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Krisenmanager ist gefragt

Am Sonntag entscheidet sich, wer neuer Bürgermeister in Erdmannhausen wird

. . . oder Robin Reindl.Fotos: Ramona Theiss/privat
. . . oder Robin Reindl. Foto: Ramona Theiss/privat
Einer wird Bürgermeister: Marcus Kohler oder. . . .Fotos: Ramona Theiss/privat
Einer wird Bürgermeister: Marcus Kohler oder. . . . Foto: Ramona Theiss/privat

Erdmannhausen. Der zweite Wahlgang der Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag, 5. April, steht ganz im Zeichen der Coronakrise. Die beiden aussichtsreichen Bewerber Marcus Kohler und Robin Reindl, die sich am 15. März mit 42,7 beziehungsweise 43,3 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, werben jetzt ausschließlich mit Bürgerbriefen, per Telefon sowie über soziale Netzwerke und Videokonferenzen für sich. Aber das ist nicht das einzige Novum.

Wer am 5. April die meisten Stimmen holt, wird Bürgermeister, es reicht dafür die einfache Mehrheit. Neu ist, dass der künftige Rathauschef wohl mehr Krisenmanager als visionärer Macher sein wird, sein muss. Während des Wahlkampfes haben sich die Zeiten aufgrund der Viruspandemie in rasender Geschwindigkeit geändert.

„Diese Gesundheitskrise hat Auswirkungen auf die Wirtschaft und auf die Steuereinnahmen der Gemeinde“, sagt Marcus Kohler im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Geschäftsführer und Diplom-Ökonom aus Ludwigsburg sieht Erdmannhausen aber gut aufgestellt. Neben der Nahversorgung in der Ortsmitte nennt er als weitere Gründe die bereits realisierten und in der Umsetzung befindlichen Bauprojekte und den praktizierten Zusammenhalt in der Krise. „Es gilt jetzt, das Bestehende zu erhalten“, betont Kohler.

Künftigen Investitionsbedarf sieht er noch bei der Schule und bei der Feuerwehr. Das Gerätehaus der Wehr war auch Thema im Wahlkampf. Der Hintergrund: Die Gemeinde will am bisherigen Standort an der Marbacher Straße sanieren und erweitern, um aktuellen Anforderungen gerecht zu werden, entsprechende Planungen laufen.

Bei der jüngsten Hauptversammlung forderte die Wehr nun einen Neubau an einem anderen Standort. Dafür müsse die Kommune aber erst einmal ein Grundstück erwerben, hatte Bürgermeisterin Birgit Hannemann auf das seinerzeitige Ansinnen geantwortet.

Die Kandidaten haben sich bereits ein Bild von der momentanen Unterbringung der Feuerwehrleute gemacht und Kohler bringt nun einen kompletten Neubau am bestehenden Standort ins Gespräch. Das müsse aber zunächst alles genau analysiert und bewertet werden. Der 49-Jährige gibt zu bedenken, dass es für einen Neubau mehr Fördermittel gebe.

Robin Reindl, der Verwaltungsfachangestellte beim Landwirtschaftsministerium aus Benningen, bleibt im Gespräch mit unserer Zeitung bei dem, was er bisher im Wahlkampf gesagt hat: Der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses sei im Hinblick auf die Fördermittel wirtschaftlicher. Reindl argumentiert in Sachen Finanzen aber angesichts der aktuellen Lage vorsichtig. „Wir müssen abwarten, was der Haushaltsplan sagt“, betont der 27-Jährige. Er sieht die Gemeinde zwar ebenfalls vor finanziell unsicheren Zeiten vor allem im Hinblick auf die Steuereinnahmen, er hofft jedoch auf Landes- und Bundesmittel, die die Krise ein Stück weit auffangen helfen.

„Wir müssen schauen, dass wir mit aller Kraft die Unternehmen fördern“, nennt er als weiteres Ziel. Was Reindl in der Coronakrise außerdem als wichtig ansieht: dass der Bürgermeister ein Stück Sicherheit vermittle, dass die Menschen solidarisch zusammenarbeiteten und die Risikogruppen geschützt würden. „Da geschieht in Erdmannhausen viel Tolles und Löbliches“, so Reindl.

Neben Kohler und Reindl stehen am Sonntag der Stuttgarter Musikpädagoge Ulrich Raisch und der Ingersheimer Andreas Oberman auf dem Stimmzettel.

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