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Im Landkreis steigt Bedarf an Beratung zur Kurzarbeit

32 vorsorgliche Anträge auf Kurzarbeit sind von Januar bis Juli bei der Arbeitsagentur Ludwigsburg gestellt worden. Foto: Holm Wolschendorf
32 vorsorgliche Anträge auf Kurzarbeit sind von Januar bis Juli bei der Arbeitsagentur Ludwigsburg gestellt worden. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. In der Region wachsen die Ängste vor einer Konjunkturflaute. Eine Krise ist zwar noch nicht eingetreten, dennoch lösen Ankündigungen von Unternehmen, Arbeitsplätze abzubauen, Verunsicherung bei den Beschäftigten aus. Beim Ludwigsburger Filterspezialisten Mann.+.Hummel zum Beispiel sollen weltweit 1200 Stellen wegfallen. Als ein weiteres Krisensignal wird gewertet, dass das Thema Kurzarbeit wieder aufs Tapet kommt. Wie die Arbeitsagentur Ludwigsburg mitteilte, befassen sich damit immer mehr Betriebe im Landkreis Ludwigsburg. „Der Beratungsbedarf ist deutlich gestiegen“, sagte gestern Pressesprecherin Birgit Festag gegenüber unserer Zeitung.

Von Januar bis Juli dieses Jahres sind laut Festag bei der Arbeitsagentur bereits 32 Anträge auf Kurzarbeit für insgesamt 352 Mitarbeiter eingegangen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 hatte die gleiche Zahl an Unternehmen Kurzarbeit angemeldet für insgesamt 500 Mitarbeiter. Festag betonte, dass die neuen Anfragen von diesem Jahr vorsorglich gestellt worden seien. Es könne deshalb nicht gesagt werden, ob die Unternehmen das Instrument Kurzarbeit tatsächlich realisieren. Das könne erst nach den Betriebsferien im Herbst festgestellt werden. Festag wies allerdings Krisenszenarien für den Landkreis zurück. Nach wie vor bestehe ein Fachkräftemangel, betonte sie. Die Situation sei nicht vergleichbar mit der Konjunkturschwäche wegen der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009, als mit Hilfe der Kurzarbeit bundesweit Hundertausende Stellen gerettet wurden. Auf den Höhepunkt der Wirtschaftskrise im Juli 2009 gab es im Landkreis Ludwigsburg bei 660 Unternehmen Kurzarbeit. Mehr als 14.300 Beschäftigte waren davon betroffen. (bie)

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