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Evangelische Kirchengemeinde: Pfarrerfamilie Hartmann aus Pleidelsheim zieht nach Peru

Die Pfarrerfamilie Hartmann wird die evangelische Kirchengemeinde Pleidelsheim in Richtung Peru verlassen. Foto: Ramona Theiss
Die Pfarrerfamilie Hartmann wird die evangelische Kirchengemeinde Pleidelsheim in Richtung Peru verlassen. Foto: Ramona Theiss
Es war eine überraschende Nachricht, welche die Pleidelsheimer Gottesdienstbesucher am Ostermontag in der Mauritiuskirche zu hören bekamen: Das Pfarrerehepaar Tabea und Samuel Hartmann verlässt die evangelische Kirchengemeinde nach acht Jahren und zieht gemeinsam mit den fünf Kindern nach Lima in Peru.

Pleidelsheim. Die endgültige Entscheidung, die nächsten sechs Jahre in Peru zu leben, ist gerade mal eine gute Woche alt. Da ist es kein Wunder, dass es bei den gemeinsamen Mahlzeiten der Hartmanns kaum ein anderes Thema mehr gibt als die Auswanderung auf Zeit. Gestern Morgen beim Frühstück beherrschte beispielsweise die Frage „Wohin mit den Winterklamotten?“, die Unterhaltung. „Wir sind dabei herauszufinden, wie man den Umzug organisieren kann“, sagt Samuel Hartmann. Schließlich hat sich im Laufe der Jahre Vieles angesammelt, das nicht mit nach Peru genommen werden kann, auch wenn die Familie dort wieder in ein Haus einziehen wird. Also muss genau geplant werden, was nach Südamerika verschifft wird, und was in Deutschland bis zur Rückkehr eingelagert wird.

Wechsel passt in familiäre Situation

Das Pfarrerehepaar hat schon länger über einen beruflichen Auslandsaufenthalt nachgedacht und wusste, dass die Evangelische Kirche Deutschland solche Stellen anbietet. „Das Angebot in Peru hat uns angesprochen“, sagt Samuel Hartmann. Zudem passe der Wechsel jetzt bestens in die familiäre Situation. Er und seine Frau Tabea sind beide 40, die Kinder zwölf, zehn, acht, sechs und vier Jahre alt. Also haben sie sich für die Pfarrstelle in der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Kirche in Lima, Peru, beworben und bekamen die Zusage. Von 7. bis 11. April waren sie vor Ort, um sich alles anzusehen. „Es war überwältigend“, blickt Tabea Hartmann zurück. Sie seien dort sehr herzlich empfangen worden. Somit fiel ihnen die Entscheidung nicht mehr schwer, für die nächsten sechs Jahre nach Peru zu ziehen. Dort werden sie helfen, die Kirchengemeinde weiterzuentwickeln und versuchen, eine Brücke zwischen Deutschland und Peru zu bauen. Dabei sind freilich auch ihre eigenen Ideen zur Gestaltung gefragt.

Sprachkurs in Guatemala

Am 1. Oktober werden Tabea und Samuel Hartmann die Pfarrstelle in Lima antreten. Davor steht ein zweimonatiger Sprachkurs in Guatemala an. Schließlich spricht die Familie noch kein Spanisch, die offizielle Amtssprache in Peru. Somit werden sie Ende Juli ihr Wirken in der evangelischen Kirchengemeinde Pleidelsheim nach acht Jahren beenden. „Den Abschied müssen wir gemeinsam bewältigen – das wird bestimmt sehr tränenreich“, ahnt Tabea Hartmann.

Doch vorher wird das Ehepaar den Fokus ganz auf die Arbeit in Pleidelsheim legen und mithelfen, die Zeit nach ihrem Weggang zu organisieren. Schließlich werden bis zum Antritt des Nachfolgers oder der Nachfolgerin weiterhin Gottesdienste, Konfirmationen und ein Gemeindeleben stattfinden.

In den vergangenen acht Jahren gab es für das Pfarrerehepaar in Pleidelsheim viele schöne Erlebnisse, doch eine Tatsache heben sie besonders hervor, wie Samuel Hartmann sagt: „Da ist von Beginn an viel Vertrauen gewesen und gewachsen, so dass wir hier sehr heimisch werden konnten. Das ist nicht selbstverständlich.“