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Mitmachgarten

Eine Steinpyramide für Eidechsen

Der Mitmachgarten auf der Schillerhöhe wächst und gedeiht – jetzt gibt es eine Eidechsenpyramide mit Keller, ein Weidentipi, ein Hochbeet und einiges mehr, was dem Artenschutz nützt.

Die Mitmach-Gärtner im Einsatz: Unter dem Steinhaufen können Eidechsen überwintern. In den Beeten im Bildhintergrund wächst Gemüse – und ernten darf jeder. Foto: Oliver Bürkle
Die Mitmach-Gärtner im Einsatz: Unter dem Steinhaufen können Eidechsen überwintern. In den Beeten im Bildhintergrund wächst Gemüse – und ernten darf jeder. Foto: Oliver Bürkle

Marbach. Eidechsen lieben Natursteine, denn sie speichern Wärme und bieten in Ritzen viele Unterschlupfmöglichkeiten. Im Winter sollte das Steinrefugium dabei am besten unterkellert sein. Lebensraum für gefährdete Tiere und weitere Naturmodule schufen am Sonntag zahlreiche Freiwillige im Marbacher Mitmachgarten auf der Schillerhöhe.

Bevor die Steinpyramide aufgetürmt werden konnte, musste aber erst mal tief gegraben werden. Bis zu 80 Zentimeter tief sollte der winterfeste Eidechsenkeller schon sein, erläuterte der ehrenamtliche Koordinator des Mitmachgartens, Marco Kraft. Aus ausrangierten Natursteinen, die der städtische Bauhof zur Verfügung gestellt hatte, wurde schließlich ein kleines Bauwerk errichtet, welches das von der Stadt zur Verfügung gestellte Gelände strukturiert und für jeden Garten ein Blickfang und ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz ist.

„Wir geben auch gerne Tipps, wie eine solche Steinpyramide angelegt werden kann“, sagte Marco Kraft. Während in einem Teil des Gartens eifrig geschippt wurde, entstand oberhalb ein Weidentipi als Schattenplatz im Sommer und als Versteck für kleine Abenteurer, die ebenfalls wieder in den Mitmachgarten kamen.

Doch es gab noch mehr zu tun: In drei Apfelbäume wurden Nistkästen für Vögel gehängt, so dass diese Möglichkeiten zum Brüten und zur Aufzucht ihrer Jungen finden, denn es fehlen immer mehr natürliche Nistplätze. Außerdem musste ein Hochbeet aufgefüllt werden. Ein kurzes Hallo genügte und schon waren die freiwilligen Helfer fleißig in den verschiedenen Bereichen des Geländes am Schaffen. Es blieb aber auch Zeit, das bereits Geschaffene zu bewundern. Vergangenes Jahr wurde eine Ecke mit Totholz sowie eine Beerenhecke gepflanzt.

Die bereits erledigten Aufgaben in diesem Jahr sind: Das Erstellen und Auffüllen von zwölf, mit Holz eingefassten Hochbeete sowie das Anlegen von Wegen und einer Wildblumenwiese auf einer rund 20 Quadratmeter großen Randfläche. In den Beeten wurde Gemüse gepflanzt, ernten können schließlich alle, das ist der Charakter eines solchen Mitmachgartens.

Die ersten Jungpflanzen wie Salat und Fenchel lassen sich bereits sehen. Die Hochbeete beweisen, dass selbst auf kleiner Fläche eine große Ernte möglich ist und dass beispielsweise Mulch aus Laub und Schafwolle als gute Feuchtigkeitsspeicher dienen.

Und die auf Magersubstrat wachsende Wildblumenwiese hält ohnehin sommerliche Trockenheit aus. Kleine Inseln wie das mit Steinen eingefasste Mini-Beet sind weitere Hingucker in dem Mitmachgarten, der jetzt richtig Gestalt angenommen hat. Das Kernteam um Marco Kraft und Eva Kissel zeigte sich durchaus zufrieden mit dem Erreichten. „Wir sind auch dankbar für die Unterstützung der Stadt Marbach“, betonte Marco Kraft.

So sollen noch weitere Aktionen stattfinden, bevor es schließlich an die Ernte geht und sich alle an den Blüten und den Naturoasen erfreuen können. Der Mitmachgarten ist dabei keine geschlossene Veranstaltung, hier ist jeder zum Mitmachen oder einfach nur zum Zuschauen eingeladen. „Das Projekt lebt von der Gemeinschaft, die Menschen und die Natur profitieren davon“, so Marco Kraft.

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