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Rettungsdienst
Erster Erfolg beim Einsatz für den Hubschrauber

Gerade bei Unfällen auf dem Land, wie hier bei Horrheim, sind die Hubschrauber oft am schnellsten zur Stelle.Archivfoto: Alfred Drossel
Gerade bei Unfällen auf dem Land, wie hier bei Horrheim, sind die Hubschrauber oft am schnellsten zur Stelle.Archivfoto: Alfred Drossel
Die Sammlung von Unterschriften für einen Verbleib des Helikopters beim Leonberger Krankenhaus hat die nötige Marke geknackt. Die Petenten hoffen, nun auch von der Politik entsprechend gehört zu werden.

Leonberg/Kreis Ludwigsburg. Wenn Christoph 41 gerufen wird, muss es schnell gehen, schneller als auf anderen Wegen – und das passt auch auf die Petition, die für einen Verbleib des Rettungshubschraubers in Leonberg kämpft. Hatte es vor einigen Wochen noch so ausgesehen, als könnte es knapp werden, die nötige Zahl von knapp 22000 Unterschriften bis Anfang Dezember zu erreichen, so hat es zuletzt einen regelrechten Schub gegeben – und das Ziel ist nun erreicht, vor allem dank ausgelegter Listen bei Infoständen zur Bundestagswahl und auf dem Wochenmarkt sowie in Geschäften. Und es geht dennoch weiter, auch im Kreis Ludwigsburg.

Denn mit dem Knacken des Quorums Ende vergangener Woche ist nur erreicht, dass sich die Landespolitik mit dem Thema befassen muss. Und die hatte bislang den Menschen vor Ort und im Einzugsgebiet des Hubschraubers, das auch den Landkreis Ludwigsburg abdeckt, kaum Hoffnung gemacht (wir berichteten). Stattdessen stützt sie sich auf ein Gutachten eines Münchner Instituts, das anhand von Rechenmodellen die Verschiebung des Rettungshubschraubers Christoph 41 auf eine Achse Tübingen–Reutlingen vorschlägt, um die südliche Schwäbische Alb in Notfällen besser medizinisch versorgen zu können. Doch das würde die Versorgung für den Ballungsraum Stuttgart erheblich verschlechtern, so die Initiatoren der Petition, Vertreter der Leonberger Hilfsorganisationen um Matthias Schultheiß, Ortsbeauftragter des THW. Auch aus der Politik war Unterstützung gekommen, unter anderem vom Gemeinderat und dem Kreistag – und in den nächsten Tagen auch aus Hemmingen.

Denn in einem Großteil der entsprechenden Notfälle kommt der Rettungshubschrauber aus Leonberg im Nachbarkreis und nicht aus Pattonville, so Hauptamtsleiter Ralf Kirschner. Der Gemeinderat will deshalb in seiner Sitzung am 9. November eine Resolution verabschieden, die die Petition stützt – auch wenn diese ihr Ziel schon erreicht hat, aber so könne man die Bedeutung des Themas unterstreichen. „Für uns wäre es eine echte Katastrophe, wenn der Hubschrauber verlegt wird.“

Denn wie die Initiatoren verweist auch Kirschner darauf, dass der Hubschrauber in Pattonville nicht nur Rettungseinsätze fliegt, sondern noch Aufgaben wie Patientenverlegungen hat, und deshalb gebunden ist – wohl auch deshalb bringt das Gutachten für ihn eine Ausweitung der Einsatzzeiten auf die Nacht ins Spiel. Zudem wurden gerade in Hemmingen, aber ebenso in Nachbarorten wie Eberdingen, die Rettungsfristen am Boden immer wieder diskutiert – zuletzt machten die Räte zwar dank der neuen Wache in Enzweihingen Verbesserungen aus, problematisch sind aber immer noch die Wartezeiten vor den Bahnschranken –, auch das zeige die Bedeutung der Rettung aus der Luft. Und wenn es in einer Region wie der Schwäbischen Alb einen Bedarf für einen solchen Standort gebe und man ihn nicht anderweitig abgedeckt sehe, müsse die Politik da etwas tun, aber nicht einfach anderswo streichen, so Kirschner.