Logo

Infrastruktur

Im Dialog für ein neues Stadtzentrum

Mit dem Bau der Westrandbrücke möchte die Remsecker Verwaltung die Entwicklung der Stadt vorantreiben und die bisherige, viel befahrene Neckarquerung autofrei gestalten. Um die Bewohner bis zum Bürgerentscheid am 15. November mit genügend Informationen auszustatten, startete die Verwaltung am Mittwochabend in Aldingen einen Bürgerdialog.

Die Visualisierung der Stadt Remseck zeigt die Neckarbrücke, wie sie sich der Planer nach dem Bau der Westrandbrücke vorstellt. Daneben die von der Bürgerinitiative „Wir für morgen“ veränderte Variante mit einer Busspur sowie einem breiten Fahrradweg
Die Visualisierung der Stadt Remseck zeigt die Neckarbrücke, wie sie sich der Planer nach dem Bau der Westrandbrücke vorstellt. Daneben die von der Bürgerinitiative „Wir für morgen“ veränderte Variante mit einer Busspur sowie einem breiten Fahrradweg. Visualisierungen: Stadt Remseck/Bürgerinitiative „Wir für morgen“
80 Interessierte sind in die Aldinger Gemeindehalle gekommen, um mehr über die geplante Westrandbrücke zu erfahren. Fotos: Ramona Theiss
80 Interessierte sind in die Aldinger Gemeindehalle gekommen, um mehr über die geplante Westrandbrücke zu erfahren. Foto: Ramona Theiss

Remseck. „Das Projekt ist für die Stadt essenziell und bietet die einmalige Chance, das Leben an zwei Flüssen zu verwirklichen“, sagte Oberbürgermeister Dirk Schönberger zu Beginn der Veranstaltung, die in drei Teile gegliedert war. Zu Beginn stellten Fachleute in der Gemeindehalle das Vorhaben und den Planungsstand vor. Anschließend konnten die Interessierten in der benachbarten Sporthalle an verschiedenen Ständen Fragen stellen und Anregungen geben (siehe Artikel unten). Danach gab es ein Resümee in der Gemeindehalle. 80 Bürger nutzen die Gelegenheit, vor Ort dabei zu sein, bis zu 150 Menschen gleichzeitig verfolgten das Geschehen live über Youtube.

Bereits 1997 habe man sich darauf festgelegt, dass Remseck am Zusammenfluss von Rems und Neckar ein Zentrum erhalten soll, sagte der OB. 2011 sei im Zuge eines Ideenwettbewerbs klar geworden, dass die Neckarbrücke autofrei und eine Westrandbrücke gebaut werden soll. Er sei als Bürger Teil des Prozesses gewesen.

Bügermeisterin Birgit Priebe stellte die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten vor, die sich mit dem Bau der Westrandbrücke ergeben würden. Nach der ersten Konzeption, die 2019 noch drei Fahrstreifen vorsah, seien aus der Bürgerschaft zahlreiche Anregungen gekommen. Diese hätten zu einer neuen Konzeption geführt, die im Mai dieses Jahres vorgestellt wurde. Das Ergebnis: Die Brücke ist nur noch zweistreifig, die Planung beinhaltet unter anderem eine direkte Verbindung zwischen Aldingen und Neckargröningen, eine bessere Fuß- und Radwegeanbindung an Busbahnhof und Stadtbahn-Endhaltestelle und die Fellbacher Straße rückt weiter vom Schlossberg weg.

Von den drei Bauabschnitten der Neuen Mitte werde der erste mit Rathaus und Stadthalle im Mai 2021 fertig. Im zweiten Abschnitt dominiere der Einzelhandel, im dritten der Wohnungsbau. Insgesamt könne Wohnraum für mindestens 1000 Menschen mit Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und kulturellen Angeboten entstehen. Das Neckarufer werde für die Naherholung umgestaltet, auf der alten Neckarbrücke hätten Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel Vorrang. „Um die Neue Mitte so attraktiv zu machen, brauchen wir die Westrandbrücke“, sagte Priebe. Wird sie nicht gebaut, würden weiterhin 36000 Fahrzeuge auf der bisherigen Neckarbrücke fahren, die dann verbreitert werden müsste. Eine zusammenhängende Neue Mitte sei dann nicht mehr realisierbar. Die Westrandbrücke sei im Übrigen kein Ersatz für den Nord-Ost-Ring und stelle vielmehr „eine lokale Lösung für die verkehrlichen Belange der Stadt Remseck“ dar.

Mehr zum Thema in der Ludwigsburger Kreiszeitung, die Sie unter unseren Abo-Angeboten kennenlernen können

Autor: