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Oscar-Paret-Schule

Konjunktur schraubt Kosten hoch

Man hätte es ja auch für einen Aprilscherz halten können, als die Stadt Freiberg Anfang April ankündigte, dass die Kosten für die neue Oscar-Paret-Schule (OPS) wesentlich höher ausfallen werden, als berechnet. Doch jetzt liegen genauere Erkenntnisse vor. Der Gemeinderat musste somit das Gesamtbudget für das Projekt um sechs Millionen Euro auf 87 Millionen Euro erhöhen.

Flott geht es auf der Baustelle für die neue Oscar-Paret-Schule voran. Allerdings wird der Neubau deutlich teurer. Foto: Ramona Theiss
Flott geht es auf der Baustelle für die neue Oscar-Paret-Schule voran. Allerdings wird der Neubau deutlich teurer. Foto: Ramona Theiss

Freiberg. Rund 81 Millionen Euro hat die Stadt Freiberg für den Neubau der Schule samt Parkdeck, Sporthalle und Freianlagen kalkuliert. Darin hat sie bereits Baukostensteigerungen während der Bauzeit bis 2024 in Höhe von knapp 4,8 Millionen Euro sowie drei Millionen Euro für unvorhersehbare Risiken mit eingerechnet. Im Zuge des ersten Vergabepakets, das mit knapp 14,4 Millionen Euro kalkuliert wurde, hat die Stadt festgestellt, dass die Kosten laut Ausschreibung um rund sieben Prozent (rund 990.000 Euro) überschritten wurden (wir berichteten).

Bereits im April wollte sich die Stadtverwaltung daher eine Erhöhung des Gesamtbudgets in Höhe von sechs Millionen Euro vom Gemeinderat genehmigen lassen. Laut einem Vorschlag aus dem Gremium und dem OPS-Beirat strich Bürgermeister Dirk Schaible den Tagesordnungspunkt damals von der Tagesordnung. Man wolle abwarten, wie sich die Kosten bis zum zweiten Vergabepaket entwickeln, lautete die Begründung.

Mittlerweile liegen auch für das zweite Vergabepaket die Submissionsergebnisse vor. Der berechnete Budgetanteil für beide Vergabepakete in Höhe von knapp 32 Millionen Euro wurde um 1,2 Millionen und damit um etwa vier Prozent überschritten. „Dabei ist der Ansatz für den Kostenpuffer der Baukostensteigerungen bereits enthalten“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Eine Kostendeckung könne somit vorläufig nur durch eine Entnahme aus dem Topf für unvorhersehbare Risiken erfolgen. „Die konjunkturellen Schwankungen liegen deutlich höher als bei der Planung“, sagte Erster Beigeordneter Stefan Kegreiß am Dienstag im Gemeinderat. „Das liegt an der hohen Auslastung der Unternehmen.“ Weil die Stadtverwaltung davon ausgeht, dass sich der Markt nicht entspannt und mit weiteren Baupreissteigerungen zu rechnen ist, kam sie zu dem Ergebnis, das Budget um sechs Millionen Euro zu erhöhen – drei Millionen Euro aufgrund der steigenden Baupreise, und weitere drei Millionen Euro für den Topf „Unvorhergesehenes“. „Es ist allerdings nicht unser Ziel, die kompletten 87 Millionen auszugeben“, sagte Kegreiß.

„Jeder wäre froh, wenn dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung stehen würde, zumal wir dafür schon Prügel von der Bevölkerung bekommen haben“, sagte Udo Schimke, Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler. Doch die Erhöhung des Gesamtbudgets sei alternativlos. „Wir hoffen, dass es reicht“, sagte Schimke.

„Dieser Hoffnung kann ich mich nur anschließen“, meinte FDP-Stadtrat Dr. Thomas Baum. Mit dem jetzt beschlossenen Geld müsse man klarkommen. Jetzt dürften keine weiteren Änderungen und Planungsfehler auftauchen.

„Sechs Millionen Euro sind viel Geld und erfordern viel Vertrauen in die damit beschäftigten Personen“, sagte CDU-Stadtrat Stefan Goedeckemeyer. Wenn er auf die Baustelle blicke, habe er dabei allerdings ein gutes Gefühl. Manchmal erfordere es auch den Mut, „mal etwas wegzulassen, wenn es Sinn macht“.

Klaus-Peter Bakalorz (SPD) hofft unterdessen, die drei Millionen Euro in der Reserve nicht in Anspruch nehmen zu müssen. „Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zuzustimmen“, sagte er.

Wenig Entscheidungsspielraum hatten die Stadträte auch in einem anderen Tagesordnungspunkt, in dem es um verschiedene Änderungsanträge hinsichtlich des Schulbaus ging. Dabei ging es einerseits um Planungsfehler, weil zum Beispiel die Menge des Erdaushubs falsch berechnet wurde. Andererseits ging es auch um nachgereichte Forderungen durch das Landratsamt wie zusätzlichen Rauchschächte in Schule und Sporthalle oder weitere Türen für den Brandschutz. Auch die Schule selbst hatte noch Änderungswünsche, wie zusätzliche Glasausschnitte in den Holztüren. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Änderungen auf 1,5 Millionen Euro.

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