer hat den DKW 1001 S von ihrem Vater übernommen und ist öfters mit dem Oldtimer unterwegs. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-bissingen. Dieseldebatte hin und Elektroauto-Chaos her – Oldtimer haben immer Saison. Mehr als 1000 Freunde alter Autos aus der ganzen Region trafen sich gestern erstmals mit einer Sternfahrt zum Saisonabschluss auf dem Parkplatz des Einrichtungshauses Hofmeister. Jahrelang war das Breuningerland Ort dieser nostalgischen Autoschau.

Der Saisonabschluss sei „eine liebgewonnene Tradition vor der Winterpause“, sagt Karl-Ulrich Herrmann von Retro Promotion, der vor über 20 Jahren die weltgrößte Messe für Fahrkultur, die Retro Classic, ins Leben gerufen hatte. Herrmann: „Das Automobil hat unsere gesamte westliche Zivilisation geprägt und wird sie auch weiterhin prägen.“ Das Auto sei kein Museumsstück, sondern ein lebendiges Kulturgut.

Daher sei eine Präsentation von Autos bis zum Baujahr 1999 mehr als ein bunter Familiennachmittag, sondern fördere die Akzeptanz des historischen Automobils in der Öffentlichkeit. Der Reiz von Oldtimertreffen besteht für das Publikum darin, als schön empfundene alte Fahrzeuge zum Beispiel mit Chromzierrat und blank poliertem Lack zu sehen und um mit den Fahrern und Besitzern ins Gespräch zu kommen. Andreas Herrmann ist ganz begeistert von dem neuen Platz in Bietigheim. „Wir haben hier mehr Stellplätze und neue Möglichkeiten, auch für ein spezielles Kinderprogramm“, sagt er.

Beim Gang über den Parkplatz war Automobilgeschichte zu erleben. Die Oldtimer-Szene in Deutschland ist groß und vielfältig. Für fast alle Fahrzeuge, die Räder und einen Motor haben, gibt es Liebhaber. Viele waren gestern gekommen. Die Motorjournalisten Wilfried Steer und Detlef Kehl stellten die Fahrzeuge auf der Rampe in gewohnter Weise vor.

Der 75-jährige Heinrich Meister aus Steinheim hatte seine NSU Supermax aus dem Jahre 1958 aus der Garage geholt und sie in eine Reihe mit anderen Zweiradoldtimern gestellt. BMW-Isetta-Varianten standen neben unterschiedlichen VW-Bussen, einige mit voller Ausstattung als Campingbus. VW-Käfer mit Koffer auf dem Dach und Anhänger weckten Erinnerungen an den ersten Italien-Urlaub.

Die 22-jährige Lydia Beringer aus Neckarwestheim hat ihren DKW 1000 S von ihrem Vater übernommen. Auf der Hutablage war die Geschichte dieses Oldtimers zu lesen, der 1961 gebaut wurde und 6.620 Mark gekostet hat. Ralf Rösler aus Freiberg fuhr mit einem Velorex vor, einem aus der damaligen Tschechoslowakei stammenden Vehikel, das anstelle Blech, Leder als Karosserie hat.

Ein ausladender Amischlitten nahm gleich zwei Parkplätze ein und der 500er-Fiat daneben nur einen halben. Aufsehen erregten die russischen Wolgas und Moskwitsch, die sich als Polizeifahrzeuge mitsamt den Polizisten dazu präsentierten. Neu waren Mini-Hot-Rod-Fahrzeuge, die im Straßenverkehr zugelassen sind, aber eher wie Seifenkisten aussehen.

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