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Corona
Im Kreis Ludwigsburg werden Schulen und Kitas zu Omikron-Hotspots

Ab Montag müssen Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer keine Maske mehr in der Schule tragen. Foto: Sebastian Gollnow
Ab Montag müssen Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer keine Maske mehr in der Schule tragen. Foto: Sebastian Gollnow
Die Omikron-Variante des Coronavirus treibt die Zahl der Neuinfektionen auch im Kreis Ludwigsburg mit 7-Tage-Inzidenzen über 800 in bisher nicht geahnte Höhen. Dabei verlagert sich die Dynamik des Infektionsgeschehens zunehmend auf die jüngeren Altersgruppen; Schulen und Kitas werden zu Hotspots.

Kreis Ludwigsburg. Bereits am vorigen Mittwoch hatte das Kreisgesundheitsamt die Kinder von 19 Klassen an 17 Schulen wegen Corona-Ausbrüchen in Isolation geschickt, außerdem waren der Behörde Ausbrüche an 21 Kitas gemeldet worden. Bis gestern sind in den seither vergangenen vier Schultagen weitere Ausbrüche in nochmals 19 Klassen an 14 Schulen sowie an 25 Kitas hinzugekommen, teilte das Gesundheitsdezernat des Landkreises gestern auf Anfrage mit.

Tendenz: weiterhin „exponentiell steigend“, so die Behörde. Weit mehr als 65 Prozent der Meldungen, in denen die nicht zum eigenen Haushalt gehörenden Kontaktpersonen ermittelt werden müssen, stünden mit Infektionen in Schulen und Kitas, aber auch Pflegeheimen in Zusammenhang. Denn Ausbrüche gibt es weiterhin auch in den Pflegeheimen im Kreis. Derzeit sind nach Angaben der Behörde im Landkreis acht Heime betroffen, wobei sich meistens sowohl Bewohner als auch Beschäftigte angesteckt hätten.

Ein Drittel der nachweislichen mit Omikron Infizierten ist unter 25

Dass sich das Infektionsgeschehen trotzdem zunehmend auf die Jüngeren verlagert und die hoch ansteckende Omikron-Variante der entscheidende Infektionstreiber ist, zeigen die Vergleichszahlen für die nachgewiesenen Ansteckungen mit der noch jungen, zuerst in Südafrika entdeckten Mutante. Nach den aktuellen Zahlen des Gesundheitsamts ist nur jeder fünfte, mit Omikron Infizierte älter als 50 Jahre. Dagegen stellen die unter 25-Jährigen ein gutes Drittel aller Omikronfälle im Kreis, die höchste Quote ist bei den 25- bis 50-Jährigen mit einem Anteil 43,5 Prozent zu verzeichnen.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass wegen der hohen Auslastung der Labore bei Weitem nicht bei jedem positiven Test geprüft wird, auf welche Virusvariante eine Ansteckung zurückzuführen ist. Derzeit ist deshalb bei zwei Dritteln der Neuinfektionen im Kreis nicht bekannt, welche Mutation des Covid-19-Erregers ihnen zugrunde liegt. Doch die Anteile des genomsequenzierten Drittels der Positivproben spricht für sich: Nur für 5,3 Prozent der gemeldeten Neuinfektionen ist nachweislich noch die Delta-Variante ursächlich, in 28,6 Prozent der Fälle ist Omikron erwiesenermaßen für die Ansteckung verantwortlich.

Rechnet man die sequenzierten Proben hoch, so wäre Omikron derzeit mithin für knapp 85 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich. Allerdings hinken diese Zahlen der Infektionsentwicklung stets leicht hinterher, weil die Labore angesichts der hohen Inzidenzen mit der Meldung der Fälle bis zu drei Tage im Verzug sein können.

Ludwigsburger Gesundheitsamt kann gemeldete Fälle wieder tagesaktuell bearbeiten

Trotz seiner hohen Belastung ist das Kreisgesundheitsamt mit seinem eigenen Datenstand momentan zufrieden: Im Gegensatz zum Gipfel der Deltawelle könnten neu gemeldete Fälle derzeit wieder tagesaktuell abgearbeitet werden, so die stellvertretende Dezernatsleiterin Dr. Ulrike Rangwich-Fellendorf. Nur mit den postalischen Anschreiben der von den Laboren bereits zuvor informierten Infizierten sei man noch im Rückstand. Rangwich-Fellendorf beziffert ihn auf etwa 700 Fälle. Der werde „sorgfältig abgearbeitet“, da – dank der Unterstützung der Bundeswehr – derzeit täglich rund 1200 Fälle bearbeitet werden könnten. Obwohl künftig weniger Schnelltests durch PCR-Tests überprüft werden können, werde man dank der hohen Verlässlichkeit der in offiziellen Teststellen verwendeten Antigentests auch weiterhin über ein realistisches Bild des Infektionsgeschehens verfügen.