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Neue Ampel

Ein Puzzleteil für mehr Verkehrssicherheit

Die neue Fußgängerampel an der Straße im Rosenpark auf der Querung der B.27 ist ein kleiner Meilenstein für die Verkehrssicherheit in Kirchheim. Bei einem Ampeltest-Fest vor Ort zeigte die Bürgerinitiative „B.27 raus aus Kirchheim“ allerdings auf, welche weiteren Maßnahmen noch folgen müssen. Unvermeidlich bleibt aus Sicht aller Beteiligten der Bau einer Umgehungsstraße.

Rolf Riecker, Vorsitzender der Bürgerinitiative (Mitte, weißes Hemd), testet mit anderen Kirchheimern die neue Ampel. Foto: Benjamin Stollenberg
Rolf Riecker, Vorsitzender der Bürgerinitiative (Mitte, weißes Hemd), testet mit anderen Kirchheimern die neue Ampel. Foto: Benjamin Stollenberg

Kirchheim. Das Thema Straßenverkehr in Kirchheim bewegt die Menschen und mobilisiert sie auch. Das zeigte das Ampeltest-Fest der Bürgerinitiative „B.27 raus aus Kirchheim“ am Sonntagnachmittag, das großen Zuspruch hatte. Erst kürzlich ging die Ampel in Betrieb, die die Straße im Rosenpark mit dem Supermarkt auf der anderen Straßenseite verbindet und die Bundesstraße kreuzt. Mehr als eineinhalb Jahre hat es gedauert und den Druck der Öffentlichkeit nach einem tödlichen Unfall bedurft, bis die Ampel in Betrieb gehen konnte.

Für die Bürgerinitiative war dies Grund genug, zu feiern und gleichzeitig auf die Gesamtsituation des Verkehrs in Kirchheim hinzuweisen. Um sich nicht dem Lärm auszusetzen, der auch sonntags an der B.27 durch großes Verkehrsaufkommen herrscht, wurde das Fest auf ein nahegelegenes Privatgrundstück verlegt. Von dort aus machten sich die rund 60 Gäste auf, um der Ampel einen Besuch abzustatten.

Doch vorher gab Rolf Riecker, BI-Vorsitzender, einen Einblick in die Arbeit seines Vereins. „Punktuelle Maßnahmen sind nicht die Lösung, sondern alles hängt mit allem zusammen. Zieh ich an einem Eck des Spinnennetzes, bewegen sich viele andere Ecken mit“, erläuterte er. Dabei geht es nicht nur um Verkehrssicherheit, sondern um Lärmschutz sowie Blockierung von Ausweichrouten. „Eine Lösung der vielfältigen Probleme ist erst möglich, wenn die Umgehungsstraße gebaut ist.“ Weiteres Ärgernis für Riecker, der sich sehr kämpferisch präsentierte, ist der aus seiner Sicht fehlende Rückhalt der „großen Politik“.

So hatte er Landrat Rainer Haas oder dessen Stellvertreter zwar eingeladen, doch beide ließen sich entschuldigen. Ein Schreiben aus dem Landratsamt, in dem erläutert wurde, warum der Bau der Ampel so lang dauerte, sowie beste Wünsche war das Einzige, was Ludwigsburg hören ließ. Anwohner Andreas Munz, 42, Vater von drei Kindern, trug das Schreiben vor. Vor allem die Passage, in der der Landrat beteuerte, dass er dem Ergebnis einer Landtagsanfrage folge und keine Auffälligkeiten für Fußgänger und Radfahrer sehe, erzeugte Raunen bei den Besuchern. Statistisch richtig ist es, dass keine Unfallhäufung zu verzeichnen ist, doch die Gefährdungssituation, die der Landrat nicht sieht, wird von den Kirchheimern wohl wahrgenommen. „Es stimmt mich traurig, dass die Politik all das immer nur an Verkehrstoten misst“, sagte Andreas Munz.

Bürgermeister Uwe Seibold enthielt sich einer Bewertung des Schreibens. Allerdings unterstrich auch er in seiner kurzen Rede, dass er sich mehr Unterstützung der Politik wünsche. „Wir als Gemeinde können in Sachen Verkehr immer nur in Absprache etwas machen.“ Die Ampel sieht er als Mosaiksteinchen in einem Gesamtbild, zu dem das Lkw-Tempolimit bei Nacht im Bereich der Lauffener Straße sowie Tempo 30, ebenfalls nächtlich, auf einem Großteil der B.27 gehört. Im November entscheidet sich zudem, ob die Gemeinde als einer von sechs von insgesamt 68 Bewerbern Teil des Modellprojekts „1000 Zebrastreifen“ in das Förderprogramm des Landes aufgenommen wird. Auch der Lärmaktionsplan wird stetig weiterentwickelt.

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