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Übernahme

Investor stärkt Marke Oris

US-Beteiligungsgesellschaft Tower.Brook hat von Bosal den Bereich ACPS Automotive gekauft

ACPS Automotive in Markgröningen soll bis 2020 einen neues Firmendomizil bekommen. Foto: Holm Wolschendorf
ACPS Automotive in Markgröningen soll bis 2020 einen neues Firmendomizil bekommen. Foto: Holm Wolschendorf

Markgröningen. Der Automobilzulieferer Bosal Automotive Carrier and Protection Systems (ACPS) GmbH (früher Oris) in Markgröningen hat wieder einen neuen Eigentümer und firmiert jetzt unter ACPS Automotive GmbH. Die Kartellbehörde hat inzwischen zugestimmt, so dass der US-Investor Tower.Brook Capital Partners den Hersteller von Anhängerkupplungen und Dachträgersystemen übernehmen konnte.

Seit 1. Dezember leitet nun Caspar Baumhauer (56) als Geschäftsführer die Geschicke der ACPS Automotive Gruppe. Baumhauer, der seit 25 Jahren in der Automobilindustrie tätig ist, war zuletzt Geschäftsführer bei Plastic Omnium Automotive Exterior, zuständig für den Bereich Zentraleuropa. Er löste Gerhardt Böhm (61) ab, der übergangsweise von Mai bis November Geschäftsführer war und in den Beirat der ACPS Automotive Gruppe wechselte, um dort die strategischen Geschicke des Gesamtunternehmens zu lenken.

Wie die ACPS-Verantwortlichen im Gespräch mit unserer Zeitung sagten, habe der US-Investor die Automotive Gruppe von Bosal zu 100 Prozent übernommen. Damit hat sich das belgische Unternehmen Bosal, das für den Automobilbereich auch Auspuffanlagen und Abgasregelsysteme herstellt, nach zwölfjährigem Engagement vom Geschäft mit Anhängerkupplungen und Dachträgersystemen getrennt. 2006 war Bosal mit dem Familienunternehmen Oris Fahrzeugteile zunächst ein Joint Venture eingegangenen und hatte es dann 2012 zu 100 Prozent übernommen.

Dass Bosal nun wieder verkauft, erklärte der neue Geschäftsführer Baumhauer damit, dass der Bereich Anhängerkupplung und Dachsysteme nicht zum Kerngeschäft von Bosal gehörte und ACPS nicht entsprechend geführt worden sei, „um die Potenziale des Unternehmens zu heben.“ Chancen sieht der neue Investor vor allem im Bereich Anhängerkupplungen und Anhängersystemen. Baumhauer: „Wir wollen dieses Geschäftsmodell weiterentwickeln.“ Dabei habe man vor allem den europäischen und nordamerikanischen Markt im Blick. Zur Zielgruppe sollen auch Endkunden im Nachrüstbereich gehören. Etwa Leute, die noch keine Anhängerkupplung haben, aber eine für ihren Fahrradträger benötigen. Zugleich brauche es andere Anhängervorrichtungen, um beispielsweise auch die schwereren Elektrofahrräder transportieren zu können. Hierfür bringt ACPS Automotive laut Baumhauer „neue Innovationen auf den Markt“. Dafür wolle Tower.Brooks auch investieren – und zwar über dem Branchendurchschnitt, der durchschnittlich bei zwei bis drei Prozent des Umsatzes liegt. Lag der ACPS-Umsatz 2017 bei rund 250 Millionen Euro, so sollen es in diesem Jahr laut Baumhauer über 260 Millionen Euro werden.

Künftig will der US-Investor wieder verstärkt auf den Markennamen Oris setzen. Während das Thema Cabrio-Windstop nicht mehr so sehr verfolgt wird, bleibt ACPS auch bei der Produktion von Dachträgersystemen am Ball. „Der Hauptfokus liegt aber bei Anhängerkupplungen. Wir wollen die Marke Oris im Ersatzteilmarkt voranbringen“, sagte Gerhard Böhm. Tower.Brook wolle das Unternehmen mit seinen 2000 Mitarbeitern, das mit sieben Standorten in sechs Ländern (Deutschland, Ungarn, Frankreich, Russland, USA und Mexico) vertreten ist, langfristig weiterentwickeln, sagte Baumhauer. So werde auch die Zentrale mit dem Entwicklungszentrum weiterhin in Markgröningen bleiben, wo derzeit etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt sind. Auch hier wolle Tower.Brook investieren, so Baumhauer. Zum einen in ein komplett neues SAP-System und auch bis 2020 einen neuen Firmenstandort.

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