Logo

Siegertyp

Kishan von der Noris ist der schönste Boxer

Rüde von Sabine Florus aus Freiberg ist Dauersieger bei Hundeausstellungen – In der Jugendklasse alle Wettbewerbe gewonnen

350_0900_20064_01_08_18Theiss_101.jpg
Sabine Florus ist stolz auf ihren schönen Boxer-Rüden Kishan von der Noris. Foto: Ramona Theiss

Freiberg. Sie haben oft blaue Augen, krumme Nasen und Blumenkohlohren. Vor allem nach Kämpfen sehen Boxer nicht gerade wie Models aus. Egal, denn sie werden nicht nach ihrem Äußeren, sondern nach ihren ausgeteilten Schlägen beurteilt. Nicht so Kishan von der Noris. Der ist auch Boxer. Doch wenn er an Wettkämpfen teilnimmt, geht es nicht um seine Schlagkraft, sondern um sein nahezu perfektes Aussehen. Boxer-Rüde Kishan ist so schön, dass er bei Hundeausstellungen schon alles gewonnen, was man in seinem Alter gewinnen kann. Ein Ende seiner Laufstegkarriere ist derweil noch nicht abzusehen.

Wenn der 19 Monate alte Vierbeiner aus Freiberg bei Ausstellungen seiner Rasse auftritt, erblasst die Konkurrenz vor Neid. Das liegt daran, dass er nicht nur mit seinen äußeren, sondern auch mit seinen inneren Werten fast der Perfektion entspricht. Den Standard des Deutschen Boxers hat der Boxer-Klub München festgelegt. Von der Länge des Nasenrückens über die Farbe der Augen bis zur Form der Pfoten ist dort beschrieben, wie der perfekte Boxer auszusehen hat. So muss der Kopf im Verhältnis zum Körper passen, die Brust muss bis zu den Ellenbogen reichen, die Fangzähne möglichst weiter auseinanderstehen, die Oberlippe dick und wulstig sein und, und, und. Auch der Charakter und sein Verhalten sind dort skizziert. Als mustergültig gilt er, wenn er unter anderem nervenstark, selbstbewusst, ruhig und ausgeglichen ist.

Kishan von der Noris kommt diesem Ideal ziemlich nahe. In nur einem halben Jahr hat er auf Ausstellungen im Jugendbereich bis 18 Monate das Maximale erreicht. Er ist Jugendchampion (BK), Jugendchampion VDH sowie Jugendklubsieger (BK). Während BK für Boxer-Klub steht, kennzeichnet VDH den Verband für das Deutsche Hundewesen. Für jeden seiner beiden Championtitel musste er vier sogenannte Anwartschaften auf den Siegertitel erreichen. Eine solche gibt es, wenn ein Hund bei einer Zuchtschau die Note „Vorzüglich 1“ bekommet. Kein Problem für den schönen Kishan, der für den weiteren Titel des Jugendklubsiegers vorher bei jeweils drei Wettbewerben „schönster Rüde“ werden musste.

Das alles hat so problemlos geklappt, dass auch seine Besitzerin, die Freibergerin Sabine Florus, mehr als stolz ist. Sie besitzt Boxer-Hunde immerhin schon seit 34 Jahren. „Einen solch erfolgreichen Rüden hatte ich noch nie“, sagt die Hundefreundin. Mit einem Hund so viele Erfolge in dieser kurzen Zeit zu erzielen, sei schon sehr ungewöhnlich. Dass er eines Tages Model-Qualitäten an den Tag legen würde, hat sich offenbar früh abgezeichnet: Eine mit Sabine Florus befreundete Züchterin, bei der sie sich Kishan ausgesucht hatte, gab ihr folgendes mit auf den Weg: „Der Hund ist zu schön, als dass er nur auf dem Sofa liegen darf. Der muss gezeigt werden.“

Freilich darf Kishan dennoch genügend Zeit auf dem Sofa verbringen. Doch für seine Erfolge reicht es nicht, sich auf seiner Schönheit auszuruhen. Ein bisschen Training muss schon sein. Den richtigen Stand und das richtige Gehen trainiert Sabine Florus mit ihm regelmäßig. Damit er sich in der Ausstellung optimal präsentiert, wird mit einem kleinen Trick nachgeholfen: Sabine Florus‘ Schwester steht in zwei Metern Entfernung zum Hund und hält ein Spielzeug hoch. Das erregt die volle Aufmerksamkeit bei Kishan, der sich das Plüschtier am liebsten gleich schnappen würde. Mit festem Stand und leicht nach vorn geneigt fixiert er sein „Spieli“ wie es Sabine Florus nennt. Klar, dass sich der Boxer-Star jetzt gern in Pose stellt. Denn er weiß ganz genau, dass er sein Spielzeug umgehend bekommt, wenn er alles richtig macht. „Bis alles richtig funktioniert ist es viel Arbeit und anstrengend für beide Seiten“, sagt die Freibergerin, die ihre gesamte Freizeit auf dem Hundeplatz, bei Ausstellungen und mit Training verbringt.

Jetzt, wo Kishan dem Jugendalter entwachsen ist, soll er dennoch weiterhin die Blicke der Wertungsrichter auf sich ziehen, allerdings in der Erwachsenenklasse. An zwei Ausstellungen hat er dort bereits teilgenommen und – wen wundert‘s? – beide Male eine „Vorzüglich 1“-Wertung bekommen. Gelingt ihm das noch drei Mal, kann er sich schon wieder Champion nennen. Doch Sabine Florus schwärmt von Kishan nicht nur wegen seiner vielen Erfolge. „Er ist nicht nur schön, sondern ein ganz lieber Hund“, sagt sie. Er sei jeden Tag gut gelaunt. Florus: „Er ist ein richtiger Sonnenschein.“