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Frau gebissen: Peta fordert Hundeführerschein

Attacke eines freilaufenden Tieres in Aldingen – Tierrechtsorganisation: Viele Halter können Körpersprache ihres Vierbeiners nicht deuten

Remseck. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert nach dem Angriff eines freilaufenden Hundes im Remsecker Stadtteil Aldingen Konsequenzen. Wie berichtet hatte am Dienstagvormittag ein Mischlingshund im Schwetzinger Weg eine Frau in die Hand gebissen und dabei leicht verletzt. Der Hundehalter war nicht vor Ort und die Polizei sucht nun nach Hinweisen.

Angesichts des Vorfalls in Remseck fordert die Tierrechtsorganisation Peta umgehend die Einführung eines Hundeführerscheins in Baden-Württemberg. „Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine – es war verantwortungslos, dass der Hund unbeaufsichtigt frei herumlief und so die Frau verletzen konnte“, wird Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, in einer Pressemitteilung zitiert. „Viele Halter können das Verhalten, die Signale und die Körpersprache ihres Vierbeiners nicht richtig deuten und einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist“, so Hoger.

Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern.

Als erstes deutsches Bundesland habe Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen – seit Juli 2013 sei der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend, heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia.

Ein verpflichtender Hundeführerschein hat laut Peta einen weiteren Vorteil: Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter viele Tiere, die unüberlegt angeschafft wurden. (red)