Logo

Gesucht: Neuer Herr über das Heimerdinger Forsthaus

Stadt Ditzingen verkauft das Heimerdinger Gebäude – Zuletzt als Werkstatt und für Schulungen genutzt

Das denkmalgeschützte Forsthaus wartet auf neue Eigentümer.Foto: privat
Das denkmalgeschützte Forsthaus wartet auf neue Eigentümer. Foto: privat

Ditzingen. Die Stadt Ditzingen will das fast 100 Jahre alte Forsthaus in Heimerdingen verkaufen. Einen Preis nannte die Verwaltung auf Anfrage nicht, teilte aber mit, dass die Interessenten gegenüber dem Liegenschaftsamt ein Kaufangebot sowie ein Sanierungs- und Nutzungskonzept vorlegen müssten. Seit Mitte der Neunziger wurde das Gebäude als „Forsttechnischer Stützpunkt“ für Schulungen und als Werkstatt genutzt, Anfang 2020 aber hat sich der Staatswald des Landes von der Landesforstverwaltung mit einem Eigenbetrieb getrennt, und die Stadt entschied sich im Herbst zum Verkauf, heißt es aus dem Rathaus.

Der zweigeschossige Bau aus dem Jahr 1928, der aufgrund seiner historischen Bedeutung auf der Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg steht, wurde vom Architekten Winner im Stil der sogenannten „Stuttgarter Schule“ errichtet und sei „ein besonders anschauliches Beispiel“, wie sich diese Richtung auch auf dem Land verbreitete.

Im Inneren überwiegt die bauzeitliche Ausstattung. Auf 300 Quadratmetern Wohnfläche haben sich zahlreiche Türen, das Fischgrätparkett, Fenster aus handgezogenem Glas, die Fensterläden sowie der tonnengewölbte Kellerraum erhalten. Auf dem 1200 Quadratmeter großen Grundstück befindet sich ein 1930 vom ersten Forstmeister Drescher gepflanzter, ortsbildprägender Nussbaum.

Das Haus wurde seit seiner Erbauung von der Forstverwaltung genutzt. Das Obergeschoss bewohnte der Forstmeister mit seiner Familie, zudem eine Hausangestellte. Bis 1994 versahen in den Büroräumen im Untergeschoss neben dem „Forstmeister“, heute Forstamtsleiter, auch drei Angestellte ihren Dienst. Dann zog das Forstamt nach Vaihingen.

Das Gebäude wurde daraufhin großzügig zum Stützpunkt mit unter anderem vier Garagen umgebaut. Ein weiterer Umbau sei möglich, so Stadtsprecher Jens Schmukal, müsse aber immer mit dem Denkmalamt abgestimmt werden. (red/jsw)