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Nahverkehr

Eckpunktepapier für bessere Busse

Mit eigenen Spuren und Vorfahrt an den Ampeln sollen die Busse im Kreis schneller werden. Das Landratsamt winkt jetzt mit Fördermitteln – los geht es im Bottwartal.

Busverkehr im Bottwartal: Immer wieder kommt es hier zu Verspätungen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Busverkehr im Bottwartal: Immer wieder kommt es hier zu Verspätungen. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Mit mäßigem Erfolg haben der Landkreis und die Kommunen im Bottwartal in den vergangenen Jahren versucht, die Linienbusse zu beschleunigen. Jetzt könnte endlich Bewegung in die Angelegenheit kommen. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistages hat beschlossen, den Fahrzeugen durch Software-Updates Vorfahrt an Ampeln in Marbach, Murr, Steinheim, Großbottwar, Oberstenfeld und Beilstein zu gewähren. Die Kosten in Höhe von gut 63.000 Euro trägt der Kreis praktischerweise gleich mit. „Die betroffenen Kommunen haben dem Vorhaben bereits zugestimmt“, sagte der Vizelandrat Jürgen Vogt im Ausschuss. Was jetzt noch fehlt, ist grünes Licht des Kreistags.

Der soll am 17. Juli den Weg für ein Eckpunktepapier frei machen, das die Förderung von Busbeschleunigungsprojekten grundsätzlich behandelt. „Der ÖPNV braucht bessere Rahmenbedingungen“, sagte etwa der Freie Wähler und Remsecker Bürgermeister Karl-Heinz Balzer im Ausschuss. „Nicht alles geht über die Schiene.“

Damit die Fahrzeuge nicht mehr so oft im Stau stehen, soll der Kreistag drei Prinzipien festlegen. Bei großen Bauprojekten, wie eigenen Busspuren zwischen Bietigheim und Löchgau oder Marbach und Murr, die auch vom Land bezuschusst werden, will das Landratsamt künftig 50 Prozent der kommunalen Kosten übernehmen. Zur Einordnung: Die Verbindung zwischen Marbach und Murr würde nach Angaben von Gutachtern mit etwa 1,3 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Des Weiteren ist geplant, auch kleinere Vorhaben wie die Software-Updates zu bezuschussen, die von den Förderkriterien des Landes nicht erfasst, aber trotzdem nachweislich wirksam sind. Bei Linienverkehren in den Großen Kreisstädten wäre das Landratsamt ebenfalls mit 50 Prozent im Boot. Bei überörtlichen Busverkehren übernimmt es die kommunalen Kosten komplett. „Mit der Umsetzung können die Pünktlichkeit sowie die Anschlüsse zu anderen Verkehrsmitteln gesichert, die Reisezeit verkürzt und der Fahrkomfort verbessert werden“, sagt Jürgen Vogt. Der Dezernent hofft darüber hinaus, dass schnellere und pünktlichere Umläufe dafür sorgen, dass der Kreis keine zusätzlichen Busse einsetzen muss. Und drittens kündigt der Vizelandrat an: „Da wir als Aufgabenträger für den Busverkehr ein großes Interesse an Busbeschleunigungsvorhaben haben, wollen wir uns auch an den Planungskosten beteiligen, wenn sie auch tatsächlich umgesetzt werden.“

Die CDU nennt das jetzt vorliegende Eckpunktepapier „großzügig“. Für die SPD ist es nach eigenen Angaben wichtig, dass der Kreis auch bei kleinen Projekten mitmacht, bei denen das Land keine Förderung gewährt. Die Bagatellgrenze liegt derzeit bei rund 100.000 Euro. Der Freie Wähler Balzer hofft nun auf „zahlreiche Anträge“. Nicht gedeckt von dem Eckpunktepapier ist allerdings der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen, die der Gesetzgeber fordert – und der in den Kommunen gerade unter Zeitdruck und mit großer Mühe umgesetzt wird. Das wollten die Linken wissen.

Im Bottwartal sollen sich die Busse künftig über GPS-Signale, die zum Beispiel von Smartphones bekannt sind, an den Steuerungsgeräten der Ampeln anmelden. Im Landratsamt geht man davon aus, dass die Fahrzeuge bis auf fünf Meter genau lokalisiert werden können.

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