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Kommunalpolitik

Jens Hübners fliegender Wechsel nach Markgröningen

Der neue Bürgermeister hat am Montagmorgen seine Arbeit in Markgröningen aufgenommen – und sich erst am vergangenen Freitag in Oberriexingen verabschiedet. An Aufgaben wird es Hübner vom Start weg nicht mangeln.

Neuanfang am Montagmorgen mit Blumen und guter Laune: Bürgermeister Jens Hübner übernimmt in Markgröningen das Kommando. Foto: Ramona Theiss
Neuanfang am Montagmorgen mit Blumen und guter Laune: Bürgermeister Jens Hübner übernimmt in Markgröningen das Kommando. Foto: Ramona Theiss

Markgröningen. Die neue Zeitrechnung in Markgröningen beginnt am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr, als der neue Bürgermeister Jens Hübner sein Büro im herrschaftlichen Rathaus aus dem Jahr 1441 am Markgröninger Marktplatz bezieht. Zuvor residierte hier 32 Jahre lang Rudolf Kürner, der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis, der sich seit Samstag nun im Ruhestand befindet. Seine letzte Amtshandlung: Die Versteigerung der alten Ortsschilder, auf denen sich jetzt der Zusatz Schäferlaufstadt befindet.

Als Greenhorn zum Schäferlauf

Das jahrhundertealte Volksfest wird Hübner, 36, künftig auf Schritt und Tritt begleiten. In seinem Büro befindet sich die Urkunde der Unesco, die dem Schäferlauf vor drei Jahren das Gütesiegel immaterielles Kulturerbe verlieh. Außerdem lagern an Hübners neuer Arbeitsstätte zwei Duplikate der Schäferkronen, die er Ende August mit Landrat Dietmar Allgaier dem neuen Königspaar nach dem Sprint übers Stoppelfeld auf ihre Häupter setzen wird.

Für Allgaier und Hübner kommt es in gut vier Monaten zur Premiere, für beide wird es der erste Schäferlauf im Amt sein. Der Landrat musste sich in den vergangenen zwei Jahren gedulden, weil der Schäferlauf pandemiebedingt ausfiel. Bei der Verabschiedung des Bürgermeisters Kürner vor einer Woche in der Stadthalle nannte er Hübner und sich schmunzelnd Greenhorns. Der Altlandrat Rainer Haas empfahl beiden, gelassen zu bleiben.

Für den neuen Markgröninger Rathauschef beginnt der Montag vor allem mit Besprechungen. Zuerst setzt er sich mit seiner Büroleiterin Hariette Klusch zusammen. Außerdem sind auf seiner Gesprächsliste der Personalrat, schließlich übernimmt Hübner ein Haus mit mehr als 300 Mitarbeitern – dazu die Fachbereichsleiter, mit denen der Spitzenbeamte noch vor der ersten Gemeinderatssitzung am heutigen Dienstag zusammenkommen will.

Mehr Kitaplätze und zusätzlicher Wohnraum müssen her

An Arbeit wird es Hübner vom Start weg nicht fehlen. Die Stadt Markgröningen muss dringend neue Kindergartenplätze bereitstellen, andernfalls könnten Eltern ihren Anspruch vor Gericht einklagen. Um die langen Wartelisten abzuarbeiten, muss ein weiterer Standort für eine Kita gefunden werden. Ein Blick fällt auf ein zu entwickelndes Wohngebiet, das neben der Stadthalle entstehen soll. Eine Interimskita an der Ludwig-Heyd-Schule, gegen die sich Hübner im Wahlkampf aussprach, ist vom Tisch. Kindergartenplätze und Flächen für Wohnraum sind in Markgröningen (wie andernorts) Mangelware. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren deshalb für potenzielle neue Areale Veränderungssperren erlassen. Auch da muss Hübner schnell heran.

Darüber hinaus braucht die Verwaltung mehr Platz. Im Gespräch ist bekanntlich ein Anbau an die Untere Kelter. „Dieses Thema können wir ebenfalls nicht lange schieben“, sagt der neue Bürgermeister. „Die Aufgabenfülle und Regelungsdichte nimmt immer mehr zu.“

Für Hübner, der in Schwieberdingen wohnt und Ende April dort als SPD-Ratsherr aus dem Gemeinderat verabschiedet worden ist, kommt es in Markgröningen beruflich zum fliegenden Wechsel. Noch am Freitag weilte der Finanzfachmann in Oberriexingen, wo er als Stadtkämmerer tätig war, und verabschiedete sich von den Kollegen. Nervosität vor dem Neustart habe er da noch nicht gefühlt, sagt Hübner unserer Zeitung. „Die entsteht bei mir immer erst kurz vor knapp.“

Info: Am Dienstagabend wird Jens Hübner ab 19 Uhr in der Markgröninger Stadthalle offiziell in sein neues Amt eingesetzt.

Zur Person

Jens Hübner, 36, ist am 20. Februar bereits im ersten Wahlgang mit 79,4 Prozent der Stimmen zum Markgröninger Bürgermeister gewählt worden. Davor war der Verwaltungsfachmann Stadtkämmerer in Oberriexingen und stellvertretender Kämmerer in Möglingen, wo er auch aufgewachsen ist. In Markgröningen hat er die Realschule besucht.

Hübner lebt mit seiner Frau Monja Merschbach und den drei gemeinsamen Kindern in Schwieberdingen, was auch erst einmal so bleiben wird. In Schwieberdingen hat die Familie nämlich ein Haus aus den 50er Jahren erworben und in Eigenregie umgebaut. Jens Hübner ist Mitglied der SPD und war Ratsherr in Schwieberdingen.

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