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Ehrung der Stadt Großbottwar für die Urgesteine Martin Klumpp und Willi Knorr

Bürgermeister Ralf Zimmermann (links) ehrte zahlreiche verdiente Bürger aus Großbottwar. Foto: Christiana Kunz
Bürgermeister Ralf Zimmermann (links) ehrte zahlreiche verdiente Bürger aus Großbottwar. Foto: Christiana Kunz
Auf vielfältige Weise sind und waren Martin Klumpp und Willi Knorr jahrzehntelang ehrenamtlich aktiv. Jetzt sind den beiden Großbottwarer Urgesteinen hierfür Ehrennadeln verliehen worden.

Großbottwar. „Ich habe bloß das getan, was vernünftig war“, sagt Martin Klumpp im Gespräch mit unserer Zeitung, auf seine Verdienste in den zurückliegenden Jahrzehnten angesprochen. Dass es doch etwas mehr gewesen sein muss, wofür der 94-Jährige sich in seinem langen Leben ehrenamtlich engagiert hat, zeigt die Verleihung der Ehrennadel der Stadt an ihn. Zumal die Auszeichnung nicht die erste ist, die er für sein Wirken erhalten hat, wie Bürgermeister Ralf Zimmermann in seiner Laudatio beim Ehrungstag der Stadt in der Winzerhäuser Kelter hervorhob. 1984 würdigte der Landkreis Klumpp nach 13 Jahren ehrenamtlichen Wirkens als Kreisrat. Fünf Jahre lang saß er zudem in den 1980er Jahren für die SPD im Großbottwarer Gemeinderat, die letzten Jahre als Fraktionsvorsitzender und zuvor als Stellvertreter. Nach seinem Parteieintritt 1970 hatte er viele Jahre den ersten Vorsitz im Großbottwarer SPD-Ortsverein inne. 2013 bedachten ihn seine Genossen mit der Willy-Brand-Medaille.

„Ich habe in Großbottwar gar nicht so viel gemacht“, meint Klumpp bezogen auf seine vergleichsweise kurze Zeit im Stadtparlament, in dem er nur für einen Parteigenossen eingesprungen sei. Dass es ihn im Gemeinderat „nicht so lange gehalten hat“ wie im Kreisrat, wie es Zimmermann nannte, sei nicht fehlendem Interesse an seiner Heimatstadt geschuldet. Im Gegenteil: Klumpp nahm sein kommunalpolitisches Engagement so ernst, dass er Überschneidungen mit seiner Tätigkeit als freiberuflicher Architekt in Großbottwar fürchtete, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Trotz dieser Zurückhaltung, hat Klumpp indes Maßgebliches bewirkt. Denn ohne ihn wäre das Stadtbild am Marktplatz ein völlig anderes – und zwar nicht nur, weil er an der Rathaussanierung beteiligt war. „Ich habe den Abriss der Stadtschenke verhindert. Durch eine Fehleinschätzung des Denkmalamtes war das Haus als nicht erhaltenswert eingestuft worden“, erzählt Klumpp, der sich als Stadtführer und Autor der Geschichtsblätter aus dem Bottwartal bestens mit dem historischen Ortskern auskennt.

In zahlreichen Vereinen ehrenamtlich aktiv

Neben Klumpps politischem Engagement zählte Zimmermann zahlreiche weitere Vereine auf, in denen der gebürtige Großbottwarer in örtlichen Vereinen und Organisationen ehrenamtliche Tätigkeiten ausübte: vom Schwäbischen Albverein, der ihn 2020 mit der Ehrennadel auszeichnete, über den Turnverein, den Musikverein Stadtkapelle und den Obst und Gartenbauverein (OGV) bis hin zum ADAC-Club Bottwartal, dessen Vorsitzender er von 1967 bis 1994 war, und dem Straßenfestausschuss.

Lang ist auch die Liste der Verdienste, die Zimmermann über den zweiten frischgebackenen Ehrennadel-Träger der Stadt, Willi Knorr, vorzutragen hatte und deren Wiedergabe an dieser Stelle angesichts des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements des 77-Jährigen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Befragt man ihn selbst dazu, so nennt er als allererstes den Handball als sein „Lebenswerk“. Dabei war er nach seiner Zeit als aktiver Spieler des TV Großbottwar vor allem am Rand des Spielfelds im Einsatz, etwa indem er Freundschafts- und Länderspiele für die Frauenmannschaft und die Junioren organisierte sowie Ausflüge nach Berlin und andere europäische Hauptstädte. Von 1970 bis 1985 tat er dies als Handball-Abteilungsleiter, seit 2003 als Vorsitzender des Fördervereins Großbottwarer Handball.

Viele Jahre lang Wandertage organisiert

Doch beschränkte sich das Engagement des langjährigen CDU-Gemeinderats keineswegs auf den Handball, viel mehr war und ist der gebürtige Großbottwarer überall dort in seiner Heimatstadt zu finden, wo es etwas zu organisieren gibt. Legendär sind dabei sicherlich die zahlreichen Wandertage, die er von 1976 bis 1985 für den Internationalen Volkssportverband in Großbottwar gemeinsam mit einem Heer von 1500 Helfern für bis zu 8000 Wanderer ausrichtete. Einfachen Fingerübungen mögen im Vergleich zu diesen Riesenevents die Ausflüge und Wanderungen für ihn gleichen, die er für die Angehörigen seines Jahrgangs 1944 seit Jahrzehnten plant sowie seit 2010 auch für den OGV, dessen Schriftführer er ist. „Kameradschaft, Ausflüge und das Miteinander. Das sind für Sie nicht nur Schlagwörter. Für Sie ist das gelebte Identität“, würdigte Zimmermann in seiner Laudatio die Tatkraft, die der Unruheständler auch im Verein Miteinander Attraktives Großbottwar (MAG) seit Jahren auslebt. Woher er diese nimmt? „Ich habe einfach Spaß an der Sache, sonst würde ich es nicht machen“, antwortet Knorr.

Auszeichnungen auch für weitere Bürger

Im Rahmen des Ehrungstages der Stadt Großbottwar sind folgende Personen für ihre sportlichen Leistungen mit Auszeichnungen in Bronze bedacht worden: Karen Lempert, die mit der Mannschaft Pferdesportkreis Ludwigsburg bei den baden-württembergischen Meisterschaften in der Dressur den zweiten Platz machte, sowie vom TV Großbottwar die Handballerinnen Eileen Bluthardt, Mara Bossert, Liv Fiederer, Leana Heim und Emilia Hack als württembergische Auswahlspielerinnen. Mit Gold wurden bedacht: Elisabeth Nentwig, die für die TSG Backnang bei den Deutschen Meisterschaften Volleyball Seniorinnen U54 spielte, vom TV Großbottwar die Handballerinnen Matilda Ehlert und Lina Schrembs als Jugendnationalspielerinnen sowie als weiteres Handball-Talent der Jugend-Nationalspieler Fynn Nicolaus.

Über Geldgeschenke konnten sich freuen: die weibliche Handball-D-Jugend als Bezirksmeister sowie Thomas Friedl, der für den TV bei den Bezirksmeisterschaften (Ü50) im Tischtennis spielte.

Für ihre Bereitschaft zum Blutspenden sind geehrt worden: Sophie Cortot, Beatrice Heuler, Thomas Heuler, Viola Kremer, Elias Pantle, Steffen Rapp, Dr. Pius Angstenberger, Nico Heisterkamp, Maurice Lahner und Matthias Miller für zehnmaliges Spenden. Insgesamt 25-mal haben ihren Lebenssaft gegeben: Simon Fink, Michaela Gaa, Jürgen Jung, Roland Kranich, Tobias Ostermann, Britta Richter, Karin Weinle und Björn Petersen. Für 50 Blutspenden gewürdigt wurden: Anna Härig, Irene Kraft, Holger Strobel und Ulrike Zirkler. Auf 100 Blutspenden hat es Gerhard Gruber gebracht und Monika Sträßer gar auf 125.