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Gesundheit

Kreis Ludwigsburg gilt als FSME-Risikogebiet - Zeckenbisse sorgen für steigende Arztbesuche

Zeckenalarm in Baden-Württemberg. Die Zahl der FSME-Fälle hat sich 2020 mehr als verdoppelt – auch der Kreis Ludwigsburg gilt als Risikogebiet.

Ein Schild im Wald warnt vor Zecken: Im Jahr 2020 übermittelten 38 von 44 Kreisen in Baden-Württemberg 350 FSME-Fälle an das Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Ein Schild im Wald warnt vor Zecken: Im Jahr 2020 übermittelten 38 von 44 Kreisen in Baden-Württemberg 350 FSME-Fälle an das Landesgesundheitsamt in Stuttgart. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Kreis Ludwigsburg. Zecken lauern in Büschen, im Unterholz, im hohen Gras – und sind eine Gefahr für die Gesundheit. Weil sie Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen. Im Jahr 2020 zählte das Sozialministerium im Südwesten mit insgesamt 350 FSME-Fällen mehr als doppelt so viele Infektionen wie im Vorjahr. Ein Sprecher des Ministers Manne Lucha (Grüne): „Das ist die höchste Zahl seit dem Jahr 2001.“

Die Erkenntnis deckt sich offenbar mit aktuellen Auswertungen der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr. Demnach befanden sich 2019 mehr als 650 Versicherte der Gesundheitskasse im Landkreis Ludwigsburg wegen einer Lyme-Borreliose in ärztlicher Behandlung.

Der Anteil der Betroffenen ist zwischen 2015 und 2019 im Schnitt um 4,9 Prozent jährlich gestiegen, heißt es in einer Pressemitteilung. In Baden-Württemberg waren 2019 mehr als 16000 AOK-Versicherte wegen einer Borreliose in Behandlung. Die mittlere jährliche Steigerung lag im genannten Zeitraum bei 2,9 Prozent.

Tritt nach Angaben der Experten einige Tage, manchmal auch erst einige Wochen, nach einem Zeckenstich eine sogenannte Wanderröte auf, deutet diese auf eine Borreliose-Infektion hin. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. Zur Abklärung sollte laut der AOK der Hausarzt aufgesucht werden.

Allerdings tritt die Wanderröte nur bei etwa jedem zweiten Erkrankten auf. Deshalb sei es wichtig, auch dann den Arzt aufzusuchen, wenn es innerhalb von etwa sechs Wochen nach dem Zeckenstich zu grippeähnlichen Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Müdigkeit kommt.

Immerhin: Die Erkrankung kann mit Antibiotika wirkungsvoll therapiert werden, teilt die AOK mit. Ohne Antibiotikabehandlung sei das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dann könnte es zu einer Neuroborreliose mit Lähmungserscheinungen, Nervenentzündungen oder einer Gehirnhautentzündung kommen.

Bei einem Aufenthalt in der Natur raten die Fachleute der Gesundheitskasse, die richtige Kleidung zu tragen. Dazu gehören geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange Hosen. Im Anschluss sollte man den Körper immer sorgfältig nach Zecken absuchen. Das gelte ganz besonders auch für Kinder, die im Freien gespielt haben.

Zecken bevorzugen als Stichstellen den Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen – aber auch auf der Haut unter dem Hosenbund sind sie offenbar häufiger zu finden. Hat eine Zecke gestochen, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenpinzette oder Zeckenkarte entfernt und die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. (red)