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Bildung

Erich-Bracher-Schule im Aufwind

Auf zu neuen Ufern und Zielen. So lässt sich die Stimmung an der Erich-Bracher-Schule in Pattonville beschreiben. Geplant sind ein Erweiterungsbau, neue Austauschprojekte mit Schulen im Ausland und eine Weiterentwicklung der Digitalisierung.

Die Erich-Bracher-Schule wird umgebaut und erhält einen Erweiterungsbau. Auch sonst bewegt sich dort einiges. Foto: Oliver Bürkle
Die Erich-Bracher-Schule wird umgebaut und erhält einen Erweiterungsbau. Auch sonst bewegt sich dort einiges. Foto: Oliver Bürkle

PATTONVILLE. Seit mehr als einem Jahr leitet Oliver Schmider die Schule, zu der Berufsschule, Berufskolleg und Wirtschaftsgymnasium gehören. Bereits seit dem Jahr 2000 ist der 47-Jährige an der Schule tätig, hat die Fächer Betriebswirtschaftslehre sowie Geschichte/Gemeinschaftskunde unterrichtet. „Unser Ziel besteht darin, den Unternehmen in der Region gut ausgebildete Fachkräfte zuzuführen“, betonte er bei einem Pressegespräch. Und in diesem Punkt wird die Schule intensiv vom Landkreis unterstützt.

Als „großen Meilenstein“ für die Schule bezeichnete Schmider deshalb den Beschluss für Umbau und Erweiterungsbau der Erich-Bracher-Schule, den der Kreistag in seiner Sitzung am vergangenen Freitag getroffen hat. Acht Millionen Euro will der Landkreis investieren, um die Rahmenbedingungen für die Lernenden und Lehrenden zu verbessern. „Unterrichtsqualität hat auch etwas mit Räumlichkeiten zu tun“, betonte Schulleiter Oliver Schmider.

So sollen zusätzliche Klassen- und Fachräume geschaffen werden und Arbeitsräume entstehen, in denen die jungen Menschen zum Beispiel Projektarbeiten erledigen können. Gibt es bisher nur einen kleinen Kiosk, damit die 1800 Schüler sich in den Pausen mit Getränken und Snacks versorgen können, sollen in einer Mensa künftig warme Mahlzeiten angeboten werden. Auch eine Cafeteria soll eingerichtet werden. „Es hat das vergangenen Jahr geprägt, dieses Projekt auf den Weg zu bringen“, so Schmider. Mit dem Erweiterungsbau soll im Jahr 2021 begonnen werden, zwei Jahre sind für die Fertigstellung veranschlagt.

Glücklicherweise verfügt die Schule über genügend Flächen: So soll der Lehrerparkplatz, der sich nördlich des bestehenden Baukörpers in Richtung Arkansasstraße befindet, bebaut werden. Unabhängig davon arbeitet eine Projektgruppe an einem Konzept, wie sich durch entsprechende Möblierung flexible Unterrichtsformen umsetzen lassen. In drei bis vier Jahren sollen die Klassenzimmer entsprechend umgestaltet sein.

Digitalisierung schreitet voran

Ein weiteres großes Thema ist die Digitalisierung. „Der Unterricht an unserer Schule wird um digitale Elemente weiterentwickelt“, kündigte der Schulleiter an. Als erste Berufsschule im Landkreis soll WLAN in den Klassenzimmern eingerichtet werden. In der Pilotphase, die einige Wochen dauern wird, soll das in neun der insgesamt 40 Klassenzimmer der Fall sein. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das drahtlose Netzwerk bis Ende des Jahres in der ganzen Schule anbieten werden“, so Schmider. Wie wichtig der Erich-Bracher-Schule die technische Weiterentwicklung ist, zeigt die Stärke der Arbeitsgruppe an, die sich mit der Medienentwicklung beschäftigt. Hier engagieren sich 20 der 90 Lehrer. Für Schmider ist es denkbar, dass die bereits vorhandenen Smartphones der Schüler in die digitale Unterrichtsgestaltung eingebunden werden. Zudem gebe es Unternehmen, die ihren Auszubildenden Smartphones zur Verfügung stellen. Außerdem wolle die Schule eigene Geräte anschaffen, mit denen die Schüler arbeiten können. Bereits jetzt verfügen alle Lehrer über einen eigenen Computer.

Angelika Schober-Penz, die an der Erich-Bracher-Schule für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, betonte, dass das WLAN-Projekt eine Ergänzung zum EDV-Klassenzimmer und dem Angebot im Bereich Wirtschaftsinformatik darstellen wird. Dass die Schule in Sachen Digitalisirrung bereits gut aufgestellt ist, wurde beim Blick in die Arbeitsräume der Juniorfirma deutlich: Dieses ähnelt angesichts seiner technischen Ausstattung eher einem modernen Großraumbüro als einem Klassenzimmer. In Kooperation mit der Karlshöhe hat die Juniorfirma unter anderem einen Schuljahresplaner entwickelt, der sehr gut von den Schülern angenommen worden ist. Weil es immer wichtiger ist, dass Schüler sich zielorientierter und bewusster für eine Schulart entscheiden, gibt es mittlerweile sechs Kooperationen mit anderen Schulen, die mittlere Bildungsabschlüsse anbieten: „Jede Schule hat bereits Zehntklässler geschickt, die in den Schulalltag hineingeschnuppert haben“, zog Schulleiter Schmider gestern eine erste Bilanz.

Schüleraustausch im Ausland

Der Austausch mit Schulen im Ausland soll den Jugendlichen ermöglichen, über den Tellerrand hinauszuschauen: Neue Bande hat die Erich-Bracher-Schule zu einer berufsbildenden Schule im norditalienischen Bergamo geknüpft und ihre Fühler in Richtung Valencia ausgestreckt. Im Herbst macht sich eine Gruppe des Wirtschaftsgymnasiums erstmals auf den Weg nach Finnland.

Info: Zu einem Informationstag lädt die Erich-Bracher-Schule in Pattonville, John-F.-Kennedy-Allee 6, am Samstag, 9. Februar, von 9.30 bis 12.30 Uhr ein.

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