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Luftrettung

Hubschrauber ist startklar

Christoph 51 bald rund um die Uhr einsatzbereit – Schon vor über zehn Jahren klagten die Anwohner

Der Rettungshubschrauber in Pattonville soll 24 Stunden im Einsatz sein. Archivfoto: Alfred Drossel
Der Rettungshubschrauber in Pattonville soll 24 Stunden im Einsatz sein. Foto: Alfred Drossel

Pattonville. Die Entwicklung scheint klar: Das Land will mehr zentrale Kliniken und keine kleinen Krankenhäuser. Dafür muss gleichzeitig der Rettungsdienst aufgerüstet werden. Diese Woche stellte das Stuttgarter Innenministerium ein Gutachten vor, das die Rettungshubschrauber in Baden-Württemberg neu verteilt. Die wichtigsten Aussagen für den Landkreis Ludwigsburg: Der Hubschrauber Christoph 41 aus Leonberg soll in Richtung Tübingen verlegt werden. Die andere Maschine, Christoph 51 auf dem Flughafen in Pattonville, soll zukünftig auch nachts fliegen.

Bisher gab es im Land acht Hubschrauber, in zwei bis fünf Jahren könnten es zehn sein. So lange wird es dauern, bis die Verhandlungen abgeschlossen und die notwendigen Genehmigungen eingeholt sind. Auch müssen noch Gespräch mit den Krankenkassen geführt werden, denn diese müssen die Aufstockung am Ende auch bezahlen.

Wie und ob die Untersuchung genau so umgesetzt wird, steht noch in den Sternen. „Auf dieser Grundlage werden wir die Struktur der Luftrettung noch gezielter an die heutigen Bedürfnisse anpassen“, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Wilfried Klenk, bei der Vorstellung des 221 Seiten starken Gutachtens. Dabei wurde das gesamte Bundesland untersucht. Mit einer Veränderung der Standorte könne eine deutlich bessere Flächenversorgung erreicht werden. In Osterburken und Lahr sollen zusätzliche Hubschrauber-Standorte eingerichtet werden.

Protest aus Pattonville

Der Standort Pattonville wird sicherlich eine Herausforderung. Denn bereits bei der Stationierung von Christoph 51 vor über zehn Jahren gab es Proteste aus Pattonville. Der Flughafen liegt eigentlich nur auf der anderen Straßenseite der früheren US-Siedlung, zudem ist die Bebauung in den vergangenen Jahren dem Flugfeld immer näher gerückt.

Der Hubschrauber ist eigentlich für Notfallverlegungsflüge eingerichtet worden. Das bedeutet, dass schwer verletzte oder kranke Patienten in ein Spezialkrankenhaus geflogen werden können, ohne dass die anderen Rettungshubschrauber beeinträchtigt werden. Schon damals im Oktober 2009, als der Hubschrauber in Pattonville stationiert wurde, gab es auch die Erlaubnis, dass Christoph 51 zu Notfalleinsätzen fliegen darf. Schon damals befürchteten die Bewohner von Pattonville, dass es bei diesen Ausnahmen nicht bleiben wird. Aktuelle Zahlen von 2019 bestätigen das. Über das Jahr wurden insgesamt 1170 Einsätze geflogen. Bei deutlich weniger als der Hälfte handelte es sich um Intensivtransporte.

Zukünftig soll der Hubschrauber rund um die Uhr im Einsatz sein. „Wir betreiben mit elf Stationen die meisten 24-Stunden-Einrichtungen in Deutschland. Wir haben europaweit die größten Erfahrungen bei Nachtflügen. Bisher haben wir stets gute Erfahrungen an den Standorten gemacht. Wir hoffen, dass dies auch in Zukunft so bleibt“, so Maren Wittman, Sprecherin der Deutschen Luftrettung (DRF). Ansonsten hält man sich bedeckt, wohl wissend, dass noch einige Jahre ins Land gehen, bis endgültige Entscheidungen getroffen sind.

Dem jetzt vorgestellten Gutachten wurde zugrunde gelegt, dass der Hubschrauber flächendecken innerhalb von 20 Minuten an seinem Einsatzort ist. Nachts darf es zehn Minuten länger dauern, weil die Vorbereitungen für einen entsprechenden Flug aufwendiger sind.

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