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Fast jeder Topf findet schließlich seinen Deckel

Theatergruppe des TV Mundelsheim sorgt mit dem schwäbischen Lustspiel „Das Damenduell“ in der TV-Halle für jede Menge Spaß

Darauf ein Schnäpsle: Im Männerhaushalt geht es rund.Foto: Oliver Bürkle
Darauf ein Schnäpsle: Im Männerhaushalt geht es rund. Foto: Oliver Bürkle

MUNDELSHEIM. Schon die Begrüßung ist mit Witzen garniert, wie sie öffentlich wohl nur noch gehen, wenn sie als Teil einer Theaterinszenierung präsentiert werden. Solche gibt es gleich haufenweise im Lustspiel „Das Damenduell“, das die Theatergruppe „Käsberghurgler“ des TV Mundelsheim in dieser Saison aufführt.

Das Stück von Bernd Gombold greift tief in die Kiste heute archaisch anmutender Alltagsverhältnisse: Vielleicht aber ist das alles noch gar nicht solange her auf dem Dorf, vielleicht auch noch gar nicht so ganz vorbei. Das ist die Schwebe, aus der das Stück nicht zuletzt lebt – und aus der sich die Aha-Effekte fürs anhaltende Amüsement des Publikums speisen.

Ein Bauernschwank also, bei dem der Jungbauer, der so langsam in die Jahre kommt, partout keine Schwäche entwickeln will fürs schöne Geschlecht: „I will net heiraten, i will noch ein paar Jahre glücklich sein“, setzt er seinem Vater, dem verwitweten Seniorbauer, im leicht abgeschliffenen Schwäbisch des Stückes entgegen. Und schon fliegen wieder die Teller in der hälftig geteilten Küche. Aber für jeden Kehricht gibt es ja eine Ecke in diesem verlotterten Haushalt.

Mit kerniger Verbissenheit werfen sich Uwe Engelhardt und Werner Hamann in dieses Duell, befeuert von einer leicht variierten Nachbarschaftsversion des Konfliktes. Manfred Michel – mit Roland Schaaf auch für die Regie zuständig – gibt dabei den Haudrauf, Bodo Kizler den arbeitsscheuen Faulenzer-Sohn mit strubbeliger Pumuckl-Frisur. Kein Kochtopf, keine Schnapsflasche ist vor ihm sicher. Endlos könnte das so weitergehen, sogar die Hofübergabe in Haus Eins könnte daran scheitern.

Also kommt eine Wette ins Spiel, bei der der Senior selbst wieder auf Freiersfüße gerät. Außerdem ein Damen-Quartett, teils per Annonce, teils per Viehhändler beigebracht. Mittendrin steht ein Notar, den Jürgen Wörner gibt mit einer, wie der Bauer sagen würde, leicht seichelnden Sprechweise, die allein schon ein Witzhit ist. Ein williges Opfer also – und eine Schnapsleiche beinahe auch.

Die Damen bringen frischen Wind in die Chose. Ein doppeltes Damenduell quasi, und manchmal geht es auch kreuz und quer mit den Männern mittendrin. Es geht also um die Wurst in der wild zusammengewürfelten Bauernküche. Erstaunlich, wie sich „die Weiber“ aufs Putz-Duell als Probezeit und auf die Befehle gebende Männerherrschaft einlassen, mit der das Stück tief in die Mottenkiste der Geschlechterrollen greift. Auf Dauer aber nutzt sich das doch ein wenig ab. Als die theatralischen Seile zunehmend durchhängen, ist der finale Akt mit einem temporeichen Show-down angesagt. Auch jetzt lebt das Spiel vom Temperament, mit der sich die Akteure ins Geschehen werfen. Und es könnte durchaus sein, dass bald jeder Topf seinen Deckel bekommt. Fast jedenfalls, angesichts des leichten numerischen Männerüberschusses.

Es ist ein Abend zum Lachen, bei dem das Publikum voll auf seine Kosten kommt. Dem entsprechend werden die „Käsberghurgler“ mit reichlich Beifall belohnt.

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