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Unglück

Feuer zerstört Unterrichtsräume

Nach dem Brand im Ditzinger Schulzentrum Glemsaue fällt der Unterricht für rund 1300 Schüler bis zu den Ferien aus

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Ditzingen. Die automatische Brandmeldeanlage des Ditzinger Schulzentrums in der Glemsaue schlägt am Dienstag um 22.26 Uhr Alarm. Sofort rücken mehr als 60 Feuerwehrleute in elf Fahrzeugen in Richtung Gymnasium und Realschule aus. Als die ersten Einsatzkräfte das Schulzentrum erreichen, ist das Foyer bereits stark verqualmt. Mehrere Trupps erkunden nun nach Angaben des Ditzinger Feuerwehrsprechers Andreas Häcker unter schwerem Atemschutz das Gebäude und entdecken Flammen im Chemiesaal des Gymnasiums.

Das Feuer hat zu diesem Zeitpunkt bereits auf weitere Räume übergegriffen. „Obwohl wir den Brand nach wenigen Minuten unter Kontrolle hatten, waren mehrstündige Nachlösch- und Belüftungsarbeiten erforderlich“, sagt Häcker am frühen Mittwochmorgen. Die Einsatzkräfte realisieren, dass sich Rauch und Ruß in über 20 Räume ausbreiten. Ihr Einsatz dauert bis 4 Uhr.

Der Schaden liegt nach Schätzungen der Polizei im hohen sechsstelligen Bereich. Ersten Erkenntnissen zufolge ist beim Ausbruch des Feuers niemand im Gebäude. Daher gibt es wohl auch keine Verletzten. Noch in der Nacht eilen Ditzingens OB Michael Makurath und der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Roland Spieß, an den Brandort in der Glemsaue. Dort beschließen die beiden, dass der Unterricht am Mittwoch ausfällt.

Am Morgen danach eröffnet sich das Ausmaß des Feuers. Der Chemiesaal ist verwüstet und verkohlt. Ein beißender Geruch liegt in der Luft. Die Ermittlungen sind nach Angaben der Polizei noch im Gang. Angaben zur Brandursache macht sie nicht.

Am Vormittag steht fest: Fünf bis sechs Fachräume im Erdgeschoss des Gymnasiums sind nach dem Feuer nicht mehr benutzbar, die Schwere der Schäden in den Technikräumen darunter ist noch unklar. Wegen des Gestanks muss der Unterricht an Gymnasium und Realschule für rund 1300 Schüler bis Freitag ausfallen, dann beginnen ohnehin die Faschingsferien.

Danach sollte der Schulbetrieb weitgehend normal wieder anlaufen, hofft Felix Stadtfeld. Jedenfalls, wenn die Schadstoffbelastung bis dahin so weit abgeklungen ist, dass Experten die Räume freigeben, schränkt der Rektor des Gymnasiums ein. Schon am Freitag treffen sich die Lehrerkollegien beider Schulen zur Besprechung, gleich nach den Ferien wird der Gemeinderat entscheiden müssen, ob und wo die vom Feuer zerstörten Unterrichtsräume – konkret geht es etwa um den Praktikumsraum für Chemie und Vorbereitungsräume für Chemie und Physik – provisorisch ersetzt werden können.

„Das ist ein herber Schlag“, seufzt Rektor Stadtfeld. Während die Brandermittler noch vor Ort sind, ist er so gut wie sicher, dass ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst haben muss: „Es gab am Dienstag keinen praktischen Chemieunterricht“, berichtet er – und also auch kein Hantieren mit Chemikalien. Gegen 19 Uhr sei letztmals eine Lehrerin in den Fachräumen gewesen, ohne etwas Verdächtiges zu bemerken. Sogar bis 22 Uhr dauerten einige Elternabende. Als der Brandmelder keine halbe Stunde später Alarm schlug, waren alle aus dem Haus. Brandgeruch oder gar Feuer hat niemand wahrgenommen.

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