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Stadtfest

Ganz Asperg feiert sein Jubiläum

Mit einem deutsch-französischen Fassanstich wurde am Samstag das Asperger Stadtfest offiziell eröffnet. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das 1200-Jahr-Jubiläum kräftig gefeiert. Erinnerungsstücke gab es außerdem jede Menge.

Eine Menge los war am Wochenende auf den Straßen von Asperg, wo Mittelalter auf Moderne traf: Kinder im Flugsimulator (rechts oben) oder beim Mittelaltermarkt (unten). Fotos: Ramona Theiss
Eine Menge los war am Wochenende auf den Straßen von Asperg, wo Mittelalter auf Moderne traf: Kinder im Flugsimulator (rechts oben) oder beim Mittelaltermarkt (unten). Foto: Ramona Theiss
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Asperg. Beim Mittagessen waren dem Bürgermeister aus Aspergs französischer Partnerstadt Lure, Eric Houllay, nicht nur Speisen aufgetischt worden, sondern auch die Ankündigung, ihm werde die Ehre zuteil, den Hammer beim Fassanstich zu schwingen. Sein Asperger Kollege Christian Eiberger assistierte mutig und hielt den Zapfhahn. Diskret standen zwei Helfer des Roten Kreuzes mit Notfallrucksack im Hintergrund bereit.

Sechs oder sieben Schläge, etwa ein Liter Schwund – und der Gerstensaft floss in die Maßkrüge aus Steingut. Die Stadtkapelle spielte „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ und es wurde herzlich miteinander angestoßen. Die umjubelte Zeremonie wurde von dutzenden Kameras dokumentiert. Das Freibier schenkte Stadträtin Gerlinde Bäßler aus. „Ich stamme schließlich aus einer Wirtsfamilie“, erklärte sie.

Für Houllay war es nicht das erste Fass, das er angestochen hat. Vor zwölf Jahren hatte er schon einmal eines angezapft. Zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Lure und Asperg, erinnert er sich an dieses erste Mal. „Es ist einfacher, eine Flasche Wein zu entkorken.“

Ausnahmsweise war die Königstraße für dieses besondere Stadtfest gesperrt. Dort waren einige Food Trucks aufgefahren mit ihrem eher ungewöhnlichen Essensangebot. Laugenburger zum Beispiel, Maultaschen mit scharfer Füllung und spanische Churros. Türkische Spezialitäten und Erdbeerbowle, die Klassiker, wurden auf dem Marktplatz verkauft: Würste, Fleischbrot, Göckele, Pommes und Co. Etwa 30 Asperger Vereine beteiligten sich mit reichhaltigem Angebot in flüssiger wie fester Form.

Abheben ohne die Bodenhaftung zu verlieren, konnten Kinder und Jugendliche beim Luftsportverein Hohenasperg. Das Cockpit eines Segelflugzeugs war aufgebaut, auf einem Bildschirm sah man die Welt aus der Vogelperspektive. Nebenan ein weiterer Flugsimulator, bei dem man am Steuer versuchen konnte, auch eine A 380 sicher auf die Landebahn zu setzen. „Nachwuchsarbeit liegt uns am Herzen“, betont der Vorsitzende Klaus Schmädeke. Deshalb seien die Preise für Flugstunden taschengeldfreundlich gestaltet.

Zwei Euro kosteten Postkarten beim Sammlerverein der Briefmarkenfreunde mit Asperger Motiven, unter anderem mit den bunten Eseln, die gerade überall in der Stadt verteilt stehen. Die Postkarten werden ans Hauptpostamt nach Weiden, geschickt, wo sie einen Sonderstempel „Geschichte trifft Gegenwart“ zum Stadtjubiläum bekommen und an den Absender zurückgehen. Vor drei Jahren war schon einmal eine Sonderbriefmarke beantragt, aber abgelehnt worden. „Bedauerlich“, meint Patricia Fischer von der Stadtverwaltung.

Über ihr Kulturamt lief auch die Vermarktung der zahlreichen Souvenirs. T-Shirts und Käppis, Viertelesgläser und Tassen, Schirm und Badetuch, Vesperbrett und Wein-Set. Über 30 Artikel waren produziert worden, exklusiv und in einer limitierten Auflage von nur 100 Stück der Keltenkrieger und ein Bausatz vom Löwentor, beides von Lego. Ebenfalls nur in begrenzter Anzahl erhältlich sind die Nachbildungen keltischer Fundstücke in Form von Schlüsselanhängern oder Schmuck.

„Peng!“ Ein Knall wie ein Gewehrschuss: Patrick Simm ist Münzpräger und lässt einen 42 Kilo schweren Hammer auf eine Metallscheibe fallen. Die Stempel für Vorder- und Rückseite der Medaille hat er selbst gestochen. Auch sie zeigt eine Sonderprägung zum Asperger Stadtjubiläum. Auf Bestellung liefert der Renninger sie auch in Silber und Gold.

Der Mittelaltermarkt vor der Michaelskirche vermittelte einen Eindruck davon, wie es vielleicht ausgesehen haben mag, als das Städtchen 1535 vom Berg an dessen Fuß umsiedelte. Vor der Kirche war – neben der Bühne am Marktplatz – eine zweite aufgebaut. Beide wurden abwechslungsreich bespielt. So spielte die Theatergruppe des Friedrich-List-Gymnasiums, die die Sage vom Asperger Esel.

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