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Verkehrserziehung

Fahrradtraining in Pandemiezeiten

Schule in Coronazeiten war und ist eine riesige Herausforderung für Schüler, Lehrer und Eltern. Auch die Fahrradausbildung, die in der vierten Klasse stattfinden soll, kam teilweise zu kurz.

Radausbildung in Pandemiezeiten kann nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden.Archivfoto: Mascha Brichta/dpa
Radausbildung in Pandemiezeiten kann nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Foto: Mascha Brichta/dpa

Kreis Ludwigsburg. „Wir konnten den Radunterricht einfach nicht mehr unterbringen“, sagt Wolfgang Werner, Rektor der Flattichgrundschule in Korntal-Münchingen. Von Dezember bis nach Pfingsten waren die Grundschüler nicht im Haus. „Und einen Ersatztermin gab es dann auch nicht mehr.“ Denn Corona hat vielen Schulen nicht nur einen Strich durch den regulären Unterricht gemacht, sondern auch durch wichtige Zusatzangebote wie die Fahrradausbildung, die immerhin eine verpflichtende schulische Veranstaltung ist. „Wir haben dann mit den Unterrichtsmaterialien der Verkehrswacht gearbeitet“, ergänzt Markus Maier, Konrektor der Silchergrundschule in Kornwestheim, die wegen des Fernunterrichts ebenfalls nicht teilnehmen konnte. Doch raus auf die Straße konnten die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse nicht. „Wir haben dann Trockenübungen auf den Gängen gemacht“, so Maier. Einen Abschlusstest gab es nicht.

Vier Schulen mit insgesamt 16 Klassen im Landkreis haben von sich aus aufgrund anderweitiger Prioritäten die Radfahrausbildung für dieses Schuljahr abgesagt, sagt Ute Scholpp, Leiterin des Referats Prävention am Polizeipräsidium Ludwigsburg. Für alle anderen Schulklassen, die während Schulschließungen vom Ausfall betroffen waren, wurden und werden Nachholtermine durchgeführt. „Als Kompensation bieten wir in den Sommerferien wieder gemeinsam mit den Kreisverkehrswachten in Ludwigsburg, Vaihingen und Bietigheim-Bissingen Radtrainings an, zu denen sich alle Schulkinder anmelden können“, ergänzt Polizeipräsident Burkhard Metzger, der auch Leiter der Landesverkehrswacht ist.

Im Schuljahr 2019/2020 konnte im Zeitraum von März bis Juli 2020 nach Vorgabe des Kultusministeriums wegen der Pandemie der praktische Teil der Jugendverkehrsschule nicht durchgeführt werden. Dadurch ist für 143 der 241 Grundschulklassen im Landkreis Ludwigsburg die Radfahrausbildung ausgefallen. Als Ersatz wurden im Zeitraum vom 29. Juni bis 11. September vergangenen Jahres in Zusammenarbeit von Polizeipräsidium Ludwigsburg und den Kreisverkehrswachten 90-minütige Radfahrtrainings angeboten. „Das Interesse bei Eltern und Kindern war sehr groß, so dass bei 109 Veranstaltungen 843 teilnehmenden Kindern die wichtigsten Inhalte zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr mit einem Fahrrad vermittelt werden konnten“, so Ute Scholpp.

Natürlich mussten die Abläufe an die Pandemiebedingungen angepasst werden. So konnten keinen Nummernwesten ausgegeben werden, stattdessen gab es Nummernschilder. Auch Helme mussten von zu Hause mitgebracht werden, da sie nicht wie üblich verliehen werden konnten. „Die erforderlichen Hygienemaßnahmen (Mundschutz, Abstand, Test, Desinfektion) führten hierbei nicht zu Beeinträchtigungen der Schulungsinhalte“, sagt Polizeipräsident Metzger.

„Wir hatten Glück und konnten die Radausbildung während des Wechselunterrichts durchführen“, so Ulrike Rampmaier-Auer, Rektorin der Freiberger Grünlandschule. „Mit Abstand hat das gut geklappt.“

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