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Winzerfest

Gibt es ein Winzerfest? Besigheim entscheidet im April

In diesem Jahr wäre es eigentlich wieder so weit: Das Besigheimer Winzerfest soll am dritten Wochenende im September die feierwütigen Besucher in die Stadt locken. Aber ist das angesichts der aktuellen Infektionslage realistisch? Eine Entscheidung für oder gegen das Winzerfest will der Gemeinderat spätestens im April treffen. Klar ist aber schon jetzt: Ein „Winzerfest light“ wird es nicht geben.

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Besigheim. In den Altstadtgassen drücken sich die Menschen aneinander vorbei, auf den Plätzen wird gefeiert und angestoßen und beim Festumzug am Sonntag säumen Tausende die Straßen. Typische Winzerfeststimmung eben – zu normalen Zeiten. Aber die jetzige Zeit ist alles andere als normal. Und es ist auch nur schwer vorherzusagen, wie es mit der Coronapandemie im Laufe des Jahres weitergeht. Dennoch hat sich der Besigheimer Verwaltungsausschuss am Dienstagabend mit dem Fest der Feste beschäftigt. Es ging um Programmgestaltung, Festzugsmotto („50 Jahre Eingliederung von Ottmarsheim nach Besigheim“), um Stand- und Korkengeld sowie die Sperrzeiten. Aber es ging vor allem auch darum, wie mit so einer Großveranstaltung in Zeiten der Pandemie umzugehen ist.

Bürgermeister Steffen Bühler schlug vor, jetzt einen Beschluss unter Vorbehalt zu treffen und in der Gemeinderatssitzung am 20. April endgültig darüber abzustimmen, ob das Winzerfest stattfinden wird. Zuvor werde die Verwaltung ein Stimmungsbild unter den Mitorganisatoren einholen. „Die Entscheidung im April wird sicher nicht leicht werden.“ Er betonte, dass es aus Sicht der Verwaltung kein „Winzerfest light“ geben werde. Also, es könnte durchaus ein alternatives Fest geben, falls das große Winzerfest abgesagt werde, aber eben nicht unter gleichem Namen. Denkbar wäre auch, dass Privatleute oder Vereine solch ein Fest organisierten. Bühler schloss ebenfalls aus, das Winzerfest auf 2022 zu verschieben. Der Zweijahresrhythmus solle beibehalten werden, schließlich gebe es in der Stadt und den Nachbarkommunen in den Jahren zwischen den Winzerfesten feste Veranstaltungen.

Walter Zeyhle (FWV) hätte gerne am Dienstagabend darüber beraten, ob das Fest stattfinden soll – und nicht erst im April. Für ihn sei es angesichts der aktuellen Lage undenkbar, dass das Winzerfest stattfindet. „Es wurde schon mal abgesagt und davon ging die Welt nicht unter.“ Ihm wäre nicht wohl dabei, wenn nach Ende der Sommerferien und kurz nach Schulbeginn das Winzerfest veranstaltet würde. Auch Helmut Fischer (BMU) hatte Bedenken, im September so ein großes Fest zu veranstalten. Er fand den Vorstoß von Walter Zeyhle „mutig und weitsichtig“. Edgar Braune (WIR) hingegen meinte, dass jetzt so geplant werden sollte, als würde das Fest stattfinden. „Ich denke sogar, der Termin im April ist zu früh.“ Es reiche, wenn man drei Monate vor Festbeginn entscheide. Die Stadt könnte doch mit ihren Vertragspartnern vorab regeln, dass das Winzerfest wegen Corona vielleicht nicht stattfinde. Eine Entscheidung im Juni kommt aus Sicht der Verwaltung angesichts des enormen Organisationsaufwands aller Beteiligten allerdings viel zu spät. Bühler: „Ich setze meine Leute doch nicht monatelang für die Planung ein und dann findet es doch nicht statt.“ Auch von den Vereinen sei signalisiert worden, dass sie eine frühzeitige Entscheidung möchten.

Der Verwaltungsausschuss stimmte den grundsätzlichen Planungen zu. Spätestens im April wird der Gemeinderat entscheiden, ob das Winzerfest stattfindet.

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