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Flößer als Blickfang im Kreisel

Gemeinde entscheidet sich für eine Holzskulptur des Künstlers Otto Beer

Diese Skizze des Murrer Künstlers Otto Beer ist Grundlage für die Kreiselkunst.
Diese Skizze des Murrer Künstlers Otto Beer ist Grundlage für die Kreiselkunst.

murr. Der erste Kreisverkehr auf Markung der Gemeinde Murr ist gleich ein richtiger Brummer geworden: Autofahrer kreuzen jetzt durch ein mächtiges Rund, wenn sie zum Beispiel von der Landesstraße kommen und in Richtung Ortsmitte fahren. Aufgrund der Topographie kommt dabei fast das Gefühl auf, an einer Steilwandkurve entlangzufahren.

Da ist es naheliegend, dass der neue Kreisel an der Kreuzung Bergkelter/Langes Feld/Bietigheimer Straße nun auch noch eine seiner Bedeutung angemessene Gestaltung erhalten soll. Der Murrer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend einmütig dem Vorschlag zugestimmt, im großflächigen Inneren des Zirkels an die Flößervergangenheit der Gemeinde zu erinnern.

Dementsprechend wird nach einer Skizze des Murrer Künstlers Otto Beer die etwa 2,50 Meter große Gestalt eines Flößers die Szene dominieren, der mit einer langen Stange Baumstämme auf einem Fluss bewegt. Das Wasser wird dem Entwurf zufolge symbolisch mit blauem Glasschotter gebildet, die stilisierten Flussufer mit Pflanzen und Grünflächen gestaltet. Um das Lokalkolorit perfekt zu machen, werden sowohl die Baumstämme als auch das Holz für die Skulptur aus dem heimischen Hardtwald stammen.

Und weil man in Murr gerne vorausschauend plant und arbeitet, wurde beim Bau des Kreisverkehrs bereits für einen Wasser- und einen Stromanschluss gesorgt, so dass der Flößer nachts sogar mit Bodenstrahlern in Szene gesetzt werden kann.

Wer nun einwendet, dass es mit Kunst im Inneren von Kreisverkehren ja so eine Sache sei und an die vielen Diskussionen in der Vergangenheit über die Verkehrssicherheit von Objekten erinnert, der darf beruhigt sein: Natürlich hat es im Vorfeld einen Sicherheitsaudit gegeben, der zu dem Ergebnis kam, dass die Kreiselkunst innerörtlich grundsätzlich möglich ist, sofern sie die Belange der Verkehrssicherheit berücksichtigt.

Heißt in diesem Fall konkret: Gegenüber den Zufahrten dürfen keine starren Hindernisse angeordnet werden. Das gilt besonders für die Holzstämme. Deshalb wird der Flößer samt Landschaft so gedreht, dass diese Vorgabe erfüllt ist. Die Flussufer werden höher als ursprünglich geplant ausgebildet, damit die Autofahrer nicht auf den gegenüberliegenden Ast sehen können und langsam fahren müssen, um zu sehen, ob von dort ein anderer Wagen kommt, erläuterte Bürgermeister Torsten Bartzsch den Gemeinderäten.

Für einen Appel und ein Ei ist die Kreiselkunst freilich nicht zu haben. Rund 30 000 Euro nimmt die Gemeinde für den überlebensgroßen Flößer und die Gestaltung seiner Umgebung in die Hand. Im Frühjahr fällt laut Torsten Bartzsch der Startschuss für die Arbeiten.

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