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Für Fachleute ist Westrandbrücke alternativlos

Vertreter von Regierungspräsidium, Stadtverwaltung und Planungsbüro geben ihre Einschätzung zum geplanten Brückenbauwerk ab

Beim Bürgerentscheid stimmen die Remsecker über den Bau der Westrandbrücke ab. Visualisierung: Stadt Remseck
Beim Bürgerentscheid stimmen die Remsecker über den Bau der Westrandbrücke ab. Visualisierung: Stadt Remseck

Remseck. Corona ist daran schuld, dass nur 70 Menschen zur Podiumsdiskussion in die Stadthalle gehen durften. Dafür hatten die Menschen von zu Hause aus die Möglichkeit, per Livestream das Geschehen mitzuverfolgen und per WhatsApp Fragen zu stellen. 450 Personen schauten auf diese Weise zu, im Durchschnitt waren 140 Leute gleichzeitig dabei. Ihre Fragen und die von Moderator Helmut Bauer sorgten für aufklärende Antworten.

Jürgen Holzwarth, Referatsleiter Straßenplanung im Regierungspräsidium Stuttgart: „Wir sind als Land Baden-Württemberg betroffen, weil die zu entlastende Straße eine Landstraße ist und eine regionale Bedeutung hat“, sagte Holzwarth. Die Westrandbrücke sei die Optimierung aller anderen Varianten, die nicht zu verwirklichen sind. Alle Alternativen seien gescheitert. Die von der BI „Wir für morgen“ ins Spiel gebrachte Neckarquerung beim Hornbach würde innerorts zu keiner Verkehrsentlastung führen. „Diese große Umgehung macht keinen Sinn – deshalb haben wir sie 2014 schon begraben“, sagte Holzwarth. Sie mache einen Straßenneubau erforderlich, für den er keinen Korridor sehe. Die zweispurig geplante Westrandbrücke sei ausreichend dimensioniert und werde im Falle eines „Ja“ beim Bürgerentscheid nicht noch mehr Spuren erhalten. „Das wäre sonst eine schlechte Planung.“ Sollten sich die Remsecker gegen die Westrandbrücke entscheiden, werde an der bestehenden Neckarbrücke erst mal nichts gemacht. Zu einem späteren Zeitpunkt müsste man sie wohl vierspurig ausbauen, um sie leistungsfähiger zu machen.

Baubürgermeisterin Birgit Priebe: Wir haben die Planung der Bürgerinitiative sehr ernst genommen, doch mit ihr verbleiben auf der bestehenden Neckarbrücke immer noch 27000 Fahrzeuge“, sagte sie. Mit dieser Variante einer zwei Kilometer westlich gelegenen Umfahrung müssten die Remsecker weite Strecken zurücklegen, wenn sie in ihre Stadtteile fahren möchten. Sie warf der Bürgerinitiative „Wir für morgen“ vor, ihr Konzept nicht zu Ende gedacht zu haben. An die Remsecker gerichtet sagte sie, dass im Zuge des Bürgerentscheids nicht über die Gestaltung der Westrandbrücke abgestimmt werde. Dafür stelle sie sich einen Wettbewerb vor. Die Westrandbrücke sei alternativlos. Alle anderen Varianten seien planerisch geprüft und verworfen worden. Der Anteil an bezahlbarem Mietwohnungsraum in den weiteren Bauabschnitten zur Neuen Mitte liege bei 15 Prozent, könne aber bei der Bürgerbeteiligung auf Wunsch auch erhöht werden.

Verkehrsplaner Frank Gericke: Um eine neue Trasse leistungsfähig zu gestalten, müsse sie so nah wie möglich an der alten Stelle liegen, sagte Gericke. Sprich: Die Westrandbrücke müsse nah genug an der Neckarbrücke geplant werden, weil sonst ungewollte Fahrströme entstehen, die entweder zu keiner Entlastung oder andernorts gar zu einer Mehrbelastung führten. Die Westrandbrücke samt Knotenpunkten erfülle alle Erwartungen an die Leistungsfähigkeit – auch hinsichtlich der Erreichbarkeit von Bus und Bahn.

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