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Landratswahl

Heiner Pfrommer ist erster Kandidat

Heiner Pfrommer ist der erste offizielle Kandidat für den Posten des Ludwigsburger Landrats. Der Sozialdezernent hat seine Bewerbung am Donnerstag abgegeben.

Heiner Pfrommer. Foto: privat
Heiner Pfrommer. Foto: privat

Kreis Ludwigsburg. „Ich habe Lust und Freude daran, im Landkreis mitzugestalten – in Zukunft hoffentlich an noch herausgehobenerer Stelle“, bestätigt Pfrommer auf Anfrage unserer Zeitung seine Kandidatur. Die Gespräche mit den Fraktionen in den vergangenen Wochen hätten ihn bestärkt, „den Kreisräten als parteiloser Bewerber ein Personalangebot zu machen“, so der Dezernent weiter. „Im Amt des Landrats will ich mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, die Zukunft des Landkreises wirtschaftlich erfolgreich, ökologisch nachhaltig und sozial verantwortlich zu gestalten“, formuliert er in seinem Bewerbungsschreiben.

Der 39-jährige verheiratete Vater zweier Töchter ist ein echtes Eigengewächs des Landratsamtes. Der Volljurist hat im Rechtsamt angefangen und sich dann über verschiedene Stationen bis zum Sozialdezernenten hochgearbeitet. Aufsehen erregte er im Streit mit dem scheidenden Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec über die Stadtbahn. Bei der entscheidenden Sitzung im Gemeinderat bot er dem mittlerweile abgewählten Stadtoberhaupt mit viel Verve die Stirn. Schon damals wurde klar, dass Pfrommer noch mehr Ambitionen hat als das Sozialdezernat. Seit Juni 2018 ist Pfrommer auch Leitender Regierungsdirektor und offiziell zuständig für die Stadtbahn.

Die wichtigsten Themen, die er angehen möchte, sind die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in den RKH Kliniken, die Verbesserung der Mobilität, die Digitalisierung, eine bedarfsgerechte Pflegeinfrastruktur und die Sicherung des Fachkräftebedarfs.

Ob er allerdings auch Chancen hat, Landrat und damit Nachfolger von Amtsinhaber Dr..Rainer Haas zu werden, ist derzeit nicht ausgemacht. Zumal er als parteiloser Kandidat keine Fraktion hinter sich weiß. „Aber das kann auch ein Vorteil sein“, so Pfrommer.

Unklar, wer noch antritt

Nämlich dann, wenn sich die Bewerber der einzelnen Fraktionen bei der Landratswahl am 15. November gegenseitig blockieren. Noch ist nicht klar, wer tatsächlich neben Pfrommer seinen Hut in den Ring werfen wird. Dem Kornwestheimer Bürgermeister Dietmar Allgaier (CDU) werden derzeit bessere Chancen in der Fraktion seiner Partei nachgesagt als dem Tübinger Vize-Regierungspräsident Utz Remlinger, der ebenfalls Interesse signalisiert hat. Eine endgültige Entscheidung wird wohl erst im Laufe der kommenden Woche fallen.

Die Grünen wollen Christoph Erdmenger ins Rennen schicken. Auch wenn der 49-jährige Leiter der Abteilung „Nachhaltige Mobilität“ im Stuttgarter Verkehrsministerium seine Kandidatur noch nicht offiziell eingereicht hat, so wird doch erwartet, dass die Grünen mit diesem Personalvorschlag ihre neue Stärke im Kreistag unterstreichen wollen.

Dem ersten Landesbeamten aus Göppingen, Jochen Heinz, wird attestiert, dass er seine Kandidatur zielstrebig vorantreibe. Auch wenn er wohl ebenfalls keine Fraktion hinter sich weiß. Sein Amtskollege Markus Möller (CDU) soll bislang wenig in Erscheinung getreten sein.

Freie Wähler hoffen auf Maisch

Gibt es noch einen Überraschungskandidaten? Die Freien Wähler sind jedenfalls unglücklich, dass ihr Favorit, der Herrenberger Oberbürgermeister Thomas Sprißler, abgesagt hat. „Er hätte großes kommunales Gewicht mitgebracht“, heißt es hinter den Kulissen. Jetzt steht die erstmals größte Fraktion im Kreistag ohne eigenen Bewerber da. Möglicherweise bahnt sich vor diesem Hintergrund doch noch eine Wendung an. In den vergangenen Tagen wird der Name des Vaihinger Oberbürgermeisters Gerd Maisch wieder häufiger genannt. Bislang hat er entsprechende Gerüchte immer zurückgewiesen. Aber vielleicht kommt er mit einem neuen Entschluss nächste Woche aus seinem Kurzurlaub zurück.

Die Bewerbungsfrist endet am 19. August. Bis dahin muss sich auch Maisch entschieden haben.

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