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Erster Beigeordneter erhält Bürgermedaille: Die Liebe zur Heimat als Lebensaufgabe

Ehemaliger Erster Beigeordneter Klaus Schrempf erhält Bürgermedaille der Stadt Besigheim – Liebe zum Winzerfest musste sich entwickeln

Gerührt, aber auch stolz: Klaus Schrempf (vorne rechts) erhält von Bürgermeister Steffen Bühler die Bürgermedaille. Das freut auch Weinprinzessin Jacqueline und die Schultesgruppe. Foto: Andreas Becker
Gerührt, aber auch stolz: Klaus Schrempf (vorne rechts) erhält von Bürgermeister Steffen Bühler die Bürgermedaille. Das freut auch Weinprinzessin Jacqueline und die Schultesgruppe. Foto: Andreas Becker

Besigheim. Mit gut eineinhalb Jahren Verzögerung hat der ehemalige Erste Beigeordnete Klaus Schrempf gestern Abend die Bürgermedaille der Stadt Besigheim verliehen bekommen. So lange Zeit nach seiner Pensionierung im Mittelpunkt zu stehen, falle ihm nicht leicht, sagte Schrempf. Und: Es sei eine große Ehre, mit einer der höchsten Auszeichnungen der Stadt bedacht zu werden. „Sie sehen mich gerührt – aber es macht mich auch stolz.“

Nur ganz selten und bei „besonders verdienstvollen Frauen und Männern“ finde solch eine Verleihung statt, sagte Bürgermeister Steffen Bühler. Wie verdienstvoll Schrempfs Wirken für die Stadt war und ist, zeigte sich kurz darauf bei Bühlers Versuch, all das Geleistete aufzuführen – wobei er am Ende bekannte, dass diese Liste noch beliebig verlängert werden könnte.

Schrempf, der Ende 2019 in den Ruhestand verabschiedet wurde, war inklusive seiner Lehrzeit 41 Jahre bei der Stadt angestellt; seit 1985 als Stadtkämmerer, 2009 wurde er zum Ersten Beigeordneten ernannt. „41 Jahre, in denen du in deinem beruflichen Leben Engagement gezeigt hast, Kreativität, Gespür für die Menschen und die Aufgaben und all das, was in einer modernen Kommunalverwaltung zu leisten ist“, sagte Bühler. Schrempf habe diese Aufgaben vom ersten bis zum letzten Tag mit hoher Sensibilität und großem Verantwortungsbewusstsein erfüllt. So sei es für den Gemeinderat keine Frage gewesen, ihm die Bürgermedaille zu verleihen – „als Anerkennung für diese hervorragende Arbeit“. Wegen der Pandemie wurde die Verleihung von März 2020 auf gestern Abend verschoben.

Das Warten dürfte sich gelohnt haben, denn es kamen viele Familienmitglieder, Weggefährten, Freunde und Bekannte in die Stadthalle Alte Kelter. Sie kennen Klaus Schrempf als Wengerter, Weinkenner und auch als Künstler. Als jemanden, der über viele Jahre hinweg das Winzerfest mit organisiert und vor allem den großen Festzug konzipiert hat. Nicht zu vergessen seine Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Felsengartenkellerei Besigheim.

Bühler sagte, Schrempf sei ein Mensch, „der vielseitig interessiert ist, der weit über den eigenen Aufgabenbereich hinausblickt, der sich seine Liebe zur Heimat, zu den Menschen und zum Wein zur Lebensaufgabe gemacht hat und der seinen Zielen und glücklicherweise auch seiner Heimat immer treu geblieben ist.“ Er sei Klaus Schrempf auch persönlich sehr dankbar, die Zusammenarbeit sei immer sehr gut und vertrauensvoll gewesen.

Das bestätigte Schrempf später in seiner launigen Dankesrede. Er sprach auch über seine aktive Zeit bei der Stadtverwaltung, gab die eine und andere Anekdote zum besten – und lüftete ein wohlgehütetes Geheimnis: Als er 1980 als Kulturamtsleiter in Besigheim anfing, habe er nicht gedacht, dass die Organisation und Vorbereitung des Winzerfestes über Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Teil seiner Arbeit werden würde. Denn: „Ich mochte das Fest bis dato nicht.“ Das sagte Schrempf, der sich im Laufe der Jahre den Ruf als „Mister Winzerfest“ erarbeitet hat, gestern den Gästen. Doch eine Liebe ist es dann doch geworden, bei insgesamt 19 Winzerfesten hat er den Festzug organisiert. Auch wenn das diesjährige Fest abgesagt werden musste, „so sind wir doch alle guter Hoffnung, dass wir 2023 wieder in vergnüglicher Runde feiern dürfen“. Sicher mit dabei sein wird dann auch die Schultesgruppe samt Weinprinzessin. Die amtierende Weinprinzessin Jacqueline freute sich, dass die Schultesgruppe und sie gestern Abend mitfeiern durften.

Für die Musik sorgten unter anderem Shirin Seiter und Jakob Bederna von der Musikschule Besigheim.

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