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Helfer-vor-Ort

Helfer-vor-Ort helfen, bis der Rettungswagen da ist

Die Helfer-vor-Ort sind die schnelle Eingriffstruppe im Rettungsdienst. Sie helfen Mitmenschen rasch in medizinischen Notsituationen, bis der Rettungswagen da ist. Im Landkreis Ludwigsburg hat sich das System längst etabliert. Nun gibt es auch beim DRK-Ortsverein Besigheim eine solche Gruppe.

Foto: tim-macht-fotos.de/stock.adobe
Foto: tim-macht-fotos.de/stock.adobe

Besigheim. Einen Rettungsdienst gibt es in Besigheim. Der Arbeiter-Samariter-Bund besetzt die Rettungswache und kann bei medizinischen Notfällen innerhalb des Stadtgebiets schnell Hilfe leisten. Doch wenn die Retter gerade unterwegs sind oder im Nachbarort ein Patient Hilfe benötigt, kann es mitunter etwas länger dauern. Hier kommen die Helfer-vor-Ort des Deutschen Roten Kreuzes ins Spiel. Sie sind quasi gut ausgebildete Ersthelfer aus der Nachbarschaft, denn sie leben häufig in der Kommune, in der sie Hilfe leisten und sind damit schneller am Unglücksort als der Notarzt. Ihre Aufgabe ist es, im Ernstfall die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Damit übernehmen die sogenannten First Responder, die ausschließlich ehrenamtlich arbeiten, eine wichtige Funktion in der Rettungskette.

Seit Anfang des Jahres gibt es auch beim DRK-Ortsverein Besigheim eine solche Gruppe. Die Besigheimer sind damit relativ spät dran, denn die ersten Helfer-vor-Ort haben sich beim DRK schon vor rund 15 Jahren gegründet. Mittlerweile gibt es nahezu in jeder Kommune im Landkreis solche Ersthelfer (siehe zweiter Text). In Besigheim habe es länger an ausreichend aktiven Helfern gefehlt, berichtet Axel Homma, der beim Ortsverein Bereitschaftsleiter ist. „Aber jetzt sind wir so weit, auch von der personellen Ausstattung her.“

25 aktive Helfer gehören dem Ortsverein Besigheim mittlerweile an, zehn von ihnen können als Helfer-vor-Ort eingesetzt werden. Dafür muss unter anderem ein spezieller Lehrgang besucht werden, es sei denn man ist ohnehin medizinisch dafür qualifiziert. Auch regelmäßige Fortbildungen sind Pflicht. Alarmiert werden die Helfer-vor-Ort zeitgleich mit dem Notarzt von der Integrierten Leitstelle in Ludwigsburg. „In der Regel sind wir drei bis fünf Minuten vor dem Rettungsdienst vor Ort“, berichtet Homma. Minuten, die entscheidend sein und mitunter Leben retten können. Seit Anfang des Jahres seien die Besigheimer First Responder schon zu über 40 Einsätzen ausgerückt und hätten Hilfe geleistet unter anderem bei Stürzen, Atemnot, Schlaganfällen und einer Hirnblutung. Und zwar nicht nur in Besigheim und Ottmarsheim – auch nach Hessigheim, Walheim und Löchgau rücken die Ersthelfer aus.

Für die Bevölkerung ist der Einsatz kostenlos, der Ortsverein finanziert alles aus Fördermitgliedsbeiträgen und Spenden. „Daher sind wir auf die Unterstützung aus der Bevölkerung und von den Kommunen angewiesen“, betont Homma. Allein die Ausstattung für das Einsatzmaterial liege bei rund 21000 Euro. Jeder Helfer benötigt beispielsweise einen Rucksack mit Sauerstoffflasche, Blutdruck- sowie Blutzuckermessgerät und zusätzliches medizinisches Material.

Die Verantwortlichen vom DRK haben deshalb die Kommunen, in denen ihre Ersthelfer ausrücken, um finanzielle Unterstützung gebeten. In Hessigheim und Löchgau haben die Gemeinderäte bereits zugestimmt (wir berichteten), Besigheim hat seine Bereitschaft signalisiert. Auf eine Antwort aus Walheim warte man noch, sagt Homma. Positive Rückmeldungen habe man auch aus der Bevölkerung erhalten, berichtet der 32-Jährige. Für die große Unterstützung sei man sehr dankbar.

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