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Bürgerspaziergang

Großes Interesse am Enzpark

Das Parkhaus ist fertig und der Mühlensteg so gut wie – bei einem Bürgerspaziergang hat die Besigheimer Stadtverwaltung die Baufortschritte im Enzpark präsentiert. Von den Teilnehmern gab es Kritik und Verbesserungsvorschläge.

In einzelnen Gruppen informieren sich die Bürger über den Baufortschritt im Besigheimer Enzpark. Stadtplaner Ulrich Frey erläutert den Wegeplan und den künftigen Spielplatz. Fotos: Andreas Becker
In einzelnen Gruppen informieren sich die Bürger über den Baufortschritt im Besigheimer Enzpark. Stadtplaner Ulrich Frey erläutert den Wegeplan und den künftigen Spielplatz. Foto: Andreas Becker
In einzelnen Gruppen informieren sich die Bürger über den Baufortschritt im Besigheimer Enzpark. Stadtplaner Ulrich Frey erläutert den Wegeplan und den künftigen Spielplatz. Fotos: Andreas Becker
In einzelnen Gruppen informieren sich die Bürger über den Baufortschritt im Besigheimer Enzpark. Stadtplaner Ulrich Frey erläutert den Wegeplan und den künftigen Spielplatz. Foto: Andreas Becker
Mitunter ist noch viel Vorstellungskraft nötig, wie es im Enzpark später aussehen könnte.
Mitunter ist noch viel Vorstellungskraft nötig, wie es im Enzpark später aussehen könnte.

Besigheim. Trotz Corona ist das Interesse der Bürger an den Entwicklungen im Besigheimer Enzpark groß. Viele Interessierte sind am Samstag gekommen, um sich beim Bürgerspaziergang über den Baufortschritt zu informieren. Neben Bürgermeister Steffen Bühler und Stadtbaumeister Andreas Janssen stehen Bauleiter Roland Wagner und Stadtplaner Ulrich Frey zum Gespräch bereit. Aufgeteilt in drei Gruppen können das Parkhaus, der Mühlensteg sowie die Baupläne für das Wegenetz und den Spielplatz besichtigt werden.

Von zehn zur Diskussion stehenden Standorten sei der an der Enz als optimal für die West- und Südstadt übrig geblieben, erklärt Stadtbaumeister Janssen zum Parkhaus. Abzüglich der vier Stellplätze für E-Mobilität und der je zwei Behindertenparkplätze pro Etage stünden 190 Flächen für freies Parken zur Verfügung. Durch ein geändertes Beleuchtungskonzept auf der obersten Etage strahle vom Parkhaus kein Licht auf die Stadt ab, erklärt Janssen. Auch auf die Kunst im Treppenhaus weist er hin, die mit Spenden der Baufirmen finanziert wurde. Doch die Bürger bewegen andere Themen. So beklagt eine Frau, dass sich Jugendliche beschallt von ihren Ghettoblastern im Parkhaus treffen. Das Problem sei bekannt und eine Lösung bereits in die Wege geleitet, antwortet Janssen: „Genau das ist die Triebfeder für eine Kameraüberwachung.“ Diese solle nachträglich installiert werden. Auch zusätzliche Mülleimer sollen angebracht und täglich geleert werden.

Derweil steht Stadtplaner Ulrich Frey am Enzufer und beschwört die Vorstellungskraft seiner Zuhörer herauf, unter denen auch der CDU-Landtagskandidat Tobias Vogt aus Kirchheim ist. Von einer Parklandschaft ist hinter den Bauzäunen noch nichts zu sehen. Kies und Asphalttrümmer türmen sich auf, Baumaschinen stehen auf einer Aufschüttung. Diese sei aus Hochwasserschutzgründen für den Fuhrpark erstellt worden und werde wieder abgetragen, erklärt Frey. Kies und Asphaltreste des bisherigen Parkplatzes warten derweil auf ihren Abtransport, sobald die Schadstoffanalyse vorliegt. Grün ist daher bisher nur auf den von Frey präsentierten Bauplänen zu sehen.

„Hier wird der Hauptweg von den Enztreppen zum Parkhaus mit einer durchgehenden Baumreihe entlangführen“, erläutert er und deutet auf gelbe Farbmarkierungen auf matschigem Grund. Vorgesehen sei für den Weg ein Possehl-Belag, wie es ihn an den Enztreppen bereits gebe. Dies sei ein bewehrtes Material für Orte mit hoher Beanspruchung, erläutert Frey auf Nachfrage. Für den Spielplatz möge man doch von einem Fallschutz aus Kies absehen, bittet ein Besucher. Seiner Erfahrung nach, die er auf anderen Besigheimer Spielplätzen gemacht habe, verursache Kies im Sommer „eine furchtbare Hitze“. Der Gemeinderat solle dies bei der Gestaltung berücksichtigen.

Kritik an der Materialwahl gibt es auch beim Mühlensteg, der sich bereits futuristisch vor der Kulisse der historischen Altstadt über die Enz schwingt, aber noch nicht fertig beschichtet ist. „Ich finde es immer schade, wenn man Beton hinmacht und ihn später verblendet, dass es nach Stein aussieht“, so ein Kommentar zur neuen Stützwand am gegenüberliegenden Ufer. „Die alte Natursteinmauer ist allein vom Hinschauen schon zusammengefallen“, kontert Bauleiter Roland Wagner. Wegen des Hochwasserschutzes kam auch für die Rampe der Brücke am anderen Ufer Beton statt des ursprünglich geplanten Erdwalls zum Einsatz. „Der Wall hätte mehr Retentionsfläche in Anspruch genommen.“ Das ist die Fläche, die im Falle eines Hochwasserabflusses als Überflutungsareal genutzt werden kann. Doch selbst dieser Beweggrund wird vereinzelt in Zweifel gezogen. „Es ist widersinnig, dass man wegen eines Naturphänomens Natur ersetzt“, so eine Teilnehmerin.

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