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Solitudelauf

Erster Härtetest nach der Winterpause

Bei strahlendem Sonnenschein erwies sich der Solitudelauf am Sonntagvormittag als erster Härtetest nach der Winterpause. Die Teilnehmerzahlen lagen sogar über dem Vorjahresniveau.

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Volker Kugel (vorne links), Leiter des BlüBa Ludwigsburg gehört zu den Läufern, die sich an den Halbmarathon herangewagt haben. Foto: Karin Rebstock

Gerlingen. Die Kultur- und Sportgemeinde Gerlingen (KSG) organisiert den Solitudelauf am Sonntagvormittag bereits zum 33. Mal. Es läuft alles wie geschmiert: DRK und Polizei sind im Einsatz, ebenso wie mehr als 200 freiwillige Helfer, die die Läufer unter anderem in regelmäßigen Abständen mit Wasser versorgen. „Weil es für einen Apriltag ungewöhnlich warm ist, wurden die Wasservorräte noch einmal aufgestockt“, sagt Moderator Knut Bauer. Kurz vor dem Start liegt die Außentemperatur bei zwölf Grad. „Wenn die Läufer am Ziel an der Stadthalle ankommen, dürfte es 16 oder 17 Grad haben“, so der Moderator. „Das sind eigentlich fantastische Bedingungen.“ Die landschaftlich reizvolle, aber hügelige Strecke schätzt Knut als anspruchsvoll ein.

Mit Bussen werden die Teilnehmer vom Stadtzentrum zur Schillerhöhe gebracht. Vom Kreisel an der Panoramastraße machen sie sich auf den Weg zum Startpunkt an der Klinik Schillerhöhe, auf dem Weg durch die Solitudestraße laufen sich die Sportler warm, strecken und dehnen sich und bereiten sich so auf den kurz bevorstehenden Zehn-Kilometer-Lauf vor. Etwas später fällt der Startschuss für den Halbmarathon, danach sind die Kinder und Jugendlichen an der Reihe.

Auch Dieter Schraft aus Stuttgart schnürt seine Laufschuhe. Er war vor 20 Jahren schon mal beim Solitudelauf dabei. Im vergangenen Jahr fing er nach einer längeren Pause wieder mit dem regelmäßigen Lauftraining an. Jetzt hat ihn der Ehrgeiz gepackt, auch wenn er es zunächst einmal bei den zehn Kilometern belässt und noch nicht beim Halbmarathon startet. „Ich habe mich schon von 64 auf 51 Minuten verbessert und hoffe, dass ich heute erstmals wieder unter 50 Minuten bleibe – es geht ja häufig bergab, da ist das vielleicht möglich.“ Einen Fehler will der Stuttgarter auf jeden Fall vermeiden: „Man darf die Sache nicht zu schnell angehen, das kostet am Ende Zeit. Aber wahrscheinlich laufen am Anfang wieder alle zu schnell, abgesehen natürlich vom Sieger.“

Stammgast beim Solitudelauf ist Günther Hafner. Der 77-Jährige ist eigentlich gut in Form, lief bis vor sieben Jahren noch erfolgreiche Marathons in seiner Altersklasse. Vor einigen Tagen allerdings machten sich die bereits zweimal operierten Knie bemerkbar. Hafner will dennoch nicht auf eine Teilnahme beim Solitudelauf verzichten. „Mit den Knien geht es bergab“, meint er lakonisch. „Aber aussteigen werde ich nicht, dafür bin ich nicht der Typ. Ich will unter 55 Minuten bleiben.“

Die Läufer sind offensichtlich motiviert. Das wird am Ende der größtenteils durch den Gerlinger Stadtwald verlaufenden Strecke auch am Zieleinlauf deutlich: Viele Sportler geben auf der abschließenden Geraden in der Hauptstraße noch mal richtig Gas und holen alles aus ihrem Körper heraus, um wertvolle Sekunden gutzumachen. Auch 35 Besucher aus der Gerlinger Partnerstadt Vesoul (Frankreich) laufen im Feld mit, ebenso ein Starter aus der englischen Partnerstadt Seaham, der seit 1990 keinen einzigen Solitudelauf verpasst hat.

Bei den Erwachsenen starten in diesem Jahr 1227 Erwachsene, etwa 530 über den Halbmarathon und rund 700 über die Zehn-Kilometer-Distanz. Hauptorganisator Gerhard Prasske von der Leichtathletik-Abteilung der KSG zieht eine positive Bilanz. Es seien zwar weniger Voranmeldungen eingegangen als beim Teilnehmerrekord 2017, dafür hätten sich wegen des guten Wetters mit strahlendem Sonnenschein aber mehr Läufer vor Ort noch eingeschrieben.

Der Rekord aus dem vergangenen Jahr mit 1811 Läufer wurde mit insgesamt 1907 sogar weit übertroffen.