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Bauarbeiten

Ehemalige Ziegelei wird abgerissen

Das Areal zwischen der Marien- und der Luisenstraße in Besigheim verändert sich. Das ehemalige Ziegelwerk mit seinem Schornstein wird abgerissen. Unter Denkmalschutz steht der Gebäudekomplex nicht.

Das ehemalige Ziegelwerk mit dem markanten Schornstein sowie das kleine gelbe Wohnhaus (links) gehören bald der Vergangenheit an.
Das ehemalige Ziegelwerk mit dem markanten Schornstein sowie das kleine gelbe Wohnhaus (links) gehören bald der Vergangenheit an.
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Besigheim. Ein letztes Mal streicht der Wind durch die Zweige der Birke, die in der Nähe des kleinen gelben, ehemaligen Wohnhauses steht. Dann umschließt der Greifer des Baggers den schlanken Stamm, zieht kräftig daran und mit einem letzten Ruck hat die Zange den hochgewachsenen Baum aus der Erde gerissen.

Im Hintergrund, direkt vor dem ehemaligen Ziegelwerk, schichtet ein weiterer Bagger Abfall zu einem Haufen auf. Ausrangierte Autoreifen, kaputte Stühle, Tische und Regale sowie Kartons sind zu erkennen, aber auch große weiße und verschlossene Säcke werden durch die Luft gehoben und gestapelt. Seit Montag haben auf dem Areal zwischen der Besigheimer Luisen- und Marienstraße Bauarbeiter, Bagger und Lastwagen das Sagen.

Auf Anfrage unserer Zeitung lässt die Geschäftsführung der Besigheimer Wohnbau Layher GmbH per E-Mail mitteilen, dass die „Abbrucharbeiten auf dem Ziegeleigelände angelaufen sind“. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Arbeiten etwa zwei Monate dauern. Es werde der „gesamte Gebäudekomplex der ehemaligen Ziegelei abgerissen, da dies aus technischen Gründen notwendig ist. Es bleiben also keine Teile stehen.“ Auf die Frage, was im Anschluss geplant und welche Bebauung vorgesehen sei, antwortet die Wohnbaufirma ähnlich wie bereits im Oktober 2019: „Darüber hinaus werden weitere Planungen mit der Verwaltung und dem Gemeinderat der Stadt Besigheim abgestimmt.“

Wie in unserer Zeitung berichtet, ist im Jahr 2002 der Betrieb im Ziegelwerk eingestellt worden. Lange waren dessen Verwaltungsgesellschaft und die Stadt über Entwicklung und Nutzung des Geländes in Gesprächen, bis es eben die Layher GmbH 2019 gekauft hatte. Der Gemeinderat stimmte damals dafür, ein Vorkaufsrecht für 3,3 Hektar des Areals zu erlassen. Dieses liegt zentrumsnah und ist auch vom Bahnhof nicht weit entfernt.

Auch eine Nachfrage beim Landratsamt Ludwigsburg belegt, dass „der Abbruch der Ziegelei nun freigegeben wurde“. Und wie schaut’s aus mit dem Denkmalschutz der mehr als 120 Jahre alten Ziegelhütte? Nachdem das Landesamt für Denkmalpflege die „Denkmaleigenschaft des ehemaligen Ziegelwerks verneint habe“ und die artenschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien, könne der Komplex abgerissen werden, teilt ein Kreishaussprecher mit. Nach wie vor von der Bautätigkeit ausgenommen sei hingegen die Lehmgrube, der bisher unbebaute Teil, betont der Sprecher. Sie befindet sich hinter dem Areal mit der ehemaligen Ziegelei und ist – wie berichtet – Lebensraum einer Vielzahl von besonders geschützten, zum Teil stark gefährdeten Wildbienenarten. „Dies ist durch Gutachten belegt“, sagt der Pressesprecher.

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