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Abenteuer

Kornelius Heuthe aus Neckarwestheim will zu Fuß von Spanien nach Norwegen

Einen wahren Kraftakt hat Kornelius Heuthe vor sich: Der Neckarwestheimer startet am 1. Dezember zu einem zehnmonatigen Marsch von rund 8000 Kilometern Länge vom südlichsten zum nördlichsten Punkt Europas. Mit einem geringen monatlichen Budget will er durchkommen und auf seiner Wanderschaft vielleicht sogar den Sinn des Lebens finden.

Will auf seiner Wanderung dem Leben ganz tief in die Augen schauen: Kornelius Heuthe. Foto: privat
Will auf seiner Wanderung dem Leben ganz tief in die Augen schauen: Kornelius Heuthe. Foto: privat

Neckarwestheim. Wo andere im Beruf erst richtig durchstarten, geht ein junger Mann aus Neckarwestheim im wahrsten Sinn des Wortes andere Wege. Kornelius Heuthe ist 28 Jahre alt und startet ins Abenteuer seines jungen Lebens: Seine Reise geht 8000 Kilometer zu Fuß von Tarifa in Spanien über Frankreich, die Schweiz, Deutschland und Dänemark ans Nordkap nach Norwegen. „Dabei werde ich auch mal kurz über die Grenze nach Schweden gehen“, sagt Heuthe. Ganz am Ende will er noch einen Abstecher nach Finnland machen.

Ein Aussteiger sei er wegen seines ehrgeizigen Projekts jedoch nicht. Der gelernte Sozialpädagoge will nach seiner Reise definitiv wieder in den Beruf zurück. „Allerdings bin ich mir der Vergänglichkeit sehr bewusst und möchte das Leben so richtig an mir rütteln lassen“, meint der Neckarwestheimer. Der Drang, sich auf die Wanderschaft zu machen, sei so stark, dass er keine zwei Jahre mehr warten wolle. Lediglich 400 Euro Budget gönnt er sich pro Monat. Dabei geht es ihm weniger um das Kennenlernen von Kulturen und Menschen. Die Reise soll eher nach innen gehen. „Wenn man auf einer Bank sitzt, mit dem Wald hinter sich und einer Wiese vor sich, dann kann man gut nachdenken“, so Heuthe. Die 8000 Kilometer lange Wanderschaft sei quasi eine ausgedehnte Version dessen, was sich viele noch nicht mal sonntags für 15 Minuten gönnten.

Im Fokus seiner Beschäftigung mit dem Leben stehen seine drei Brüder. Mit ihnen verbringt er sehr gern Zeit. Gemeinsam waren sie schon wandern oder Kanu fahren. Den Wert dessen will Heuthe in der Einsamkeit ausloten. „Für mich ist das eine Möglichkeit, dem Leben so tief in die Augen zu schauen, wie es nur geht.“ Wenn er abends dreckig und abgekämpft in seinen Schlafsack kriecht, will er das Leben ganz pur und nah fühlen. Ganz allein wird er jedoch nicht sein. Für Teiletappen haben sich schon Freunde angekündigt, die ihn besuchen und ein Stück mitwandern. Zudem hält er das Erlebte auf seinem Bandgerät fest. Die Daten übermittelt er dann an Theresa Volk. Sie ist eine gute Bekannte und kam auf die Idee, aus seiner Reise einen Podcast zu machen. So können alle Daheimgebliebenen auf Spotify, Instagram und seiner eigenen Website miterleben, wie es Heuthe ergeht. „Der Schritt in die Ungewissheit wird so etwas gemildert“, umschreibt er das Projekt.

Sein Kraftakt soll anderen dann als Beispiel gelten, aus dem sie Motivation beziehen können, etwas ähnliches selbst einmal zu versuchen. Ein bisschen verwunderlich ist die Bewegungslust für seine Familie schon. „Als Kind hasste ich Wanderausflüge“, erinnert er sich. Das hat sich zwar während der Pubertät geändert. Doch 8000 Kilometer durch Europa sind immer noch ein Ausmaß, das viele in seinem Umfeld staunen lässt.

Internet: www.8000kilometer.de

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