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Esel-Auktion: Höchstgebot liegt bei 3000 Euro

Spannender Bieterwettstreit um Jubiläumskunstwerke: Großer Andrang in der Stadthalle – 35 Objekte kommen unter den Hammer

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Auktionator Christian Eiberger erzielte 36 600 Euro bei der Esel-Versteigerung in der Stadthalle. Der Erlös der Jubiläumsaktion geht an den Verein Esel in Not. Foto: Christiana Kunz
Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Auktionator Christian Eiberger erzielte 36 600 Euro bei der Esel-Versteigerung in der Stadthalle. Der Erlös der Jubiläumsaktion geht an den Verein Esel in Not. Foto: Christiana Kunz

Asperg. Eine Herde bunter Esel hat sich am Samstagvormittag in der Asperger Stadthalle versammelt. Kindergartenkinder, Schulklassen, die örtliche Jugendfeuerwehr, der CVJM, Kirchengemeinden, Insassen der sozialtherapeutischen Anstalt der Justizvollzugsanstalt Hohenasperg sowie Künstler aus Asperg und der französischen Partnerstadt Lure haben sie zum 1200-Jahr-Jubiläum, das Asperg in diesem Jahr feiert, gestaltet. Jetzt kommen die 35 Langohren unter den Hammer – zugunsten des Vereins Esel in Not.

Neben dem nötigen Geld müssen Interessenten allerdings noch etwas haben: Platz. Schließlich sind die Plastiken – bis auf vier Mini-Esel – mit 1,45 Metern Höhe und 1,74 Metern Länge lebensgroß. Doch es zeigt sich schnell, wenn es um ihr Wappentier geht, plagen die Asperger weder Platz- noch Geldsorgen. Bürgermeister Christian Eiberger gelingt es als Auktionator, von Beginn an die Stimmung anzuheizen und so liefern sich mehrere Interessenten gleich für Esel Nummer eins einen spannenden Bieterwettkampf. Vom Mindestgebot von 250 Euro für alle großen Esel schnellt der Preis auf mehr als das Doppelte hoch. Sabrina Kummer bekommt für 520 Euro den Zuschlag. Hat sie sich das ersteigerte Exemplar, gestaltet vom Künstler Emmanuel Bourgois aus Lure, gezielt ausgeguckt? Nein, ihr Mann und sie wollten einfach unbedingt einen der Esel, und so hat sie einfach sofort zugeschlagen. Wo das gute Stück daheim Platz findet, weiß Kummer indes noch nicht. „Ich bin zwar nur zugezogen, aber ich fühle mich hier so heimelich, und die Familie meines Mannes kommt aus Asperg“, erklärt die zweifache Mutter, die mit der Plastik auch ihren pferdeverrückten Töchtern, drei und zwölf Jahre alt, eine Freude machen will.

Die Strategie, lieber gleich einen der Esel sichern, als lange auf einen Auserwählten zu warten, hat auch Philipp Bäuchle verfolgt. Er wohnt zwar inzwischen in Stuttgart. „Aber der Esel ist einfach Asperg und die Gelegenheit, ein solches Kunstwerk für sich zu haben, gibt es in 1200 Jahren nicht mehr“, so seine Überzeugung. Daher hat er für den Garten seiner Eltern einen Esel ersteigert und 520 Euro hingeblättert. Ein Schnäppchen zu Esel Nummer drei. 3000 Euro erzielt das Werk der Asperger Künstlerin Gisela Daunis, das Höchstgebot der Versteigerungsaktion.

Bei der Auktion gibt es nicht nur strahlende Eselbesitzer, sondern auch Tränen. Die neunjährige Lina hätte allzu gerne den „Buchstaben-Esel“ gehabt, den sie gemeinsam mit ihren Klassenkameraden der Goetheschule mit Unterstützung der Künstlerin Margit Lehmann bemalt hat. In großen Sprüngen von mehreren hundert Euro gehen die Gebote indes rasch auf 800 Euro nach oben. Linas Eltern lassen die Hände lieber unten.

Für stolze 2200 Euro wechselt wenig später der Esel Nummer acht des Kinderhauses Hölderlinstraße und Schneckenhäusle, der Sieger des Wettbewerbs „Unser liebster Esel“, den Besitzer. Eiberger ist von dem großen Zuspruch überwältigt. Rund 200 Menschen sind zur Versteigerung gekommen, bei der ein Gesamterlös von 36.600 Euro erzielt wurde. „Abzüglich der Umsatzsteuer bleiben immer noch 30.756 Euro für Esel in Not“, zieht der Bürgermeister Bilanz. „Ich bin mega-zufrieden oder eher geplättet.“

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