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Verpflichtung

Jan Trost tritt seine zweite Amtszeit in Marbach an: Vertrauen und Respekt als zentrale Botschaft

Im Rahmen einer Gemeinderatssitzung ist Jan Trost gestern Abend auf seine zweite Amtszeit als Marbacher Bürgermeister verpflichtet worden. Nach dem aufreibenden Wahlkampf sei das für ihn ein sehr bewegender Moment, so Trost.

Verpflichtung auf die zweite Amtszeit: Stadtrat Michael Herzog und Marbachs Bürgermeister Jan Trost.Foto: Andreas Becker
Verpflichtung auf die zweite Amtszeit: Stadtrat Michael Herzog und Marbachs Bürgermeister Jan Trost. Foto: Andreas Becker

Marbach. Dass sich der 45-Jährige die zweiten acht Jahre an der Spitze der Stadtverwaltung erst im zweiten Wahlgang hart erkämpfen konnte, dass es Kritik aus den Reihen des Gemeinderats gab, der Trosts erneute Kandidatur nicht geschlossen begrüßt hatte, dass – zumindest in der ersten Zeit nach der Entscheidung am 7. Februar – von Gräben und Spaltung die Rede war, all das ließ Michael Herzog nicht unerwähnt. Ihn, den ersten stellvertretenden Bürgermeister, hatte der Gemeinderat dazu bestimmt, Trosts Verpflichtung vorzunehmen. Und der Stadtrat der Freien Wähler gab dem alten und neuen Bürgermeister sehr klare Empfehlungen mit auf den Weg. Die Zusammenarbeit von Gemeinderat und Bürgermeister müsse wieder von Achtung und gegenseitigem Respekt geprägt sein, so dass daraus „langsam auch wieder gegenseitiges Vertrauen werden kann.“ Mit der Aussage: „Möge es Ihnen gelingen, aus der Kritik, die aus der Mitte des Gemeinderats, aber auch aus der Verwaltung an Ihrer bisherigen Amtsführung geäußert wurde, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen und bereit zu sein, jene in eine konstruktive Veränderung umzuwandeln“, machte Herzog deutlich, dass es ein „weiter so“ wohl nicht geben wird.

Besonders legte er dem Bürgermeister ans Herz, seinem Team im Rathaus, „das wirklich gut ist, das Vertrauen entgegenzubringen, das es verdient hat. Lassen Sie Ihr Führungsteam an Ihren Entscheidungen teilhaben, seien Sie im Vorgehen offen und transparent“, sprach Herzog einige jener Punkte an, die Trost im Wahlkampf vorgehalten worden waren. Er betonte ferner, dass es Aufgabe des Gemeinderats sei, die Arbeit des Bürgermeisters und die der Verwaltung konstruktiv „und wenn es sein muss, auch kritisch zu begleiten. Dieser Aufgabe werden wir nachkommen. Allerdings ist es auch hier bedeutsam, die Person des anderen zu achten.“

Bemerkenswert: Sowohl Herzog als auch Jan Trost wählten Synonyme aus der Schifffahrt. Während Michael Herzog darauf hinwies, dass „der Kapitän nicht alleine ohne seine Mannschaft sicher durch stürmische See“ segeln könne, bemühte Jan Trost Aristoteles mit dem Satz: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ Davon wolle er sich in den nächsten acht Jahren leiten lassen. Zum Bemühen, wieder zur Gemeinsamkeit zu finden, die für die großen anstehenden Aufgaben nötig sei, werde er seinen Teil beitragen. Verwaltung und Gemeinderat müssten die Segel in die gleiche Richtung setzen, „nur gemeinsam werden wir keinen Schiffbruch erleiden.“

Neben Affalterbachs Bürgermeister Steffen Döttinger, der für die Kollegen in der Nachbarschaft sprach, und dem Marbacher Dekan Ekkehard Graf ergriff auch Landrat Dietmar Allgaier in der wegen der Corona-Pandemie notwendigerweise nüchtern und knapp gehaltenen Amtseinführung das Wort. Auch der Landrat ging auf den „nervenaufreibenden Wahlkampf ein“, gewann der Konkurrenz, der sich der Amtsinhaber ausgesetzt sah, aber auch Positives ab: „Rückblickend gesehen ist es für die Demokratie insgesamt sowie für die Stadt Marbach gut, dass sich mehrere und vor allem qualifizierte Bewerber für den Bürgermeisterposten interessierten.“ Allgaier ging auf die zahlreichen Projekte ein, die in der Schillerstadt auf der Agenda stehen, und bot den Kommunen Marbach und Benningen die Unterstützung des Landkreises bei der Vorbereitung der gemeinsamen Gartenschau im Jahr 2033 an; dass es gelungen sei, sie an den Neckar zu holen, sei ein toller Erfolg. Bei der in der Vergangenheit nicht ganz konfliktfreien Frage, wie sich der Krankenhausstandort Marbach weiterentwickelt, setzt Allgaier auf Kooperation von Stadt und Kreis: „Ich hoffe sehr, dass wir den eingeschlagenen Weg nun auf der Basis der gemeinsamen Verständigung auch beschreiten können“, sagte der Landrat.

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